Der Markt nutzt klare Worte – Euro massiv unter Druck
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 5. Februar 2010, 12:00 Uhr
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Der Markt hat Europa die Pistole auf die Brust gesetzt! Es scheint schon fast wie eine Drohung: wenn ihr eure Probleme mit Griechenland nicht in den Griff bekommt, dann verabschiedet euch vom Euro!
EUR/USD ist heute unter 1,37 gefallen und EUR/CHF unter 1,46 bevor - und davon gehe ich aus - die SNB sich dazu entschied einzugreifen.
Die Eurozone und ihr Griechenland-Problem
Da kann sich Papandreou noch so sehr den Mund fusselig reden, der Markt bleibt skeptisch was die Griechen angeht. Nun ist der Track-Record der Griechen was die Ehrlichkeit in Bezug auf ihre finanzielle Lage angeht auch nicht gerade der beste. Da hilft es offenbar auch nichts, dass die EU nun künftig alle drei Monate die griechischen Finanzen kontrollieren will. Armer Papandreou - aber warum sollte er auch bei den Marktteilnehmern auf offene Ohren stoßen, wenn ihm nicht einmal seine eigenen Landsleute wirklich Gehör schenken wollen. Die streiken lieber und wollen nichts wissen von Steuererhöhungen und Anhebung des Rentenalters! Trotzdem schade...ich denke nämlich immer noch, dass Griechenland es durchaus schaffen könnte, sofern ...der Markt Vertrauen schenkt und die Griechen bereit sind, für einige Zeit den harten Weg zu gehen. Doch leider ist der Mensch nicht zwangsläufig zu vernünftiger Balance zu erziehen - stattdessen liebt er Emotionen, wie Panik oder störrisches Verhalten.
Es hilft jedenfalls im Moment alles nicht viel - Euro-Gelder fließen von Süd- nach Nord-Europa oder sogar gänzlich aus der Eurozone heraus und da die Alternativen begrenzt sind, in die USA hinein. Dann kommt die zweite Welle, wenn die Kreditaufnahme in USD, JPY oder CHF zu teuer wird und die Fonds (z.B.) ihre fremdfinanzierten Positionen auflösen, was wiederum USD, JPY und CHF unterstützt.
Was wird das Ende vom Lied sein? Werden wir Griechenland den Euro wieder weg nehmen müssen und als nächstes Spanien und Portugal bitten ihre Finanzen in Ordnung zu bringen? Auch das erscheint völlig abwegig, zumindest von Seiten der EU! Vielleicht sitzen wir es erst einmal aus und warten bis sich die Gemüter schließlich wieder beruhigt haben....denn auch in schwacher Euro hat so seine guten Seiten, z.B. was die deutsche Exportwirtschaft angeht.
Dennoch scheint der Trend im Moment klar zu sein - die Zwischenerholung wurde nur zum Abzug genutzt! Und EUR/USD scheint im Moment auch keine andere Wahl zu haben als die Richtung nach unten einzuschlagen. Wenn aus den USA schwache Daten gemeldet werden, dann drückt das auf den Risikoappetit und ist positiv für den USD. Wenn aus den USA positive Daten gemeldet werden, dann heißt es wieder die USA sei auf dem Weg der Besserung und ist ebenfalls positiv für den USD. Was in Europa passiert steht nur - wenn überhaupt - an zweiter Stelle!
EUR/USD fiel, nach der Zwischenerholung am Mittwoch auf über 1,40, heute bis auf 1,3647 im Tief. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,3700. Ein Wochenschluss unter 1,3736 dürfte weiteren Abwärtsdruck für die kommende Woche mit sich bringen. Die nächsten Unterstützungen ergeben sich bei 1,3645 und hernach 1,3485. Widerstände ergeben sich bei 1,3745 und 1,3802.
Quelle: CFX-Broker
SNB interveniert
EUR/CHF fiel heute bis in den Bereich um 1,4558 bevor ein Sprung bis auf 1,4894 im Hoch dem Abwärtsstrudel erst einmal ein Ende bereitete. Zwar hat sich die SNB bislang nicht offiziell geäußert - doch ganz unter uns, wer sollte es sonst gewesen sein?! Die SNB hatte auch im letzten Jahr mehrere Male interveniert und CHF gegen EUR verkauft um ein massives Erstarken des Schweizer Franken gegenüber Euro zu verhindern. Dann gab es eine Pause! Doch offensichtlich hat die Geschwindigkeit der letzten Tage die Schweizer Nationalbank erneut auf den Plan gerufen.
EUR/CHF notiert aktuell bei 1,4693. Die Range dürfte erst einmal zwischen 1,46 und 1,47 liegen.
Quelle: CFX-Broker

