Der NYSE BPI hat gedreht
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 6. Mai 2010, 17:00 Uhr
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wenn Sie diesen Newsletter schon länger lesen, dann dürften Sie den New York Stock Exchange Bullisch Prozent Index (kurz NYSE BPI) bereits kennen.
Am 19.04.2010 schrieb ich Ihnen z.B., dass der Index sich auf einem stark überkauften Level befindet und dass die Märkte früher oder später auf diesen Höhen immer den Rückwärtsgang einlegen werden (den besagten Artikel mit den entsprechenden Erklärungen zum NYSE BPI finden Sie übrigens hier).
In der Tat ist dies nun erfolgt, wie ein Blick auf den aktuellen Chart des NYSE BPIs zeigt:
Warum ist der NYSE BPI eigentlich so wichtig?
Zur Erinnerung: Der NYSE BPI wird berechnet, indem alle an der New Yorker Börse gelisteten Aktien betrachtet werden und ausgewertet wird, welche dieser Aktien sich auf einem Point & Figure Kaufsignal befinden. Diese Anzahl wird durch die Gesamtzahl der an der NYSE gelisteten Aktien dividiert. Um einen anschaulicheren Indexwert zu erhalten, multipliziert man anschließend das Ergebnis nochmals mit 100.
Wenn nun eine größere Anzahl an Aktien von einem Point & Figure Kaufsignal in ein Point & Figure Verkaufsignal wechseln, so lässt sich daraus folgern, dass in einem gewissen Umfang Kapital aus dem Markt gezogen wird.
Damit bleibt natürlich noch die Frage, ab wann ein derartiger Mittelabzug relevant ist, denn man möchte ja als Anleger sich nicht bei jedem kleineren Mittelabzug die Frage stellen, wie ernst dies nun zu nehmen ist (oder auch nicht). Historisch bewährt hat sich hier die Schwelle von 3 Boxen. Wenn also der Index über 3 Boxen fällt, findet ein Wechsel in eine O-Spalte statt.
Eine besondere Bedeutung kommt hierbei einem Wechsel in eine O-Spalte zu, wenn dieser aus einer X-Spalte von über 70 auf unter 70 erfolgt bzw. wenn der Index von oben kommend das 70er-Level unterschreitet, denn spätestens ab hier kann sich der Gesamtmarkt (gemessen an den Leitindizes) dem Abwärtssog in der Regel kaum noch entziehen.
Bedeutet eine O-Spalte im NYSE BPI, dass man das Portfolio glattstellen und Gewinne mitnehmen sollte?
Kurz und knapp: Nein.
Der NYSE BPI ist ein Risikoindikator und kein Tradingindikator. Am besten lässt sich dies anhand eines Beispiels aus dem Alltag veranschaulichen:
Stellen Sie sich vor, Sie fahren auf der Autobahn, es scheint die Sonne und die Straße ist frei. Sie freuen sich, dass Sie früher als gedacht am Ziel ankommen werden und beschleunigen. Nach einer Zeit kommt jedoch ein Gewitter auf und der Regen wird immer heftiger.
Fahren Sie deshalb sofort auf die Standspur und warten? Wohl kaum. Viel mehr reduzieren Sie Ihre Geschwindigkeit, werden aufmerksamer und kontrollieren genau, was Sie tun.
Ähnlich können Sie sich einen Säulenwechsel im NYSE BPI vorstellen. Der Indikator zeigt Ihnen an, dass das Risiko von Überraschungen an der Börse klar nach unten gerichtet ist.
Ein totaler Ausverkauf des Portfolios ist deswegen aber noch lange nicht nötig.
Im nächsten Artikel zeige ich Ihnen daher ein paar einfache Methoden, wie Sie sukzessiv Ihr Portfoliorisiko in unsicheren Zeiten reduzieren können.
