Der Euro ist angeschlagen
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 29. Juli 2009, 08:30 Uhr
EUR/USD
Der Euro musste gestern gegen den Dollar noch weiter an Wert einbüßen. Ich hatte meine Short-Order nicht ausgereizt, da es noch etwa 35 Pips weiter abwärts ging. Seit diesem Tief am späten Nachmittag kann sich der Euro wieder etwas nach oben bewegen. An der 38er-Durchschnittslinie (blaue Linie) wurde die Erholungsbewegung jedoch vorerst gestoppt. Der Euro ist zwar angeschlagen, aber er liegt eben auch noch nicht am Boden.
Ich möchte kein Schmierfink sein
Ich möchte mein Trading immer möglichst einfach gestalten. Die vielen Linien im Chart gefallen mir daher überhaupt nicht. Diese zeugen in visualisierter Form von der derzeitigen undurchsichtigen Lage. Außerdem möchte ich als Sohn einer Künstlerfamilie nicht als Schmierfink dastehen! Nach oben ist 1,43 das höchste der Gefühle und nach unten bildet sich bei 1,4130 eine Unterstützungszone aus. Sollte sich auch heute der Euro-Kurs nicht an den eingezeichneten Trendkanälen ausrichten, werde ich diese wieder aus dem Chart herausnehmen.
Trade-Aktivitäten bieten sich an der 200er-Durchschnittslinie (lila Linie) an. Wird diese von unten nach oben durchbrochen, gehe ich long. Das Kurs-Ziel ist dann die 1,43er-Marke. Hier ist seit einigen Tagen der Euro gedeckelt. Wird die Marke genommen, halte ich jedoch meine Finger still. Das nahe Jahreshoch macht einen Long-Einstieg (oder eine Positionsverstärkung) schon bei 1,43 aus Chance-/Risikogesichtspunkten nicht empfehlenswert - hier gilt es den Euro zu verkaufen, wenn er hier Ermüdungserscheinungen offenbart. Erst bei einem Sprung über 1,4340 - dem Jahreshoch - ändert sich dies. Wird das Jahreshoch überzeugend genommen, sind Long-Investments zu bevorzugen. Eine weitere Trading-Idee ergibt sich an der Unterstützungszone bei 1,4130. Hier gehe ich long, wenn die Unterstützung hält. Bricht der Euro-Kurs aber auch unter diese Zone, sieht es erst einmal düster aus für die Euro-Bullen und ich verkaufe entsprechend den Euro. Weitere Short-Möglichkeit ergibt sich, wenn an der 200er-Durchschnittslinie das beschriebene Szenario - Durchbruch - nicht eintrifft.
EUR/USD - 30-Minuten-Chart
EUR/USD: Viel zu viele Linien durchkreuzen das Chartbild. Ein Zeugnis für die indifferente Lage.
Wirtschaftsdaten
(darauf sollten Sie heute achten)
07:00 Krones, Peugeot, SAP, Arcelor Mittal, MorphoSys, Bayer Quartalszahlen
07:30 Infineon, Vossloh, Sanofi-Aventis Quartalszahlen
08:00 DE: Löhne u. Gehälter 2. Quartal
10:00 DE: Verbraucherpreise Hessen Juli
12:00 DE: Verbraucherpreise Bayern Juli
12:30 Time Warner Inc. (0,37) | Sprint Nextel Corp. (0,02) | Visa (0,64) Quartalszahlen
13:00 US: MBA Hypothekenanträge (Vorwoche)
14:30 US: Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter Juni m/m
Prognose: -0.5; Zuletzt: 1.8
14:30 Conoco Phillips (0,85) Quartalszahlen
16:35 US: Öllagerbestände API und EIA
Bei den Angaben zu den Unternehmenszahlen steht die Analystenschätzung für einen Gewinn oder Verlust je Aktie in Klammern.
Soviel zur heutigen Vorbereitung. Jetzt gilt es die Eröffnung mit Spannung abzuwarten. Allen Lesern wünsche ich viel Glück.
Einen erfolgreichen Handelstag wünscht Ihnen
Till Kleinlein
Chefredakteur CFX Trader Kolumne