Der Einfluss der brasilianischen Sojaernte auf die Palmölpreise
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 06. Mai 2008 20:45 Uhr
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Liebe Leser,
im Angesicht rekordhoher Rohölpreise wird es wieder einmal Zeit einen Blick auf die Bioöle zu werfen, namentlich auf das Palmöl.
Sie kennen zwar meine persönliche Meinung zu den Biokraftstoffen, doch mein persönliches Unbehagen bei der Verbrennung von Agrarrohstoffen tut in diesem Zusammenhang nichts zur Sache. Biokraftstoffe sind da, bleiben da und bilden einen Markt an dem man entweder gewinnen oder verlieren kann.
Also auf zum Palmöl, auf das auch die Europäer mit ihren hehren Klimazielen nicht verzichten können, obwohl die Aussage in sich lustigerweise gar nicht schlüssig ist, bedenkt man die schlechte Klimabilanz dieses Öls.
Nun ja, wie ich schon in Bezug auf die Jatropha-Alternative in der letzten Woche schrieb sind Biokraftstoffe in meinen Augen nicht aufgrund der CO2 Geschichte interessant. In meinen Augen werden Biokraftstoffe dann interessant, wenn sie tatsächlich eine günstige Alternative zu den horrend hohen Rohölpreisen bilden.
Obwohl das momentan eigentlich nicht der Fall ist – denn gegenwärtig kostet eine Tonne Palmöl etwa 1.070 US-Dollar; eine Tonne Rohöl bei einem zugrunde gelegten Durchschnittsgewicht und einem Preis von rund 120 US-Dollar pro Barrel nur 879 US-Dollar. Nun ja, auch das kann mir egal sein, denn wenn Staaten eben beschließen Biokraftstoffe beizumischen, dann ist das so und die Nachfrage bleibt dementsprechend hoch.
Dennoch, anders herum gedacht, könnten Biokraftstoffe tatsächlich zu einer günstigen Alternative werden, wenn die Rohölpreise entsprechend stark steigen. Bei einem gleich bleibenden Palmölpreis etwa und einem Anstieg des Rohölpreises auf 150 US-Dollar, dreht sich das Szenario schon. Dann kostet nämlich die Tonne Rohöl schon etwa 1.099 US-Dollar.
Aber nun gut, lassen wir diese Spielchen und wenden uns dem Marktgeschehen zu.
Brasilien erwartet rekordhohe Sojaernte - Palmölpreise fallen
Sie fragen sich jetzt vielleicht was Brasiliens Sojaernte mit der Palmölpreisentwicklung in Malaysia zu tun hat. Sehr viel, denn aus Sojabohnen gewinnt man Sojaöl, den Konkurrenten des Palmöls.
Wenn also Brasilien, dass seine Prognose für die diesjährige Sojaernte auf 60,2 Millionen Tonnen, von 58,5 Millionen Tonnen im letzten Jahr nach oben gesetzt hat, dazu beiträgt, dass mehr Sojaöl produziert wird, dann steigt somit das Angebot an Bioölen und die Preise fallen.
So weit so gut, so hat sich inzwischen auch der Preis für eine Tonne Palmöl vom Hoch am 4.März diesen Jahres bei 4.486 Ringgit ( 1.425 USD) auf gegenwärtig 3.370 Ringgit (1.070 USD) korrigiert.
Ich gehe davon aus, dass die Palmölpreise im Zuge der nahenden Sojaernte zunächst auch noch weiter korrigieren werden.
Wenn Sie allerdings wissen möchten, warum ich dennoch davon ausgehe, dass Palmöl nicht unter die 1.000 USD-Marke fallen wird und mein Ausblick langfristig positiv für die Preisentwicklung ist, dann lesen Sie doch bitte morgen weiter.
Im zweiten Teil finden Sie heute einige lohnenswerte Basisinformationen zum Palmöl.