Der liebe Gott und das Klima auf Erden I

in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
vom


von Bill Bonner

So, so you think you can tell Heaven from Hell,
blue skies from pain.
Can you tell a green field from a cold steel rail?
A smile from a veil?
Do you think you can tell?
And did they get you to trade your heroes for ghosts?
Hot ashes for trees?
Hot air for a cool breeze?
Cold comfort for change?


- Pink Floyd

Ich habe sehr schlechte Nachrichten für Sie, liebe Leser.

Ich griff gestern zur London Times und fand eine ernste Warnung ... und dummes Geschwätz. Beides kam von namhaften Wissenschaftlern, und beide Beiträge verweisen auf eine apokalyptische Hölle auf Erden – und keinen Himmel, an den man sich wenden könnte.

Weder der Himmel noch die Hölle sind eigentlich meine Themen. Geld ist mein Metier. Aber ich weiß, dass es nichts gibt, was so sehr wie die Androhung der Hölle oder die Hoffnung auf einen Himmel die Geldbörsen der Menschen öffnen kann.

Den Himmel gibt es nicht, sagt Richard Dawkins; er ist eine „Täuschung“ zitiert die Times ihn und seinen gegenwärtigen Bestseller. Dawkins weiß natürlich auch nicht besser, ob Gott existiert, als ich. Aber ihm mangelt es an Bescheidenheit; vielleicht hat er von 1980 bis 1999 wenig Gold gekauft. Vielleicht hat er 2002 viele Aktien gekauft. Oder vielleicht ist er auch einfach nur ein arroganter Esel. Doch dieser Mann scheint zu glauben, dass Gott, wenn er existierte, sich den modernen, skeptischen Wissenschaftlern zeigen müsste. Das ist im Grunde Dawkins Argument – dass Gott auf eine Weise existieren muss, die Dawkins auch verstehen kann.

„Gott ist tot“, sagte Nietzsche. „Gott hat nie existiert“, sagt Dawkins. „Gott kann tun und lassen, was er will“, sage ich.

Also lege ich diese Geschichte zu Seite und wende mich Sir Nicholas Sterns Bericht über die Hölle zu. Die Theorie derselben ist wirklich einfach. Die Welt brauchte Millionen von Jahren, um einen Vorrat an Energiereserven auf der Basis von Kohlenstoffen aufzubauen – Öl, Gas, Kohle. Innerhalb weniger Jahrzehnte sind diese Ressourcen aufgebraucht worden. Diese Fossilen Brennstoffe brachten die „Treibhausgase“ in die Atmosphäre. Vor der industriellen Revolution wurden diese Gase mit einem Anteil von 280 Teilen in einer Million gefunden. Heute sind es 440 Teile pro Million. Bis 2025 sollen es 550 Teile in einer Million sein.

Was tun diese Gase? Nun, sie scheinen dazu zu führen, dass es auf der Erde wärmer wird.

Sie werden sich erinnern, dass ich, als ich die Bedrohungen für das amerikanische Imperium auflistete, auch festgestellt habe, dass uns das Öl ausgeht. Eine friedliche Nation kann sehr gut damit leben, die Energie am freien Markt zu kaufen – sehen sie sich einfach nur die Schweiz, Europa und Japan an.

Doch ein modernes Imperium muss sein Öl unter Kontrolle behalten, sonst läuft es Gefahr, dass die Versorgungslinien von den Rivalen abgeschnitten werden. Und das ist die Lektion des Ersten und Zweiten Weltkriegs des letzten Jahrhunderts. Amerika hat heute nicht mehr ausreichend günstige Reserven für den eigenen Verbrauch. Also müssen die außenpolitischen und militärischen Strategien jetzt verzerrt werden um – wie Deutschland und Japan im Zweiten Weltkrieg – die Treibstoffwege zu schützen.

Die Welt, so wie wir sie kennen ist – mit ihrem Lebensstandard und mit ihren geopolitischen Einrichtungen –abhängig davon, günstiges Öl verbrennen zu können. Und jetzt stellen wir fest – wenn man sich dem Gewicht der wissenschaftlichen Berichte beugt – dass die Auswirkungen dieser auf Kohlenstoff basierenden Energieabhängigkeit die Zerstörung des Planeten bedeutet, auf dem wir alle leben.

Verdammt.

