Der Dollar fällt weiter
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 08. Mai 2003 18:00 Uhr
ENL5454
"Die Wahrscheinlichkeit eines unwillkommenen, substanziellen Rückgangs der Inflationsrate, ist größer als die Wahrscheinlichkeit eines Anstiegs der Inflationsrate vom bereits niedrigen Niveau", so die Fed in ihrer Erklärung vom Dienstag.
Die Fed hat die Leitzinsen auf ihrer letzten Sitzung nicht gesenkt. Und sie hat auch keinen Wechsel ihrer Politik signalisiert. Und sie hat bis jetzt auch noch nicht bewiesen, dass sie eine Konsumentenpreisinflation provozieren kann, wenn sie die Notwendigkeit dazu fühlt.
Die Fed ist immer noch davon überzeugt, dass stabile Preise die größte Gefahr für die amerikanische Volkswirtschaft ist. Dinge, die die Amerikaner kaufen, könnten billiger werden ... Sie können sich vorstellen, was für eine Katastrophe das wäre.
Zumindest hier in Paris ist das ein Problem, über das ich mir keine Sorgen machen brauche. Alleine gestern sind die Preise für mich um fast 2 % gestiegen (da ich mein Dollar-Einkommen in Euro wechseln muss, und der Euro weiter steigt). Seit Januar hat der Euro gegenüber dem Dollar über 8 % zugelegt. Wenn das so weiter geht, dann wird das Leben in Europa für Amerikaner richtig teuer werden.
Der Dollar fällt gegenüber den meisten ausländischen Währungen und gegenüber dem Gold ... aber eine Konsumentenpreisinflation ist laut Fed kein Problem. Das einzige Problem ist aus Sicht der Fed, dass es nicht genug Inflation gibt.
Und es wird auch nicht genug Inflation geben, so die Financial Times, solange keine deutliche Wirtschaftserholung beginnt. Wenn die Leute nicht kaufen, werden die Preise nicht steigen. Und wenn die Preise nicht steigen, dann haben die Leute wenig Anreiz, zu kaufen wenn die Preise generell steigen, wird das Geld auch schneller ausgegeben, da es sonst später weniger Kaufkraft hat) ... und damit auch keine Illusion des Reichtums.
Das ist wahrscheinlich der Grund, warum die Bonds sich so gut entwickelt haben, sogar trotz des fallenden Dollar. Die Investoren machen sich über Inflation derzeit keine Sorgen. Sie setzen darauf, dass die Fed früher oder später die Zinsen senken wird ... und dass sie auch vielleicht genug T-Bonds kaufen wird, um die langfristigen Zinsen niedrig zu lassen.
Also, der Dollar fällt ... während die Wirtschaftslage mau bleibt ...
Und die Aktien?
Ich weiß es nicht. Sie könnten steigen oder fallen. Aber die Ausländer kaufen weniger US-Aktien. Die letzten Zahlen dazu zeigen 3 Monate Rückgang ... mit ausländischen Netto-Käufen von "nur" noch 21,8 Mrd. Dollar im Februar.
"Das Risiko, dass die Ausländer amerikanische Anlagen zunehmend meiden, wird ein immer akuteres", so das Global Economic Forum von Morgan Stanley. " Wir gehen zwar nicht davon aus, dass der Februar typisch für das ganze Jahr sein wird, aber wir zweifeln daran, dass die Ausländer wieder zu den Werten von 50 Mrd. Dollar pro Monat zurückkehren werden, die notwendig sind, um das gähnende Defizit dieses Jahr zu finanzieren. Das Ende des Irakkriegs hat die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Geldflüsse in 'sichere Häfen'(wie die USA) verringert werden ..."