Der Glaube an eine Jahresendrallye
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 12. November 2009, 08:30 Uhr
ihre anfängliche Stärke konnten die Wall Street-Indizes nicht bis zum Ende demonstrieren. Es bleibt aber ein moderater Gewinn übrig. Ebenso bleibt es dabei, dass die Marktteilnehmer wieder risikobereiter sind. Die Hoffnung auf dauerhaft niedrige Zinsen, aber auch überwiegend erfreuliche Unternehmenszahlen spielen den Anlegern in die Karten, die fest an eine Jahresendrallye glauben.
Heute morgen belasten einige Unternehmensmeldungen. Um Sky Deutschland ist es noch schlechter bestellt, wie von Experten ohnehin befürchtet wurde. Auch Q-Cells, der Solarzellenhersteller, kann die Erwartungen nicht erfüllen. Auch wenn der Dax davon nicht direkt betroffen ist, es zeigt seine Wirkung. Der deutsche Leitindex wird zum Handelsstart einige Punkte abgeben müssen.
Strahlende Gesichter
Die gestrigen Trades verliefen durchwachsen, dafür war die zweite Tageshälfte umso schöner. Wie immer, so war es auch in diesem Jahr: Es herrschte eine herrliche, romantische Atmosphäre beim Martinsfest. Nicht nur die Kinder waren glückselig und selbst der Glühwein, den ich sonst eigentlich verabscheue, hat geschmeckt.
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen habe ich auch diesmal ein paar Werte genauer für Sie unter die Lupe genommen. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades. Natürlich werden sich im Laufe des Handelstages auch noch andere interessante Trading-Chancen ergeben. Wie sich der Handelstag dann genau entwickelt hat, erfahren Sie in der Abendausgabe gegen ca. 18.30 Uhr.
Dax (DAX.I): die Entscheidung war richtig
Einen Trade habe ich nachzureichen. Mit dem Überwinden des Widerstandsbereichs um 5.670/75 Punkten wurde mein Long-Szenario aktiviert. Zu 5.682,5 Punkten eröffnete ich eine Long-Position. Doch bereits bei 5.700 Punkten endete die kurze Aufwärtsbewegung. Als dann auch der nächste Versuch, den Widerstand zu überwinden, scheiterte, stellte ich meine Position glatt (Ausführung zu 5.688). Auch der dritte und bislang letzte Versuch misslang. Zu diesem Zeitpunkt war ich aber schon außer Haus. Jetzt im Nachhinein stellt sich also die Entscheidung, den Trade abzubrechen, als richtig heraus. Das Hoch vom Vortag und die 50er-Durchschnittslinie (blaue Linie) konnten den Kurs, der kurzzeitig schwächelte, auffangen.
Heute morgen müssen die Marktteilnehmer erst einmal einige schwache Quartalszahlen verdauen, die vor Börsenbeginn veröffentlicht wurden. Verlässt der Dax die 5.650er-Marke, so wage ich einen Short-Einstieg mit Kurs-Ziel 5.600 Punkte bzw. Abwärtstrendlinie (rote Linie). Dreht hier der Dax wieder nach oben, dann gehe ich long. Fällt er durch, so bleibe ich short investiert bzw. gehe erneut short, falls ich vorher meine Position liquidiert habe. Ich rechne dann mit einer Schließung der Eröffnungslücke (grünes Viereck) vom Montag. Bei 5.500 Punkten besteht dann eine gute Chance auf eine Erholung. Zeigt sich dies, dann gehe ich long und beende meinen Short-Trade. Fällt auch diese Unterstützungszone, so bleibe ich short investiert.
Auf der Oberseite ist die 5.700er-Marke die nächste und entscheidende Marke. Hier gehe ich short, wenn sich das gestrige Muster, dass ein Vorankommen unmöglich erscheint, wiederholt. Gelingt aber der Sprung über diese Hürde, dann kaufe ich den Dax mit Kurs-Ziel 5.750 Punkten.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
Für Dax-Trades nutze ich ausschließlich auf den Dax. Diesen können Sie im CFX Trader via Kürzel DAX.I aufrufen.
Dax - 30-Minuten-Chart
Dax (DAX.I): Der Dax wird schwächer erwartet. Schlechte Unternehmenszahlen machen die Optimisten etwas nachdenklich.
Wichtige Information für CFX Broker-Kunden: Seit 2.11. können Sie den CFD auf den Dax (und andere Indizes) auch schon vor dem offiziellen Börsenstart handeln.
Adidas (ADSG): steil, sehr steil
Die Adidas-Aktie legt im November ein beachtliches Tempo vor. Nur wenige Blue Chip-Aktien können da mithalten. Zwar könnten die Zwischenhochs der vergangenen Wochen bei rund 37.- Euro noch erreicht werden, doch spätestens dann ist mit einer Gegenreaktion zu rechnen. Umso steiler eine Bewegung ist, umso schneller ändert sich auch etwas daran. In diesem Fall ist dann eben eine Korrektur die wahrscheinlichsere Variante. Doch Vorsicht: Nicht zu früh einsteigen!
Ich orientiere mich an der grünen Aufwärtstrendlinie, die den noch jungen Trend signalisiert. Wird diese Linie nach unten durchbrochen, so verkaufe ich den CFD auf Adidas. Als erstes Kurs-Ziel dient mir die 200er-Durchschnittslinie (lila Linie). Dann entscheide ich, wie mit der restlichen Position umgegangen wird. Dabei ist natürlich der Zustand des Gesamtsmarktes ein wichtiges Kriterium.
Adidas - Stundenchart
Adidas (ADSG): Seit Anfang des Monats gibt die Adidas-Aktie mächtig Gas. Eine Gegenreaktion ist überfällig. Daran möchte ich mit einem Leerverkauf partizipieren.

