Der grose Irrtum
Daniel Fehring in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 08. August 2006 08:30 Uhr
ENL5462
Der grosse Irrtum
Es wird auf dieser Welt über kein Thema mehr geschrieben als über unsere geliebten Zinsen. Wenigstens beschäftigen die Erfinder der Zinsen uns nicht nur mit ihren Kriegen.
Es ist erstaunlich! Viele befinden sich immer noch in dem Glauben, dass Volkswirtschaften mit einem Basiszins gesteuert werden. Das ist ein Aberglaube. Volkswirtschaften werden mit dem Ausblick auf Ihr mögliches Wachstum und Stärke gesteuert.
Es spielt überhaupt keine Rolle, ob ein Basiszins bei 2,75% oder 3,25% liegt. Ansonsten müsste der USD nach den 17 Zinserhöhungen schon mächtig an Wert gegenüber den anderen Währungen gewonnen haben. Nichts der gleichen war der Fall.
Die ganze Diskussion über die Zinsen ist reine Makulatur. Es wird behauptet, das Kapital sucht sich immer den besten Anlageweg. Ich könnte im Moment nicht erkennen, dass es den Weg in den USD sucht, trotz hoher Zinsen.
Heute Abend ist es wieder so weit. Der Offenmarktausschuss der USA wird eine Entscheidung treffen, ob der Basiszins das 18. Mal in Folge angehoben wird oder nicht. Die Presse weiss über nichts anderes mehr zu berichten.
Es geht ein wenig an meine Schmerzgrenze, da es erstens keine Zinserhöhung geben wird und zweitens keinen Effekt auf unsere Wirtschaft haben würde. Alleine die Anzahl der Erhöhungen von 17 Mal zeigt doch, dass das schrittweise Vorgehen vollkommen uneffektiv ist. Wenn ich schon weiss, das die Inflation steigen wird, dann gehe ich doch in die Vollen und erhöhe das Zinsniveau mehr als nur 0,25%.- Mich würde mal interessieren wie die Notenbänker unserer Welt auf den Wert 0,25% kommen. Es könnte genauso gut 0,35% sein.
Wenn heute Abend das Zinsniveau unverändert bleibt, dann sehe ich schon wieder die Diskussion entbrennen, wann die nächste Zinserhöhung sein wird. Es ist schön zu sehen wie sich die Menschen beschäftigen können. Hauptsache sie kümmern sich nicht um die wichtigen Dinge dieser Welt.
Die Märkte
Die Umsätze sind durch die Ferienzeit extrem zurückgegangen. Daher verlaufen die Kurse in wesentlich ruhigeren Bahnen wie sonst.
EUR/USD hatte nicht die Kraft einen erneuten Anlauf auf 1,29 zu nehmen und bröckelte heute Nacht bis auf die Marke von 1,2808. Am heutigen Morgen setzte eine Seitwärtsbewegung ein.
EUR/JPY zeigte gestern ein "Deja Vue" auf. Punktgenau scheiterte der Kurs an der Marke von 148. Mittlerweile werde ich aber ein wenig misstrauisch. Sicherlich geht der Kurs im Moment nicht über 148, aber er fällt auch nicht massgeblich. Daher könnte es gut sein, dass wir in naher Zukunft mit einer schnellen Bewegung diese Hürde nehmen, auch wenn es gegen meine Überzeugung ist. Aber an der Börse soll man ja nicht denken, sondern handeln.
Herzlichst
Daniel Fehring
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