Der Edelmetallcrash 1980
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 26. Januar 2005 18:00 Uhr
ENL5454
*** Unser Tom Dyson bleibt dem Bullenmarkt bei Gold, Silber und seltenen Münzen immer noch dicht auf den Fersen.
Letzte Woche war er auf der 35. Numismatischen Zusammenkunft in New York, wie er stolz erzählte. Gestern reiste er in der Zeit zurück bis zum Januar 1980 – dem Monat des großen Crashs bei den Edelmetallen. Für seine Zeitreise benutzte er Mikrofilme in der Enoch Pratt-Bibliothek in Baltimore.
"Ihr glaubt nicht, wessen Name plötzlich auftauchte ... Paul Sarnoff! Er war damals in allen Printmedien als der Experte der New York Times für Rohstoffhandel bekannt ...
Obwohl Gold an einem Tag um 160 Dollar fiel und Silber um 12 Dollar und die Rohstoffe alle Schlagzeilen beherrschten, interessierten mich die Anzeigen am meisten. Ein Rohstoff-Broker z.B. fragte: 'Handeln Sie mit Amerikas industriellen Reichtümern und vergessen seine natürlichen Reichtümer? Einfache Statistiken zeigen, dass das Gewinnpotenzial bei Rohstoffen größer ist als bei Aktien ...'
Ich habe hunderte von Anzeigen dieser Art gefunden."
*** "Es war großartig", meinte Henry, 14, nachdem er an seiner ersten Hirschjagd teilgenommen hatte. "Früh am Morgen wurden uns unsere Pferde zugeteilt. Wie du weißt, ist das zeremonielle Umfeld umfangreich. Alles muss genau richtig gemacht werden. Dann brachen wir alle auf. Es war ein recht schneller Ritt, über Stock und Stein, ... aber wir blieben auf unserem Pfad.
Dann hetzten die Jagdhunde den Hirsch in einen See. Es war ein kleiner See. Der Hirsch versuchte auf die andere Seite zu schwimmen, aber die Hunde waren auch dort, so musste er versuchen, weiter zu schwimmen. Er schwamm lange hin und her, dann kam der "pikeur" – ich weiß nicht, wie man das in unserer Sprache nennt – er ist derjenige, der das Tier tötet – in einem Boot zu dem Hirsch hingerudert und stach mit einem Messer in seinen Hals. Als dies geschah, nahmen wir alle unsere Hüte aus Respekt vor dem Tier ab.
Dann zogen sie den Hirsch an Land. Wir standen lange Zeit daneben, als sie den Kopf abschnitten und das Tier häuteten. Sie schnitten auch einen der Füße ab und schenkten ihn meiner Mutter; ich glaube sie war eine Art Ehrengast, weil wir neu im Jagdclub sind. Dann bliesen die Jagdhörner, was im Französischen eine "fanfare" genannt wird. Als das vorbei war, nahmen sie die Haut und den Kopf vom Kadaver und überließen ihn den Hunden. Sie rissen sich alle darum. Man konnte von dem Tier kaum noch etwas sehen, da so viele Hunde sich darum balgten. Zu sehen waren nur ihre Schwänze und Hinterteile. Sie bewegten sich von allen Seiten, wie beim Rugby ... Wie nennt man das noch, ein Scharmützel, oder so ähnlich? ... Und als sie fertig waren, war von dem Tier kaum noch etwas übrig. Die Hunde waren alle zur Hälfte rot."
*** Mein alter Freund Gary North lässt sich darüber aus, warum eine Menschenmenge sich von einer bloßen Ansammlung von Menschen unterscheidet.
"Eine Menge ist ein hervorragendes Werkzeug für Komiker. Lachen ist ansteckend. Aus diesem Grund gibt es das eingespielte Playback-Lachen am Anfang der meisten Shows.
Auch Demagogen lieben Mengen: Angst und Schrecken sind in der Masse ebenso ansteckend. Mit der Rhetorik verhält es sich genauso.
Märkte hingegen sind keine Menschenmengen. Sie sind unpersönliche Auktionen, auf denen Geldgebote registriert werden. Immer dann, wenn Menschen denken, dass Märkte reine Menschenmengen sind, in denen sie als Bieter oder Möchtegern-Bieter auftreten, verlieren sie Geld. Auktionäre wissen das, weshalb sie den Bietern tunlichst nahe legen, persönlich anwesend zu sein. Aus diesem Grund heuern sie auch Lockvögel an.
Wenn Gier oder Furcht einen Markt zu einer Menge machen, dann sind Verluste nicht mehr fern.