Der Nibelungen Not
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 03. Dezember 2004 12:00 Uhr
ENL5454
*** Eine interessante Statistik zu Indien: Die gesamte Marktkapitalisierung der indischen Börse (BSE-Index) liegt bei rund 235 Milliarden Dollar.
Das entspricht (laut Zahlen der New Yorker Börse) der zusammengefassten Marktkapitalisierung von eBay, Google, Yahoo Japan, Yahoo und Amazon.
Ich würde da lieber Indien besitzen.
*** Wenigstens die Investoren der VIP Medienfonds können sich über die Sat1-Produktion "Die Nibelungen" freuen: Denn dieses angeblich "große TV-Event" (meiner Ansicht nach "groß" im Sinne von "großer Humbug") hat Traumquoten erzielt. Aus einer Pressemitteilung der VIP Medienfonds:
"Der Zweiteiler ist damit das erfolgreichste Sat.1-Event in diesem Jahr. Den ersten Teil der Saga 'Die Nibelungen – Der Fluch des Drachens' schalteten vergangenen Montag bis zu 8,8 Millionen Zuschauer ein. In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen erzielte das Epos über Liebe, Freundschaft und Verrat einen Marktanteil von 30,2 %(Reichweite hier: 4,51 Millionen). Beide Teile waren sowohl beim Gesamtpublikum als auch in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen die reichweitenstärkste Sendung des Tages."
Und diesmal schaffe ich doch den Bogen zum Thema Wirtschaft:
Denn ich habe mir angesehen, wer wirtschaftlich von dieser hohen Quote profitiert. Und da bin ich auf die Münchner VIP-Gruppe mit ihren Medienfonds gestoßen. Die ist recht kapitalstark, konnte allein im letzten Jahr rund 230 Millionen Euro einsammeln.
Die VIP Medienfonds 2 und 3 investierten laut eigenen Angaben 19,2 Millionen Euro in diese Produktion, das waren 90 % des Gesamtvolumens. Andreas Schmid, Gründer und Vorstandsvorsitzender der VIP-Gruppe, meinte dazu: "Nach den vielen Erfolgen dieses Jahres bieten wir auch mit 'Die Nibelungen' unseren Anlegern eine ausgezeichnete Renditechance. Die Produktion ist bereits in viele wichtige Auslandsmärkte verkauft worden und läuft bis auf Deutschland überall als Kinofilm."
Mein Kommentar dazu: Ein Zitat von Helge Schneider (siehe heutiges "Zitat des Tages")!
*** Dann noch eine Email von Trader's Daily-Leser Rudolf G. zu diesem Thema:
"Ich freue mich, dass es auch in der etwas jüngeren Generation noch Leute gibt, die mehr im Kopf haben als Geldverdienen, Spaßgesellschaft und political correctness. Allerdings ist das Problem nicht neu. Loriot hat schon, ich glaube in den 1960er Jahren, den 'Jungfilmer Geigersdörfer' vorgestellt, der alle möglichen historischen Figuren ohne Rücksicht auf Fakten und Zeit nach eigenem Ermessen zusammengerührt hat. Lessing schreibt übrigens in seiner Sammlung 'Laokoon', in der Antike habe in einigen Städten auf Verhunzung von Kunstwerken die Todesstrafe gestanden. Leider ist man heute davon abgekommen."
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
Michael Vaupel