Der nächste Winter kann kommen ...
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 21. Oktober 2011, 17:00 Uhr
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Nervosität prägte weiter das Geschehen an den großen Börsenplätzen in den vergangenen Tagen. Dazu trug nicht nur der heutige kleine Verfallstag an den Terminbörsen bei, sondern vor allem die Gerüchteküche um das am Wochenende stattfindende Treffen der EU-Spitze. Die Unsicherheit zermürbt immer mehr Marktakteure, die sich nichts sehnlicher wünschen, als Sicherheit für ihre weiteren Entscheidungen. Doch diesen Gefallen tun ihnen weder die Märkte noch die Politiker.
Resultat ist ein hohes Absicherungsbedürfnis. So steht der mittelfristige Durchschnitt auf die Put/Call-Ratio der US-Indizes auf einem Niveau, wie es selbst in den jüngsten beiden Rezessionen bzw. Börsenkrisen nicht erreicht wurde. Das bedeutet, die Anleger haben ihre Lektion in den vergangenen Jahren gründlich gelernt. Die Portfolios sind gründlich mit Absicherungsstrategien gegen die kommenden Stürme gesichert.
Ähnliches zeichnet sich bei den meisten Unternehmen in den jüngsten Quartalsberichten ab. Die Aussichten werden vor allem als unsicher bezeichnet, denn bei vielen stehen so hohe Auftragsbestände in den Büchern, dass sie noch nicht von einem wirklichen Einbruch der Aussicht sprechen wollen oder können. Dennoch wird allerorten von den Unternehmenssprechern betont, dass Vorkehrungen gegen einen wirtschaftlichen Einbruch bereits getroffen worden seien, denn auch dort hat man die Lektion aus den vergangenen Krisen gelernt.
Und wenn nun die kommende Wirtschaftskrise doch nicht gar so schlimm ausfällt, wie derzeit befürchtet? Was, wenn es nur eine übliche Wachstumsdelle gibt, wie sie nach einem solch starken Boom wie in den vergangene beiden Jahren nicht ungewöhnlich wäre? Wenn all die Absicherungen zu hoch wären, die bei Finanzanlegern und in der Wirtschaft bereits getätigt wurden? Dann müssten diese überzähligen Vorsichtsmaßnahmen aufgelöst werden und würden vermutlich den nächsten Boom an den Börsen und in der Wirtschaft verursachen.
Natürlich ist das nur eine kühne Spekulation vor dem Wochenende durch meine Wenigkeit. Aber wenn ich mir so manche Daten ansehe, staune ich schon etwas über die Vorsichtsmaßnahmen, welche diese anzeigen. Es ist fast so wie mit dem kommenden Winter: Aktuell spricht man überall über einen besonders strengen Verlauf und deckt sich mit Salz ein, denn die vergangenen beiden Schneeerlebnisse stecken den Menschen noch in den Knochen. Und wenn es diesmal doch nicht so schlimm kommt? Dann wird K+S nicht wieder Rekordumsätze mit dem Salz erzielen und viele Menschen auf ihren gehorteten Vorräten sitzen bleiben.