„Die fünf Monate von Mai bis September dieses Jahres waren die heißesten seit die Temperaturaufzeichnungen begonnen haben“, schreibt Merryn Somerset Webb in MoneyWeek. „Die Pfingstrosen blühen auf den Kanalinseln, gelbe Wegeschnecken in Northamptonshire vermehren sich, verwirrt durch die Wärme, drei Monate zu früh; überall in Großbritannien werden die Rasenflächen wöchentlich gemäht – zu einer Zeit im Jahr zu der man früher den Rasenmäher schon längst wegpacken konnte.“

Von CBS News:

„James Hansen ist vermutlich der führende Forscher zur Klimaerwärmung weltweit. Er ist Kopf des obersten NASA-Instituts, das sich mit Klimawandel befasst. Und Hansen glaubt, dass die Klimaerwärmung immer schneller voranschreitet. Er verweist auf die schmelzende Arktis und auf die Antarktis, wo die Daten zeigen, dass große Mengen an Eis im Meer verschwinden. Ist es an diesem Punkt richtig zu behaupten, dass die Menschen das Klima kontrollieren? Ist das überhaupt möglich?“

„Darüber besteht überhaupt kein Zweifel", sagt Hansen, "die natürlichen Veränderungen und die Geschwindigkeit der natürlichen Veränderungen sind winzig im Vergleich zu den Veränderungen, die die Menschen der Atmosphäre und der Erdoberfläche zufügen.“

Mitleid mit den armen Menschen in Kiribati. Diese pazifische Inselnation liegt nur 1,5 Meter über dem Meeresspiegel. Laut der Times reicht eine Erderwärmung von zwei Grad aus, um Kiribati unter Wasser verschwinden zu lassen.

Die Polkappen schmelzen ... der Meeresspiegel steigt ... Millionen von Menschen werden in Afrika an Hunger und Malaria sterben ... für bis zu vier Milliarden Menschen ist die Wasserversorgung nicht ausreichend ... und die Hälfte aller Tierarten sind vom Aussterben bedroht. Florida, New York, London und Tokio werden zu Sümpfen ... und das Pentagon geht davon aus, dass der Klimawandel zu weiteren Kriegen führen wird.

Trockenheiten, Hungersnöte, Epidemien, Kriege ... die vier apokalyptischen Reiter halten fest auf uns zu.

Wenn es doch nur einen Gott gäbe. Er könnte uns von all dem Übel befreien. Doch die Zeitungen sagen, er sei nur eine Täuschung.

Verdammt noch eins.

Doch Moment:

Gott kann uns gar nicht retten. Doch Dank sei dem Herrn für die weltweite bürokratische Elite! Ja, Sir Nicholas, beispielsweise. Er ist der einstige Chefökonom der Weltbank. Er hat vorgeschlagen, dass wenn die Welt einfach etwas Honig auf den richtigen Toast verstreichen würde, das ganze Problem schon gar nicht mehr so schlimm aussehen würde.

Investiert man 1% des weltweiten Bruttoinlandsprodukts in unterschiedliche Programme, wird man später sehr viel Geld sparen, sagt Sir Nicholas, der zweite Mann nach Al Gore und der ganzen Bande der Steuer- und Ausgabenpolitiker und Weltverbesserer.

Sogar von der Bushregierung heißt es jetzt, dass sie dem Thema mehr und mehr abgewinnen kann. Und warum auch nicht. Es steckt schließlich eine Menge Geld in diesem Thema – Geld für Forschungsstipendien ... Geld für die Kernenergieindustrie ... Geld für die alternativen Energien. Die Jungs um Bush lassen keine Gelegenheit verstreichen, Geld auszugeben, dass ihnen nicht gehört, für Dinge, die niemand wirklich braucht.

Sicherlich muss die Erderwärmung auf die britischen Politiker wie ein gelobtes Land wirken. Der Umweltminister David Miliband berichtete vor dem Unterhaus, dass „der Klimawandel die größte langfristige Bedrohung darstellt, der die Menschheit gegenüber stehen wird ... und dass sie zu mehr menschlichem und finanziellen Leid führen könnte, als der Erste und der Zweite Weltkrieg und die die Weltwirtschaftskrise zusammen.“

Um die Sache noch schlimmer zu machen, sprechen die Experten davon, dass der „Punkt, an dem das Fass zum überlaufen gebracht wird“ bald da sein wird. Wenn wir nicht sofort die richtigen Maßnahmen einleiten, dann sind wir verdammt.

Ohh la la ... Was kann der verantwortungsbewusste Bürger angesichts einer unmittelbar bevorstehenden Bedrohung durch ein ökologisches Armageddon tun? „Ökosteuern“ ließen sich leicht an die Steuerzahler weiterreichen. Weitere Bürokratie, noch mehr Kommissionen und Büros können davon ins Leben gerufen werden. Neue Regulationen werden verkündet. Neue Funktionäre kommen an die Macht.

Washington muss sehr aufpassen. Wenn der „Krieg gegen den Terror“ ausläuft, dann werden sie wenigstens etwas in der Hinterhand haben: Einen Krieg gegen die Treibhausgase.

von
Bill Bonner
Bill Bonner

Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.


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