Der eigenen Zeit voraus
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 25. Januar 2008 07:30 Uhr
ENL5454
Mehr Überlegungen? Sie wollen noch mehr Überlegungen zu dem Thema? Nun, mein Kollege Dan Denning schickt mir diesen alten Klassiker aus den Siebzigern…
Dan Akroyd, der in Saturday Night Live vorgibt, Präsident Jimmy Carter zu sein und damit seiner Zeit um 30 Jahre voraus ist.
“Präsident Jimmy Carter: Guten Abend. Am Dienstag werden wir Amerikaner die Gelegenheit haben, unsere Rolle als Bürger einer freien Demokratie zu üben. Doch nur ein Drittel der zugelassenen Wähler wird tatsächlich an die Wahrurnen treten. Die anderen zwei Drittel sind, in gewissem Sinne, gut dran. Denn sie wissen nicht, was vor sich geht.“
“Vergangene Woche habe ich eine über die Inflation gesprochen. Seither ist der Dollar im Wert gefallen, der Aktienmarkt hat Rekordverluste verbucht und der gesamte Dow-Preisindex ist um 0,9% gestiegen. Mit anderen Worten: unser Wirtschaftssystem ist durcheinander, verjubelt und verfälscht.
Wir müssen der Tatsache ins Auge sehen, dass es einfach keine Möglichkeit gibt, die Inflation in der heutigen kapitalintensiven, hochtechnisierten, konfliktträchtigen und abenteuergierigen Welt zu bekämpfen. Und das ist der Grund, warum ich heute versuchen will, mit ganz anderen Augen auf die Inflation zu blicken: Die Inflation als unser Freund.“
“Bedenken Sie beispielsweise folgendes: Im Jahr 2000 wird der Lohn des durchschnittlichen Arbeiters in diesem Land bei 568.000 Dollar liegen. Und nun stellen Sie sich einmal vor, was das für die inflationäre Welt der Zukunft bedeuten wird: Die meisten Amerikaner werden Millionäre sein. Alle werden sich ganz groß vorkommen. Hätten Sie nicht auch gerne einen Anzug für 4.000 Dollar und würden Sie nicht auch gerne Zigarren für 75 Dollar rauchen oder in einem Auto für 600.000 Dollar fahren? Ich jedenfalls würde das gerne.“
„Aber wie steht es mit den Leuten, die ein festes Einkommen haben? Sie waren immer schon die wahren Opfer der Inflation. Und deswegen werde ich vor dem Kongress das ‚Inflations-Beibehaltungsprogramm’ vorschlagen, mit dem das amerikanische Finanzministerium dafür sorgen wird, dass alle durch die Inflation verursachten Verluste durch direkte Steuernachlässe für die Öffentlichkeit ausgeglichen werden.
Aber dann werden Sie jetzt vielleicht sagen: ‚ Kostet das denn nicht viel Geld? Wird dadurch nicht das Defizit noch erhöht?’ Natürlich wird es das! Aber egal!
Wir drucken einfach noch mehr Geld! Wir haben das Papier, wir haben die Druckereien.
Ich kann ganz einfach beim entsprechenden Amt anrufen und sagen: ‚Hi, ich bin’s, Jimmy. Schickt mir doch noch ein paar von den Zwanzigern! Und druckt doch noch einige Tausend Bögen mit den Century Notes!’ Natürlich werden all diese zusätzlichen Dollar noch mehr Inflation hervorrufen. Aber wen kümmert’s? Alle werden zu Millionären.”
“Bei meiner Rede in der vergangenen Woche habe ich gesagt, dass Amerika ein Enthaltsamkeitsprogramm durchlaufen wird, aber wenn dieser neue Ansatz jetzt die Inflation willkommen heißt, wird es unserer Wirtschaft freistehen zu wachsen und wir können das Geld ausgeben. Ich gehe davon aus, dass das Schlagwort der Achtziger ‚Auf zur Party’ lauten wird. Und in diesem Sinne möchte ich live aus New York sagen: Es ist Saturday Night.“