Der grösste Energiekonzern der Welt sammelt Kapital über die Börse
Daniel Fehring in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 20. Oktober 2006 08:30 Uhr
ENL5462
So haben sich die Zeiten geändert. Die grössten Konzerne unserer Welt sind nicht in dem Land der Superlative, in den USA, sondern in Russland.
Erst vor kurzem gab es eine Mega-Emission in Russland und schon gibt es die nächste. Unified Energy System (UES) will für 10 Mrd. USD Aktien ausgeben. Dies ist mit Sicherheit auch notwendig, wobei die Betonung auf Sicherheit liegt. Die technischen Anlagen in Russland sind zum Teil marode.
Was aber mit dem Rest des Kapitals geschieht, ist noch nicht bekannt. Böse Zungen behaupten, dass wieder einige Funktionäre einen guten Schnitt machen werden. So negativ sollte man aber nicht denken. Ich bin sicher, dass der Börsenerlös ausschließlich den Investitionen der Firma zugute kommen wird. Manche behaupten sogar, dass die Börsengänge in Russland erst Mode geworden sind, seit dem die westlichen Subventionen versickert sind. Irgendwoher muss ja das Geld kommen.
Aber im Ernst, es stehen sehr viele Grosskonzerne für einen Börsengang bereit. Meist ist der staatliche Anteil an diesen Firmen sehr gross und somit kann der russische Finanzminister sich glücklich schätzen. Natürlich hat man im Vorfeld dafür gesorgt, dass der staatliche Anteil der grösste ist. Ich glaube sogar Donald Rumsfeld könnte von Putin noch einiges lernen. Kein wunder, Rumsfeld war ja auch nicht beim Geheimdienst.
Wer wird der nächste sein. Im Gespräch ist der Röhrenhersteller TMK. Dies wird sich aber erst Mitte November entscheiden. Die Taktik ist meist die gleiche. Die Russische Regierung versucht, ausländische Investoren für ca. 50% der Platzierung zu finden. Erst dann werden Einzelheiten bekannt gegeben. Bekannt ist auch, dass es einen Russlandaufschlag gibt. Der buchhalterische Wert stimmt nie mit dem reellen überein. Ausländische Investoren wissen, dass sie „gelöffelt“ werden, nehmen dies aber in Kauf, um auch in Zukunft einen Fuss in Russland zu haben. Das gleiche Phänomen hatten wir vor wenigen Jahren in China.
Offen gesprochen, ich bin ein wenig misstrauisch. Ich kann mich noch vor vier Jahren erinnern, wie der stille und unheimliche Putin das Unternehmen Surgutneftegaz von heute auf Morgen wieder verstaatlichen wollte. D.h. alle Aktionäre wären über Nacht enteignet worden. Normalerweise sollten ausländische Investoren keinen Aufschlag sondern einen Risikoabschlag erhalten.
Japan und USA sind sich einig
Im Gegensatz zu Deutschland gibt es zwischen USA und Japan seit Jahren keine ernsten Diskussionen. Man könnte fast meinen, diese zwei Nationen sind miteinander verheiratet. Condoleezza Rice hat dies der japanischen Führung auch noch einmal bestätigt, dass die USA mit uneingeschränkter militärischer Macht in der Nordkoreafrage hinter Japan stünde.
Schön zu wissen für die Japaner. Das spart ein wenig Wettrüsten mit den Nachbarn. Traurig ist nur, dass das Embargo gegen Nordkorea nur wenig Wirkung zeigen wird. Der Handel über die chinesische Grenze ist nach wie vor im vollen Gang. Die Nordkoreaner sind eh mit die Ärmsten auf dieser Welt, somit wird es Nordkorea nicht sonderlich beeindrucken, wenn einige westliche Güter wegfallen werden.
Ich wünsche uns allen einen erfolgreichen Handelstag.
Herzlichst
Daniel Fehring
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