Der Einfluss der Sterne
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 02. November 2005 18:00 Uhr
ENL5454
Mars kam in der letzten Woche der Erde sehr nahe, in den letzten 60.000 Jahren kam er nur zweimal so nah an die Erde heran.
Sicher, wir wissen alle, dass die Planeten keine Wirkung haben. Und ganz bestimmt wirken sie sich nicht auf unser finanzielles Leben aus. Dafür sind wir zu schlau. Heute sind wir alle Wissenschaftler. Wir sehen uns die Tatsachen an, ehe wir unsere Entscheidungen auf der Basis von Logik und Verstand treffen ... und nicht deshalb, weil sich irgendein Dreckklumpen da draußen im All einen Ruck gibt.
"Ich bin da nicht so sicher", sagte jemand beim Essen am Samstagabend, "sie müssen doch irgendeine Wirkung haben. Ich weiß z.B., wenn ich in einer Vollmondnacht Pfirsichblätter sammle, dann wird der Likör, den ich daraus herstelle besser, als wenn ich sie am Tag einsammle."
"Nun, ... das mag ja sein", sagte ein anderer Gast, "das ist möglich, weil die Pflanzen einem Tagesrhythmus folgen, innerhalb dessen sich verschiedene photomechanische Prozesse an- und ausschalten. In der Nacht sind Pflanzen chemisch anders ausgestattet."
"Ja gut, aber haben wir Menschen nicht auch so ähnliche Schalter? Sind wir nicht auch ein Teil der Natur und damit auch den natürlichen Kräften ausgesetzt?"
William Drummond, ein englischer Reisender aus dem 18. Jahrhundert, hatte das große Glück, eine französische Irrenanstalt besuchen zu können. Er berichtete, dass die Verrückten nicht alle gleich seien. Die französischen Wahnsinnigen verhielten sich wie die Franzosen, stellte er fest, nicht wie die englischen Irren. Sie waren charmant und hatten ein gutes Benehmen; sie machten sogar kleine Witze, sagte er. Sie waren aber auch gerissen und nicht vertrauenswürdig. Eher französisch als verrückt, lautete seine Schlussfolgerung.
Aber er stellte auch fest, dass die Insassen des Hotel Dieu immer dann besonders aufgeregt waren, wenn es Neumond oder Vollmond gab. Das war weder eine neue, noch eine ungewöhnliche Feststellung, noch kümmerte sich der stolze kleine Mann darum, der dachte, er dächte selber. Natürlich heulen sie in der französischen Irrenanstalt den Mond an, schließlich sind sie Franzosen ... und verrückt noch obendrein.
Gelegentlich scheinen jedoch viele der angeblich klugen und vernünftigen Menschen verrückt zu werden. Wie könnte sonst die Technologieblase in den Neunzigern erklärt werden? Oder Las Vegas, 2005.
Eine Spekulationsblase ist eine Art kollektiver Wahnsinn. Die Leute verlieren den Verstand und fangen an, an die außergewöhnlichsten Dinge zu glauben. Las Vegas ist heute das reinste Irrenhaus, die Leute glauben, dass es bei den Immobilienpreisen keine Obergrenze gibt.
93 Luxuswohnblöcke sind entweder im Bau oder in Planung, darunter 175 Türme, schreibt der Artikel auf Yahoo.com. Man rechnet mit 10.000 neuen Wohneinheiten in den nächsten zwölf Monaten. Bauland ist in den letzten zwölf Monaten um 88 % im Preis gestiegen.
"Das einzige, was man weiß ist, dass es im Wert nicht fallen wird", schreibt ein ortsansässiger Makler am Markt von Las Vegas.
Und doch ist das einzige, dessen man sich wirklich sicher sein kann, dass Preise sowohl rauf als auch runter gehen. Etwas anderes zu glauben wäre verrückt.
Direkt unter diesem Artikel sind drei Werbelinks. Sie alle bieten die gleiche Dienstleistung an: Schuldenkonsolidierungen.
Was meinen Sie? Treffen die Haustauscher und die Immobilienspekulanten vernünftige und gut informierte Entscheidungen? Oder heulen sie nicht viel mehr den Wüstenmond an?