Der nationale Aktionsplan
Thomas Firley in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 14. Mai 2007 17:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
Also, ich könnte wetten, dass der Ausdruck „der nationale Aktionsplan“ bei der nächsten Wahl zum Unwort des Jahres einen Platz in den Top 10 erhält. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber als ich dieses Stichwort das erste Mal hörte, dachte ich spontan an eine Epoche der Deutschen Geschichte, an die gerade wir Deutschen nicht gerne erinnert werden. Dabei verbirgt sich hinter dem „nationalen Aktionsplan“ etwas durchaus Positives:
Bei dem "Nationalen Aktionsplans zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten" der Bundesregierung geht es darum das Ernährungs- und Bewegungsverhalten zu verbessern. Durchaus sinnvoll, meine ich. Denn 45% aller Deutschen tendieren zu Übergewicht (und unterdurchschnittlicher Fitness) und jedes 10. deutsche Kind ist bereits bei der Einschulung zu fett.
Gesundheits-Bewusstsein schon im Kindergarten
Laut Plan sollen unter anderem bereits Kinder im Vorschulalter (in Kindertagesstätten) auf gesunde Ernährung und Bewegung getrimmt werden. In Bayern und Nordrhein-Westfalen haben solche Projekte bereits gestartet. Man darf auf den Erfolg gespannt sein. Ich will diesen Teilaspekt einer guten Idee nicht schlecht reden, aber können Sie sich vorstellen, dass ein vierjähriges Kind zu seiner Mutter beim Abendbrot sagt: „Ich will keine Pommes, ich will Kohlrabi-Möhren-Salat mit einem Schuss Oliven-Öl.“? Ich hätte da auch eine Idee:
Ich persönlich würde da zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Statt einem groß angelegten Projekt mit „Coaches“ (also Beratern) und „Grundsatzpapieren“ würde ich jeder Schule einfach eine arbeitslose Köchin oder einen Koch zuteilen (die lernen in der Regel, wie man gesund kocht…). Damit wäre die Arbeitslosigkeit in diesem Bereich stark eingedämmt. Der Clou:
Sobald irgendeine Stunde in einer Klasse ausfällt, begibt sich der „Schulkoch“ in das jeweilige Klassenzimmer und erklärt den Kindern etwas zu gesunder Ernährung. Und noch besser: Da in der Regel – so schätze ich aus Erfahrung - ohnehin (und mindestens) eine Wochenstunde je Klasse ausfällt, würde sogar ein geregelter Gesundheits-Unterrichtsplan Sinn machen. Natürlich könnte ich Ärger bekommen, wenn ich Ihnen sage, dass ich das tatsächlich ernst meine. Aber wenn ich recht überlege…
Machen wir Wettlauf?
Welch Glück habe ich in Punkto Ernährung mit meiner bald 12-jährigen Gerten schlanken Tochter Kathi! Warum hat sie kein Übergewicht? Ich weiß es nicht. An der Ernährung kann es nicht liegen, da wir weder ausgewogen kochen und auch nicht 5-mal am Tag kleine Mahlzeiten zu uns nehmen.
Vielleicht liegt es einfach daran, dass Kathi nach (und während) der Stillzeit ausschließlich Wasser getrunken hat und eben keine zuckerhaltigen Säfte oder ähnliches. Und möglicherweise liegt es auch daran, dass ich ein paar Jährchen später zu jeder Gelegenheit und an jedem Ort dieselbe Frage gestellt bekam: „Machen wir Wettlauf?“ Zugegeben, in der Fußgängerzone einer bayrischen Kleinstadt wirkt so ein Rennen etwas seltsam, noch ulkiger wohl in einem Kaufhaus. Aber was tut man nicht alles für ein Kinderlächeln (an die positiven Auswirkungen für Ihren Kreislauf habe ich damals gar nicht gedacht)?
Wenn Sie auch Ihre Erfahrungen mit (gesunder) Ernährung und Bewegung gemacht und einen guten Tipp parat haben, dann schreiben Sie mir doch einfach – und wenn es ein einfaches, vor allem gesundes (aber auch leckeres!) Rezept für Kinder ist. Und teilen Sie mir auch mit, ob ich Ihren Namen veröffentlichen darf/soll.
Nein, mein Börsendienst Geldanlage-Strategie soll kein Gesundheitsbrief werden, aber bis auf den Namen finde ich die Gesundheits-Aktion der Regierung recht sinnvoll und warum sollten wir (Sie und ich) nicht auch einen Teil dazu beitragen?
Noch ein Satz für Ihre Geldanlage: Sollte durch den „nationalen Aktionsplan“ (an den Ausdruck werde ich mich wohl nie gewöhnen) tatsächlich ein Ruck durch Deutschland gehen, sind schon jetzt 2 Investitionsbereiche einen Blick wert:
Wasser und Turnschuhe
Und das Wasser nicht nur als Trinkwasser ein Investitionsthema der kommenden Jahre sein wird, wissen wir alleine schon durch die horrenden Wasserprobleme in China. Aber das ist ein Thema für morgen…
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
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