Der Fluch der globalen Finanzwelt trifft den deutschen Mittelstand
Profit Radar
vom 19. Januar 2009, 19:00 Uhr
ENL5454
"Und so geht das weiter und weiter. Und das ist das eigentliche Problem, Daniel, das die Leute nicht verstehen: Wir kriegen die Entscheidungsträger gar nicht mehr an einen Tisch, um eine vernünftige Finanzierung durchzuführen. Jeder hat irgendwie nur noch 0,1% am Unternehmen, nachdem die Beteiligungen durch 10 Hände gegangen sind.
Und durch die globale Verstrickung der strukturierten Produkte besitzen jetzt irgendwelche Banken in China oder in Japan 2-5% an dem deutschen Mittelständler. Aber mal ehrlich: Das ist denen doch egal, was mit dem passiert. Das Unternehmen ist 10.000 km weit weg. Die kehren erst mal vor ihrer eigenen Haustür.
Also bleibt uns nur Fremdkapital, um eine Restrukturierung durchzuführen. Aber die Banken haben kein Geld mehr und selbst wenn, dann geben sie kein Geld raus. Die einzigen Leute, die wirklich noch verfügbare Liqudität haben, sind Spezialfonds.
Aber das sind die einzigen Leute, die wirklich einen Plan von Restrukturierungen und Insolvenzen haben. Und die wissen: "Warum sollen wir jetzt schon kaufen - die Unternehmen kriegen wir morgen doch billiger." Die geben also auch kein Geld. Ergo: Insolvenzen sind in Deutschland unvermeidbar. Wir werden in Deutschland in 2009 zum 1. Mal seit Jahrzehnten Masseninsolvenzen im Mittelstand sehen."
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi