Der große Bullenmarkt bei Rohstoffen, damals und heute
Doug Casey in Traders Daily zum Thema Rohstoffe
vom 19. Oktober 2005 12:00 Uhr
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Ein schnelle Auffrischung: der letzte große Bullenmarkt bei Rohstoffen, ungefähr zwischen 1971 und Anfang 1980, erlebte, unter anderem, einen Anstieg bei Gold um 2.390 %, bei Silber um 3.487 % und bei Rohöl um 1.153 %.
Natürlich hat eine ganze Reihe von geopolitischen und wirtschaftlichen Faktoren zu diesen Gewinnen beigetragen. In einem Versuch etwas Struktur da hinein zu bringen, will ich ihnen an einer Reihe von Punkten zeigen, was meine persönliche Schablone für lohnende Anlagen ist, um daran den Rohstoffsektor heute mit dem aus den Siebzigern zu vergleichen.
Personen
In den Siebzigern war "Bergbau" noch nicht ein so schmutziges Wort, wie es in der politisch korrekten Welt von heute zu sein scheint. Damals war es ein absolut anerkannter Karriereschritt, einen Abschluss in Bergbau oder Geologie zu machen und man konnte sich an allen großen Universitäten in diesen Bereich einschreiben. Heute sind Studien im Umweltschutz bei vielen Studenten die erste Wahl, während die Geologiestudiengänge entweder teilweise oder vollständig geschlossen wurden. In der Folge setzen sich heute deutlich mehr "Geos" zur Ruhe, als "Geos" ihren Abschluss machen. Man kann das bei jedem Zusammentreffen von Bergbauleuten merken. Es ist ein Meer von grauhaarigen Leuten oder von Leuten ganz ohne Haare. Das ist für die Bergbaufirmen vielleicht schlecht, für die Investoren kann es gut sein, der Mangel an erfahrenen Geologen und Bergbauprofis schränkt die Möglichkeiten zur Entdeckung neuer Lager ein und hält die Bestände gering. Das macht es uns auch leichter, viel versprechende Firmen zu finden: es sind diejenigen, die die besten Talente anziehen. Diese Leute schreiben ihre eigenen Tickets im gegenwärtigen Markt und es zieht sie alle in die aussichtsreichsten Unternehmen.
Politik
Im August 1971, nach den Jahren von Johnsons "guns and Butter"-Politik und der daraus resultierenden Inflation, hat Nixon den Goldpreis von der Leine gelassen. Nixons Schritt hatte nichts mit einer Befürwortung der freien Märkte zu tun; die hätten ihm nicht gleichgültiger sein können – wie er mit der gleichzeitigen Einrichtung von idiotischen Lohn- und Preiskontrollen unter Beweis stellte. Eigentlich ging es dabei nur darum, die Europäer zu betrügen, die die immer wertloser werdende amerikanische Währung gegen Gold für 35 Dollar eintauschten. In einem klassischen Fall von unbeabsichtigten Konsequenzen, verlor der Dollar gegenüber dem Gold mehr und mehr an Boden und das schneller, als Nixon es für möglich gehalten hätte.
Die Siebziger erlebten auch die Eskalation der Kosten für den Vietnamkrieg, das Ölembargo durch die OPEC als Antwort auf die Einmischungen Amerikas im Mittleren Osten, allgemein unterbewertete Rohstoffmärkte und große Regierungsdefizite. Für all das gibt es heute noch ernstere Gegenstücke.
So haben wir heute zum Beispiel eine "hedonistisch angepasste" (das soll heißen, eine willkürlich angepasste oder politisch korrigierte) Inflationsrate, die offiziell relativ niedrig ist, aber von der viele Experten, darunter auch ich, glauben, dass sie in Wirklichkeit viel höher ist. Und dann haben wir natürlich den ewigen Krieg gegen den Terror, wir sind im Mittleren Osten vollständig verwickelt und es gibt Bedrohungen der Ölvorräte aus dem Irak (und, irgendwann vielleicht auch aus Saudi Arabien und Venezuela) – all das sind nicht beabsichtigten Konsequenzen einer kriegslustigen Außenpolitik seit Teddy Roosevelt.
Nehmen wir an, dass diese Art der Innen- und Außenpolitik der Siebziger Jahre auch heute stattfindet, dann haben wir gute Gründe zu denken, dass die Preise genauso wie vor dreißig Jahren steigen werden. Auch heute fangen sie von einem ähnlichen Tiefpunkt aus an.
Eigentum
Die geringe Grundlage an "Eigentum" ist wichtig. Viele Leute glauben, dass die Rohstoffpreise heute teuer sind. Wenn man jedoch die Preise an die Inflation angleicht, dann sind die die wichtigsten Rohstoffe heute tatsächlich billiger als zu dem Zeitpunkt, als der letzte Bullenmarkt seinen Höhepunkt erreichte. Das gegenwärtige Rekordhoch bei Öl von 68 Dollar beträgt in den Dollar von 1981 nur 31,63 Dollar. Damals erreichte Öl mit 38,34 Dollar seinen höchsten Preis. Gold ist mit 440 Dollar nur 185 der Dollar von 1980 wert. Damals erreichte es den Höchstwert von 850 Dollar. Tatsächlich liegt Gold mit 440 Dollar heute auf dem geringsten Wert in 30 Jahren ... abgesehen von der Periode zwischen 2000-2003 als es seinen Tiefstwert erreichte.
