Der Konsument – die Stütze der US-Wirtschaft
unserem Korrespondenten Addison Wiggin with in Paris in Investors Daily
vom 02. Dezember 2003 18:00 Uhr
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"Warum die Amerikaner weiter konsumieren müssen", so versucht uns ein Artikel in der New York Times zu erklären. Der allmächtige amerikanische Konsument gibt pro Jahr knapp 7,6 Billionen Dollar für Güter und Dienstleistungen aus. Im Vergleich dazu: Der amerikanische Staat gibt pro Jahr insgesamt 2,1 Billionen Dollar aus; die Unternehmen weitere 1,2 Billionen Dollar. "Nichts beflügelt die Wirtschaft mehr als die Konsumenten, und ein Rückgang der Konsumausgaben macht den Analysten Angst", so die New York Times.
In dem Artikel wurden die 227 Quartale seit 1947 untersucht. Das Ergebnis: "In nur 20 dieser Vierteljahre führte ein Rückgang oder eine Schwäche der Konsumausgaben zu einem Rückgang des Wirtschaftswachstums. Meistens passierte das in den früheren Jahrzehnten. Nur drei Mal in den letzten beiden Jahrzehnten gingen die Konsumausgaben stark genug zurück, um die Wirtschaft zu schädigen – zweimal während der Rezession von 1990/1991 und einmal, als die langsame Erholung danach in Gang kam."
Aber was wird dieses Jahr passieren? Wie man sich denken kann, ist die allgemeine Meinung – nun, rosig. Der Chefvolkswirt der Bank of Amerika proklamiert zuversichtlich: "Der wirtschaftliche Aufschwung hat Stehkraft."
Im derzeitigen Szenario müssen sich die Konsumenten einfach immer weiter verschulden, bis sich die Schulden auf ihren Kreditkarten in Hunderttausende neue Jobs verwandeln. Das haben die amerikanischen Konsumenten seit 1947 immer relativ leicht geschafft – warum nicht auch dieses Mal?
Natürlich könnten nachdenkliche Investoren sich diesen Trend ansehen und denken "Hmmmm ... das ist ein Trend, der nicht immer so weitergehen kann." Und ein solcher Investor könnte daran denken, mit Put-Optionsscheinen auf Einzelhandelsunternehmen Geld zu verdienen. Aber Vorsicht: "Bärenmärkte sind gewalttätiger als Bullenmärkte", schreibt mein Freund Dennis Gartman.