Der deutsche Aufschwung
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 20. Dezember 2010, 08:30 Uhr
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der große Verfallstag liegt hinter uns. Die Aktienkurse hat auch dieses Ereignis kaum interessiert - also alles beim Alten. Die Börsen gingen am Freitag fast durchweg mit leichten Verlusten aus dem Handel, trotz überwiegend guter Nachrichten. Eine davon war der erneut über Erwartung ausgefallene ifo-Geschäftsklimaindex. Dieser stieg im Dezember weiter an - von 109,3 Punkten im Vormonat auf 109,9 Punkte (Erwartung: 109,4 Punkte). Die Lagekomponente verbesserte sich dabei auf 106,9 Punkte (November: 106,3), die Beurteilung der aktuellen Lage auf 112,9 Zähler (November: 112,3). "Nach dem Anstieg des Exports waren für den Aufschwung vor allem die Investitionen verantwortlich", kommentierte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn die neuen Umfrageergebnisse. "Perspektivisch zeichnet sich nun auch eine Verbesserung beim Konsum ab."
Wir haben es in Deutschland demnach bereits mit einem fortgeschrittenen Stadium des Aufschwunges zu tun. Nach einem Anstieg der Umsätze kommt es nun zu einer Ausweitung bei den Investitionen, die mit einer Verbesserung der Situation am Arbeitsmarkt einhergeht. Bis dann eines Tages in einer sehr späten Phase Überkapazitäten und Nachfrageinbrüche einen neuen zyklischen Abschwung auslösen. Aber bis dahin dürfte noch einige Zeit ins Land gehen. Der ifo-Index zeigt immerhin bereits Indexstände an, die in der Vergangenheit stets einem größeren Einbruch vorausgingen. Ein solcher zyklischer Indikator läuft nun einmal über die Jahre vom positiven in den negativen Bereich und wieder zurück, wobei die Schwünge nicht immer sehr berechenbar sind. Um einen Abschwung würde ich mir allerdings erst Sorgen machen, wenn der ifo-Index nach einigen Monaten Abwärtstendenz eine Trendwende nach unten zeigt. Aktuell steigt er ja ganz unbekümmert.
Von enormer Bedeutung für die Dauer des deutschen Aufschwungs ist eine stabile Lage in Europa, den Emerging Markets und den USA – den Hauptexportmärkten für deutsche Produkte. Europa ächzt unter der Staatsverschuldung, die Emerging Markets kämpfen mit einer Konjunkturüberhitzung und einer gestrafften Geldpolitik und die USA kommen noch nicht so recht auf die Füße. Risiken sind also durchaus vorhanden, die genau beobachtet werden müssen, auch wenn diese bisher keine negativen Auswirkungen auf den deutschen Aufschwung zeigten.
Wie sich die Lage aus charttechnischer Sicht 2011 entwickeln wird, das erfahren Sie hier:
DAX-Prognose für das kommende Jahr (in der morgigen DAX Profits Ausgabe 51):