Kupfer ist heute mit 1,73 Dollar nur halb so viel wert wie der Höchstwert von 1980. Das soll nicht heißen, dass die Preise zeitweilig noch stärker fallen könnten – kurzfristig bin ich, was den allgemeinen Pessimismus in der amerikanischen Wirtschaft anbelangt, besonders besorgt hinsichtlich der unedlen Metalle – aber dennoch ist das Bild, das für die folgenden Jahre bei den Rohstoffen entsteht, bullish.
Dafür spricht auch die Tatsache, dass es in den letzten 20 Jahren keine wirklich großen Ölentdeckungen gegeben hat und dass auch die großen Mineralerzvorkommen immer knapper werden, ganz besonders für die Edelmetalle. Damit stellt sich die Frage: wird sich in Zukunft ein Phänomen wie das für Öl auch für die Industriemetalle entwickeln.
Ein achtzigseitiger Bericht, der von JP Morgan am 24. Januar 2005 veröffentlicht wurde, sagt für dieses Jahr sinkende Goldproduktion in Südafrika und Nordamerika voraus und stellt fest: "Wir glauben, dass der stärkste Motor für Goldpreise im kommenden Rückgang der Goldproduktion zu suchen ist." Dieser wachsende Engpass beim Angebot, verbunden mit einer gesteigerten Nachfrage durch individuelle und institutionelle Investoren, könnte die Umwälzung sein, die Gold noch in diesem Jahr auf über 500 Dollar steigen lässt. Sicher, die Firmen, denen wir im International Speculator folgen, die tatsächlich Ressourcen im Boden haben – oder die gut darin sind, diese zu finden – werden ein Vielfaches der Gewinne einfahren, die durch diese Rohstoffe selbst erzielt werden.
Andererseits führen der Zusammenbruch der Sowjetunion und die Öffnung der dritten Welt dazu, dass uns heute riesige Gebiete für weitere Erforschungen offen stehen. Heute gibt es auch neue Forschungs- und Produktionstechnologien, die 1970 einfach noch nicht zur Verfügung standen (um nur eines zu nennen, heute nutzt man Satelliten, um Mineralisierungen zu entdecken). Und dann gibt es auch noch China, dem Namen nach kommunistisch, aber in der Praxis kapitalistisch. Ich habe keinen Zweifel, dass China ein großes geologisches Potenzial hat, und ich verfolge gerade einen besonders unterbewerteten kanadischen Junior, der in diesem Land ein großes Goldlager hat.
Bei den richtigen Rohstoffpreisen gibt es da draußen wirklich eine unbegrenzte Menge an mineralischen Reichtum. Aber die Minen sind nicht so wie McDonalds. Man kann sie nicht an einer beliebigen Straßenecke in wenigen Wochen zusammenzimmern. Normalerweise dauert ein typischer Entdeckungszyklus – d.h. die Zeit, die es dauert, ein Mineralerzvorkommen zu finden und einzuschätzen – zwei Jahre. Wenn sich das Land als wirtschaftlich erweist, dann muss die Firma sich einem langwierigen und bürokratischen Zulassungsprozess unterziehen (und z.B. sicherstellen, dass es auf dem Gelände keine vom Aussterben bedrohten Salamander gibt) Sie müssen auch einen ausführlichen und teuren Bohr- und Minenplan erstellen, um einen Tauglichkeitsbericht für das Bankwesen zu erstellen und einen kleinen Berg an Bargeld zusammenbringen, um den Prozess am Laufen zu halten.
Die Kernaussage ist, dass es eine lange Zeit braucht, eine Mine in Betrieb zu nehmen, was bedeutet, dass für viele Metalle, das Angebot nicht nur relativ, sondern absolut undehnbar ist.
Das Bild der Nachfrage.
Sicher, damit die realen Preise steigen, muss die Nachfrage das Angebot übersteigen. Auf der Seite des Angebots ist die Situation für Silber, Kupfer, Nickel und Gold extrem bullish – bedeutende neue Minenproduktionen sind bei diesen Metallen in der nächsten Zeit unwahrscheinlich. Aber wird die Nachfrage auch weiterhin steigen?
Wie viele Leser wissen, glaube ich, dass Rohstoffe sich letzten Endes in Richtung Null bewegen (wenn die Nanotechnologie und die anderen großen Technologien ihre Möglichkeiten voll ausschöpfen) Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.
An diesem Punkt des Superzyklus haben mehr Leute Zugang zum Markt als je zuvor und sie steigern ihren Lebensstandard und steigern damit auch die Nachfrage nach Rohstoffen. Hunger war in den Siebzigern ein weit verbreitetes Phänomen; heute entwickeln sich die ehemals hoffnungslosen Fälle wie China und Indien zu den treibenden Kräften der Weltwirtschaft. Solche Entwicklungen gehen nie glatt über die Bühne und ich mache mir Sorgen, dass die Abkühlung der Weltwirtschaft sich auf viele Dinge auswirken könnte – ganz besonders auf die unedlen Metalle. Aber langfristig ist die Frage nicht, "ob" die Nachfrage nach Rohstoffen steigen wird, sondern nur "wie schnell?"
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