Der erste Tropische Sturm eröffnet diesjährige Hurrikan-Saison
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen
vom 14. Juni 2011, 16:00 Uhr
ENL5454
Bevor wir uns den speziellen Zusammenhängen zwischen tropischen Stürmen und Ölpreis zuwenden, beginnen wir mit einigen grundlegenden Begriffsbestimmungen.
Dazu eine Meldung von agência latina press (Nachrichten aus Lateinamerika): Im Pazifik hat sich der erste Tropische Sturm der diesjährigen Hurrikan-Saison gebildet. Tropensturm "Adrian" entwickelt Windgeschwindigkeiten von rund 110 Kilometern und zieht mit 11.5 km/h in Richtung Socorro (Isla Socorro), einer Vulkaninsel im östlichen Pazifischen Ozean, etwa 440 km südlich der Südspitze Kaliforniens gelegen. Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami geht davon aus, dass Adrian in den nächsten 24-48 Stunden an Kraft zunimmt und sich zum Hurrikan entwickelt".
Wenn sich ein Tiefdrucksystem und ein Zirkulationszentrum herausbilden, spricht man von einer tropischen Depression. Verstärkt sich dieses System nun auf Windstärken von über 60 km/h so ist ein tropischer Sturm geboren, der vom National Hurricane Center (NHC) in Miami einen Namen erhält, beginnend mit dem ersten Buchstaben des Alphabets. Oft intensivieren sich diese Stürme weiter und ab einer Windstärke von mindestens 120km/h werden sie Hurrikan genannt. Ist dieses Entwicklungsstadium erreicht, so stellt sich dann auch meist das bekannte Aussehen mit einem Auge im Zentrum und darum rotierenden Wolkenbändern ein. Die diesjährige Saison eröffnete aktuell Hurrikan Adrian". Hurrikane werden durch eine fünfstufige Stärkeskala klassifiziert, wobei Kategorie 1 (ab 120km/h) die niedrigste und Kategorie 5 (ab 250km/h) die höchste ist.
Ölbohrungen im Golf von Mexiko
Im bis zu 5.200 Meter tiefen Golf von Mexiko (Randmeer des Atlantiks) kreuzen sich die kalten Tiefenströmungen des Atlantiks mit wärmeren Oberflächenströmungen (thermohaline Zirkulation oder globales Förderband). Besonders aktiv sind diese Strömungen zwischen August und Oktober, was die Bildung von Tiefdrucksystemen und damit von tropischen Stürmen im Golf von Mexiko begünstigt. Die östliche, nördliche und nordwestliche Küste liegen in den Vereinigten Staaten (Florida, Alabama, Mississippi, Louisiana und Texas), die südwestliche und südliche in Mexiko; im Südosten grenzt der Golf an Kuba. Er ist über die Floridastraße zwischen den USA und Kuba mit dem Atlantischen Ozean und über die Straße von Yucatán zwischen Mexiko und Kuba mit der Karibischen See verbunden.
Die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) veröffentlichte jetzt ihre Einschätzung für die Hurrikansaison 2011. Sie rechnet mit 6 bis 10 Hurrikans, darunter 3 bis 6 sehr schweren. Insgesamt wird mit einer im Vergleich zu früheren Jahren erhöhten Anzahl von tropischen Stürmen gerechnet. Wer mehr über die Wetterentwicklung erfahren möchte, kann sich auf den Webseiten der NASA sowie der NOAA informieren.
Zum zweiten Teil von: Bedrohung für Menschen der Region und Mitarbeiter der Ölgesellschaften