Der gute Krieg
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 5. Februar 2009, 10:19 Uhr
ENL5454
Die Washington Post berichtet, dass der Krieg gegen den Terror vorbei sei. Es wurde kein Waffenstillstand bekannt gegeben. Es wurden keine Verträge unterzeichnet. Die gesamte Sache wurde einfach still fallengelassen, wie eine abgebrannte Zigarette. Zu schade. Es war mein Lieblingskrieg.
In den wenigen Worten, die nun folgen, will ich erklären, warum. Aber zuerst einige Hintergründe:
„Die Geschichte der Welt ist nicht anderes als die Biografie großer Männer", war Thomas Carlyles Beitrag zu diesem Genre. Aber ich vertrete eher die Ansicht, dass wenn ihre Stunde kommt auch die Männer kommen, wenn es um die Geschichte geht. Wenn etwas getan werden muss... findet sich immer ein Clown, der dumm genug ist, es zu tun. Osama bin Laden war so ein Mann."
„Wir werden Amerika bis an den Punkt des Konkurses ausbluten", das war, was er im Sinn hatte, sagt er auf einem Video-Tape. Er hat sogar nachgerechnet. „Jeder Dollar, der von Al Kaida ausgegeben wird, um die Vereinigten Staaten anzugreifen, hat Washington eine Million Dollar in wirtschaftlichen Verlust und für Militärausgaben gekostet", heißt es in diesem Bericht.
„Wir haben zusammen mit den Mudschaheddin [in Afghanistan] Russland zehn Jahre lang ausgeblutet, bis das Land Konkurs anmelden musste... und genauso werden wir diese Politik angewendet, um Amerika bis zum Punkt des Konkurses auszubluten."
Wie viele Generationen werden noch von bin Ladens Triumph erzählen? Er hat nicht nur ein Imperium in die Knie gezwungen sondern zwei. Seine Bande von Terroristen hat die Sowjets wie ein Blutegel so gründlich ausgesaugt, dass das Land ohnmächtig wurde. Es war kein Zufall, dass die Sowjets Afghanistan im gleichen Jahr verloren haben, in dem auch ihr Imperium auseinander fiel. Und dann haben sie diese Herausforderung an die „wahre Liebe" Amerika weitergegeben.
Der Angriff auf das World Trade Center hat einen Todeswunsch ausgelöst. Die Regierungen waren in höchste Alarmbereitschaft versetzt; die Amerikaner kauerten in ihren Häusern und haben die Fenster und Türen gegen biologische Angriffe versiegelt.
Die Angreifer vom 11. September hätten von einfachen Gendarmen verfolgt werden können - und das zu Kosten, die man vernachlässigen kann. Stattdessen hat die Bush-Regierung in der allgemeinen Panik entschieden, aufs Ganze zu gehen. Und damit hat das größte Konjunkturpaket seit dem Zweiten Weltkrieg seinen Anfang genommen - in Hast und Täuschung.
Der Bundeshaushalt bewegte sich vom größten Überschuss zu den größten Defiziten. Die Zinssätze wurden auch gesenkt - auf Notfallsätze von 1%. Innerhalb von 24 Monaten wurde die Blase an der Nadsaq durch noch viel größere Blasen ersetzt - bei Immobilien, Finanzen, Derivaten, Kunst, Private Equity, den Gehältern der Geschäftsführer, den Studentenkrediten und anderen Formen der privaten Schulden.
Letzten Endes hat Osama den dicksten Mann der Welt dazu verleitet, noch einen weiteren Éclair zu nehmen. Der Donner, der in den vergangenen 18 Monaten von den Finanzmärkten zu hören war, ist das Geräusch seiner explodierenden Magengegend.
Ich schreibe hier jedoch nicht, um mich über Osama bin Laden oder die Reaktion der Regierung Bush zu beklagen. Wenn es um Krieg oder Ehebruch geht, dann ist die Täsuchung manchmal besser als die Sache selbst. Und mit Sicherheit sicherer.
Beim Krieg gegen den Terror hatte der Feind keine Panzer... keine Flugzeuge... keine Schiffe... keine Armeen... keine gefeierten Strategen... keine berühmten Generäle... keine fortschrittlichen Waffen... keine Militärkultur... keine Ledertrenchcoats... keine polierten Helme... keine Schlachtrufe... Das Problem war, dass es schon schwer war, den Feind überhaupt zu finden. Das Heimatschutzministerium der Vereinigten Staaten führte auf der Suche nach ihnen drei Milliarden Flughafeninspektionen durch.
Ich kann mich erinnern, dass ich so gründlich abgetastet wurde, dass ich das Gefühl hatte, ich müsste ein Trinkgeld geben. Aber wie viele feindliche Krieger glauben Sie, hat man so geschnappt? Nicht einen einzigen.
