Der Goldpreis und die Geldmenge
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Goldpreisentwicklung
vom 27. Dezember 2006 20:45 Uhr
ENL5462
In den letzten 20 Jahren stagnierte der Goldpreis aber die Geldmenge in den USA stieg um mehr als 200%.
Liebe Leser,
der Goldpreis befindet sich momentan in einer Korrektur. Aktuell notiert eine Unze Gold bei 633 US-Dollar. In den letzten 12 Monaten stieg das Gold damit in US-Dollar gerechnet um 23 %. Für dieses Ergebnis hätten Sie mit US-Staatsanleihen rund 4 Jahre warten müssen und Sie hielten dennoch lediglich einen Zettel mit einem Zahlungsversprechen der bankrotten US-Regierung in der Hand. Es kommt also ganz auf den Blickwinkel an. Ich meine, dass 23 % in 12 Monaten ein vorzeigbares Ergebnis sind und für eine langfristige Anlage in Gold sprechen. Wenn Sie mich jetzt fragen wohin der Goldpreis in den nächsten Tagen gehen wird, dann lautet meine Antwort schlicht und einfach, ich weiß es nicht.
Vom Zeitablauf her könnte sich diese Korrektur noch ein paar Wochen fortsetzen und den Goldpreis auch noch auf 580 bis 600 US-Dollae je Unze drücken. Aber wie gesagt, dass ist alles nur kurzfristig und für diese Zeitebenen gibt es wohl bessere Spekulanten, als mich.
Grundsätzlich gilt: Die USA bereiten sich meiner Meinung nach auf die Hyperinflation vor. Seit wenigen Monaten wird die Geldmenge gemessen in der Einheit M3, worunter neben Bargeld auch die Einlagen fallen nicht mehr ausgewiesen. Grund für das Ende der M3 Statistik sind offiziell die hohen Kosten, die mit der Erstellung zusammenhängen.
Ich denke, dass diese Aussage ein ziemlicher Blödsinn ist. Schliesslich gibt es tausende Statistiken, deren Erstellung Unsummen kostet und ausgerechnet die Statistik zur Geldmenge will man einsparen. Das ist Augenwischerei und soll nur darüber hinwegtäuschen, dass die Geldmenge in den letzten Jahrzehnten wesentlich stärker (um das doppelte bis dreifache) zugenommen hat, als das Wirtschaftswachstum.
Noch eindrücklicher finde ich die Loslösung des Anstiegs der Geldmenge von der Inflationsrate, die Sie am Chart sehen können. Bis Ende der 80er Jahre lag die Inflation in den USA gleich auf mit der Geldmengenentwicklung. Das ist auch verständlich, denn wenn es mehr Geld gibt müssen auch die Preise für die Güter steigen, wenn die Menge der Güter nicht mit dem Geldmengenwachstum Schritt hält.
Die rote Linie zeigt die M3 Entwicklung und die blaue Linie die Inflationsrate.
Vor dem Ende der Berechnung von M3 stieg diese mit einer Jahresrate von 8 Prozent.
Sie sehen also, dass der Goldmarkt trotz aller Schwankungen fundamental auf sehr gesunden Beinen steht.
Doch welche Hauptfaktoren werden dazu führen, dass das Gold noch auf 1000 US-Dollar, 2000 US-Dollar oder sogar mehr steigen wird?
Zuerst einmal haben wir es aktuell mit einem Nachholeffekt zu tun. Die Preise für sämtliche Vermögenswerte ob Aktien, Anleihen, Immobilien, Kunstgegenstände, Rohöl und vieles mehr haben sich seit Jahren verteuert. Gold steht diesen Anstiegen immer noch zurück. Ein ausgeglichenes Niveau wäre bei rund 1000 bis 1500 US-Dollar je Unze erreicht. Ein mittelfristig (12-24 Monate) realistisches Ziel.
Doch ich erwarte, dass das Gold darüber hinaus in eine Super-Hausse münden wird. Die Investitionsnachfrage hat gerade erst begonnen zuzunehmen. Noch immer haben die Zentralbanken die Wichtigkeit von Gold noch nicht erkannt und verleihen riesige Mengen an Gold. Analysten schätzen, dass heute immer noch rund 10.000 bis 15.000 Tonnen Gold von den Zentralbanken verliehen wurden. Dieses Gold wird zu Zinssätzen von 0,10 Prozent verliehen. Viele Spekulanten haben sich dies zu Nutze gemacht und Gold von den Zentralbanken am Markt verkauft, um es zum Beispiel in US-Dollar Anleihen zu investieren, die rund 5 Prozent Zinsen pro Jahr einbringen.
Auf den ersten Blick ist das ein gutes Geschäft. Aber nur dann wenn die Goldpreise nicht steigen, wie sie es zurzeit tun. Dann verteuert es nämlich den Rückkauf des Goldes für die Spekulanten und alle Zinsen werden durch den Verlust auf der Position aufgefressen. Da jedoch die laufenden Einnahmen aus diesem Zinsdifferenzgeschäft nach wie vor positiv sind, decken die Spekulanten ihre Positionen nur sehr zögerlich ein. Wann diese Eindeckungen erfolgen kann ich nicht mit Sicherheit sagen, aber wenn sie kommen wird dies den Goldpreis sicher noch weiter beflügeln und dann sind selbst 2000 US-Dollar keine Utopie.
Die Kernfrage lautet schlussendlich aber was mit den angehäuften US-Dollars der Asiaten passiert. Die ja ebenfalls teilweise ins Gold umgeschichtet werden könnten. Darauf komme ich im morgigen Newsletter zu sprechen.
Ihr
Andreas Lambrou

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