Der falsche Bart fällt ab
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 30. Mai 2011, 07:30 Uhr
ENL5454
Die Wirtschaftsdaten, die derzeit in den USA gemeldet werden, sind NICHT konsistent mit dem Ausblick der Fed. Sie SIND konsistent mit dem Ausblick der "Großen Korrektur".
Die Fed dachte, dass sie den Abschwung auf die übliche Weise abwenden könnte - mit mehr Geld, und mehr Krediten. Jetzt finden Regierung und Fed heraus, dass keins ihrer Programme - TARP, TALF, QE1, QE2 und Nullzinspolitik - funktioniert hat.
Warum? Weil das "leichte Geld" Teil des Problems und nicht Teil der Lösung ist.
Meiner Ansicht nach korrigiert die Wirtschaft (mit Hilfe der Märkte) eine ganze Reihe von Dingen...
...ein halbes Jahrhundert Kreditexpansion (in den 1950ern und 1960ern waren neue Schulden durchaus sinnvoll, das Geld wurde produktiv verwendet...aber nicht in den 1990ern und `00ern.)
...eine Blase am Immobilienmarkt und an den Finanzmärkten, größtenteils durch die Politik des leichten Geldes verursacht..
...einen überbewerteten Aktienmarkt (die Korrektur begann im Januar 2000....aber der Boden ist immer noch nicht gefunden)....ebenfalls durch eine Politik des leichten Geldes verursacht....
....einen 30 Jahre andauernden Bullenmarkt bei US-Staatsanleihen...
...ein dummes monetäres System, welches Richard Nixon im Jahr 1971 eingeführt hatte....
Das scheint doch mehr als genug zu sein an Arbeit, sogar für eine "Große Korrektur".
Aber Moment...da ist noch mehr....
Vor fast 10 Jahren schrieb ich ein Buch zu diesem Thema, zusammen mit Addison Wiggin und übersetzt von Michael Vaupel. Ich prognostizierte da, dass die USA Japan in einen langen Bärenmarkt folgen würden. Das war eher Intuition als reale Analyse. Und es war falsch...oder zumindest sah es so aus.
Denn die Regierung und die Fed intervenierten in den USA im Jahr 2001 so aggressiv, dass es so aussah, als sei meine Intuition falsch. Die Aktienkurse stiegen wieder...und auch der US-Wirtschaft schien es besser zu gehen...zurück in den "Blasen-Modus"...
Aber meine Intuition sieht nun gar nicht mehr so schlecht aus. Japan ist 1990 in den Abschwung gefallen. Seitdem ist es nie wieder herausgekommen. Die Zahl der Beschäftigten steht heute da, wo sie vor 21 Jahren stand. Die Aktienkurse liegen in Japan bei einem Drittel des Niveaus von 1990. Und die Immobilienpreise sind seitdem um 50% bis 75% gefallen.
In den USA hat die private Wirtschaft seit einem Jahrzehnt stagniert, wenn man den staatlichen Sektor ausklammert und den Konsum, der nur mit Schulden finanziert worden ist. Real gab es kaum zusätzliche Arbeitsplätze (netto). Und kein zusätzliches Einkommen.
Und der Aktienmarkt steht heute - bereinigt um die Inflationsrate - niedriger als im Januar 2000. Es sieht nun so aus, als ob die "Große Korrektur" pünktlich mit Beginn des neuen Jahrtausends begonnen hat, im Januar 2000. Seit 10 Jahren wurde sie von der Regierung und der Fed versteckt. Jetzt fällt der falsche Bart ab.