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in DAX Daily
vom


an den Börsen bliebt gestern von der sehr festen Anfangseröffnung bis zum Handelsschluss rein gar nichts mehr übrig. Vielleicht dämmerte es dem Markt, dass mit neuen Krediten - noch dazu vergleichsweise günstig und ohne wirkliche Auflagen vergeben - ein Überschuldungsproblem wohl kaum gelöst werden kann. Die Rendite richtungsweisender zehnjähriger Anleihen Spaniens legte gestern immerhin um 0,21 Prozentpunkte auf 6,38% zu. Wenn das Rettungspaket so toll gewesen wäre, hätte sie aber deutlich fallen müssen.


 

Da sind sicher wieder die bösen Hedgefonds Schuld. So wie der Wolf Schuld ist, wenn ihm ein krankes Reh direkt ins Maul springt. Nein, mit den Staatsschulden stimmt etwas nicht, das wollen wir doch nicht vergessen. Da werden auch späte Reförmchen nichts mehr viel dran ändern können. Die Meute balgt sich bereits darum, wer am meisten aus den gemeinsamen Rettungstöpfen bekommt, in die wir Deutschen nach wie vor immer brav einzahlen. Schuldkomplexe sind doch so praktisch - für die Anderen.

 

Zypern meldete gestern schon mal vorsorglich eventuellen Bedarf an. Deren Finanzminister sagte: "Wir brauchen vielleicht bald EU-Hilfen. Das Thema ist dringend. Wir wissen, dass die Rekapitalisierung der Banken bis zum 30. Juni abgeschlossen sein muss." Auch im Fall Zyperns hieß es (wie auch bei den anderen Rettungsgeldempfängern zuvor): Nein, wir brauchen nichts. Ein sicheres Indiz, wer der nächste Kandidat sein wird. Zypern wird also Nummer fünf.

 

Unterdessen scheint sich der Markt schon auf den übernächsten Kandidaten einzuschießen: Italien. Ein großer Brocken, der das nötige Gewicht hätte, die ganzen Rettungsschirmchen zu sprengen. Am italienischen Bond-Markt stieg die Rendite der Langläufer von 5,74 am Freitagnachmittag auf 6,01 Prozent. Bei Renditen über 6 Prozent waren Irland, Griechenland, Portugal und nun auch Spanien unter den Rettungsschirm gegangen. Hätten die Hedgefonds hier irgendetwas zu verdienen, wenn mit den Staatsfinanzen dieser Länder alles in Ordnung wäre? Ich glaube nicht. Gegen deutsche Anleihen spekuliert ja auch keiner (obwohl die deutschen Staatsfinanzen auch nur „vergleichsweise" gut dastehen). Sie sehen also sehr schnell, wo die Ursachen der aktuellen Schuldenkrise liegen.

 

von
Henrik Voigt
Henrik Voigt

Fundierte Börsen-Erfahrung und Wissen erarbeitet sich Henrik Voigt durch eisernes Training und tägliche Praxis als Profi-Trader. Profitieren auch Sie davon.

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Kommentar von Hartmut Fischer

Wie im Schlaraffenland nimmt sich die deutsche Weihnachtsgans selbst aus und präsentiert sich dank unseren Europa-besoffenen Politikern unseren "Partnern" gut durchgebraten und mundgerecht auf dem Tablett und merkelt gar nicht, dass sie bis auf die Knochen abgenagt wird.

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