Es gibt zwei Möglichkeiten. Die erste ist, dass die Sicherheitsprozeduren so furchteinflößend sind, dass die Terroristen nicht mehr gewagt haben, etwas auszuprobieren. Die zweite ist, dass es gar nicht wirklich so viele Terroristen gibt - zumindest nicht in den Vereinigten Staaten.
Aber man kann das auch mit dem Ersten oder dem Zweiten Weltkrieg vergleichen... oder sogar mit dem Spanisch-Amerikanischen Krieg. Der Krieg gegen den Terror hat ein ganzes Land in einer „Großen nationalen Sache vereint... zu großen Kosten, unter hohem Schaden für die Verfassung und mit vielen Unannehmlichkeiten, aber ohne wirklich irgendwelches wahres Leid zu verursachen.
Zugegeben, einige glücklose Muslime wurden am falschen Ort zur falschen Zeit gefasst und gefoltert. Und ja, die Polizisten in London haben einen brasilianischen Elektriker erschossen. In den Vereinigten Staaten haben sich die jungen Paare nicht so umarmt wie im Zweiten Weltkrieg, d.h. so, als würde es kein Morgen geben.
Stattdessen haben sie ihr Geld ausgegeben, als würde es kein Morgen geben. Kein Zweifel, ihr verzweifeltes Geldausgeben hat zum Konkurs des gesamten Systems der Blasenfinanzen beigetragen.
Aber verglichen mit dem Leid eines echten Krieges war der Krieg gegen den Terror erfreulich. Und soweit ich weiß, hat das Ministerium für Heimatschutz kein einziges Opfer zu beklagen. Es gibt nicht einmal selbst beigefügte Wunden. Keine Exekutionen wegen Hochverrats. Und es wird kaum von Fällen berichtet, in denen jemand in Angesicht des Feindes geflohen wäre... oder kollaboriert hätte... oder von Fällen der Sabotage.
Was für eine Schande, dass man einen so wunderbaren Krieg ohne Siegesparaden einfach zu Ende gehen lässt. Einige der Beteiligten sollten wenigstens Medaillen für ihren Mut unter Beschuss erhalten... oder für außergewöhnlichen Heldenmut.
Vielleicht gibt es einen Sonderpreis wie für die Sonderagenten, die Tamera Jo Freeman gefangen genommen haben. Eine „Black Heart" Medaille wäre vermutlich angemessen. Die Frau war auf einem Flug nach Denver, als ihre Kinder in einen Streit gerieten.
Sie hat beiden den Hintern versohlt... und dann haben ihr die Beamten des Heimatschutzes Handschellen angelegt. Sie wurde einer „terroristischen Tat" beschuldigt, verbrachte drei Monate im Gefängnis und hat das Sorgerecht für ihre Kinder verloren.
Und es sollte auch eine Medaille für den Bullen aus dem Pentagon geben, der den langen Arm des amerikanischen Gesetzes bis über den Atlantik reichen ließ, auf die Schultern von Gary McKinnon. Mr. McKinnon glaubt, wie der Bürgermeister von London am Dienstag berichtete, an UFOs. Und um zu beweisen, dass das amerikanische Militär Informationen über Außerirdische zurückhält, hat er sich in die Computer des Pentagon gehackt... dort hat er eine Nachricht und seine E-Mailadresse hinterlassen. Die Nachricht lautete: „Ihre Sicherheit ist Müll".
Man hat ihm für diese nützliche Feststellung nicht gedankt. Stattdessen hat das Verteidigungsministerium wohl einen Beratervertrag von einer Milliarde Dollar abgeschlossen, damit ihnen jemand sagt, dass die Sicherheit Müll ist... und einen Haftbefehl ausgestellt, in dem McKinnon des Terrorismus angeklagt wird. Diese Art von Diensteifer, der weit über die Pflicht hinausgeht, sollte anerkannt werden.
Also bildet Bataillone der Veteranen! Versammelt Legionen von Gepäckinspektoren und denen, die die Metalldetektoren bedienen... und all die tausenden von Ermittlern, die in den fünf Jahren zerrieben wurden, in denen sie den Spuren ins Nichts gefolgt sind!
Verkleidet sie in frischen, sauberen Uniformen... und gebt ihnen einen Moment des Ruhms. Steckt ihnen Medaillen auf die Brust. Und dann soll es einen fröhlichen Marsch auf der Fifth Avenue geben. Säumt die Straßen. Gebt ihnen ein kräftiges Hurra und dann lasst sie vorbeimarschieren. Werft Konfetti auf sie. Junge Mädchen werfen sich an sie heran... und sie bekommen einen Kuss! Und dann schickt sie nach Hause.