Der Markt für Online-Musik boomt
Martin Denholm in Traders Daily
vom 24. Januar 2005 12:00 Uhr
ENL5462
Der Markt für Online-Musik boomt. Das Herunterladen von Musik aus dem Internet erfreut sich seit einiger Zeit einer enormen Beliebtheit. Es ist daher kaum noch überraschend, dass Musikliebhaber in den USA und Europa letztes Jahr 200 Millionen Titel herunter geladen haben.
Es handelt sich dabei um einen äußerst bemerkenswerten zehnfachen (!) Zuwachs seit 2003. Diese Zahlen beruhen auf Angaben der International Federation of the Phonograhic Industry. Diese führt die immensen Zuwächse auf die Überfülle von neuen Online-Geschäften zurück, von denen z.B. iTunes der Firma Apple nur das bekannteste ist.
Bei 230 Online-Musikgeschäften, die 2004 für einen Gewinn von 330 Millionen Dollar aufkamen, geht die Firma davon aus, dass ihre Umsatzerlöse auch in diesem Jahr verdoppelt werden können. Welch eine Kehrtwendung für eine Industrie, die noch vor kurzer Zeit so beträchtlich unter dem illegalen Herunterladen von Musik litt! Bei einer Million Songs, die nun nicht nur legal, sonder auch schnell, einfach und zu vernünftigen Preisen (bei iTunes 0,99 Cent pro Song) herunter geladen werden können, ist der Markt eindeutig in einem positiven Wandel begriffen, wobei härtere Strafen für Übeltäter noch das übrige dazu beitragen. Sie können davon ausgehen, dass der Markt noch viel stärker expandieren wird. Gegenwärtig machen die Verkäufe digitaler Musik noch 1 bis 2 Prozent der Erträge von Musikunternehmen aus. Wenn der gegenwärtige Trend anhält, dann sollte dieser Anteil bis zum Ende des Jahrzehnts auf ungefähr 255 ansteigen.
Der britische Einzelhandelssektor erleidet die schlimmsten Verluste seit 1981
Es ist nun offziziell: Der britische Einzelhandelssektor hat die schlimmsten Weihnachten seit 1981 erlebt. Das gute alte Amt für landesweite Statistik (Office for National Statistics) hat heut die Daten bekannt gegeben.
Sie zeigen einen Verkaufseinbruch um 1 % seit November. Das alleine reichte schon aus um die Wachstumserwartung von 5,9 % für das gesamte Jahr vom November auf 3,2 % zu korrigieren. So was tut verdammt weh.
Sie können sich jedoch darauf verlassen, dass Mervyn King die zerfetzten Nerven wieder beruhigen wird. Während viele Leute alle möglichen lächerlichen und übereilten Prognosen zu den Auswirkungen des Rückgangs ziehen und sich in Vermutungen darüber ergehen, dass der Bank of England nun nichts anderes übrig bleibe, als die Zinssätze wieder zu kürzen, gab der Präsident der Bank bekannt die wahre Deutung der Ergebnisse würde kaum vor Ostern offenbar werden. Recht hat er. Warum sollten wir voreilige Schlüsse ziehen, die sich am Ende als falsch erweisen könnten.
Auch im Dezember, einer Zeit in der die Einzelhändler sich traditionell allerorten die Hände reiben können, war es für die britischen Verbraucher äußerst schwer, ihre Konsumausgaben in dem rasenden Tempo fortzuführen, das sie in den letzten Jahren gezeigt haben. Das die Konjunkturdämpfung auf diesem Sektor im Dezember stattfand bedeutet nicht, dass der Weltuntergang für die britische Wirtschaft gekommen ist.
Der Einzelhandel boomt in Neuseeland
In einem Land, das so weit von den Britischen Inseln entfernt ist, wie eben noch möglich boomt der Einzelhandel hingegen. Die jüngsten Zahlen zeigen, dass der Einzelhandelssektor in Neuseeland von Oktober bis November einen Gewinn von 0,7 % zu verzeichnen hatte. Dies liegt unwesentlich über den Erwartungen.
Dabei erwies sich die geringste Arbeitslosenquote seit 19 Jahren als wesentlicher Antrieb der Verbraucherausgaben. Dies ungeachtet der Tatsache, dass die Verbraucherpreise in dem schnellsten Tempo der letzten zwei Jahre gestiegen sind. Die Verbraucher profitieren dabei auch ohne Zweifel von einem boomenden Immobilienmarkt. Das Real Estate Institute gab bekannt, dass die Immobilienverkäufe im November um 16 % gestiegen sind, wohingegen die Preise um 11 % anstiegen.
Nun gut. Für mich ist es nun Zeit mich auf den Heimweg zu machen, da Baltimore sich an diesem Wochenende auf einen beachtlichen Schneesturm vorbereitet. Die Stadt wird dabei wie immer in blinde Panik verfallen – ungeachtet der Tatsache, dass es in jedem Jahr schneit.
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