Der degenerierte amerikanische Kapitalismus

unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom


von unserem Korrespondenten Bill Bonner

Ich habe eine weitere schwarze Stelle in der Fabrik des modernen, degenerierten amerikanischen Kapitalismus gefunden. Die Unternehmensmanager haben keine Loyalität, weder ihren Aktionären noch ihren Arbeitern gegenüber. Sie bezahlen sich selbst äußerst großzügig ... sie setzen bei ihren eigenen Aktien auf fallenden Kurse ... und sie behandeln die Angestellten wie Inventar. Die Idee scheint zu sein, dass man bei allem Kosten sparen muss – außer bei sich selbst. Die Idee dieser Manager ist es, die billigst möglichen Arbeitskräfte einzustellen, und zwar nur genau dann, wenn sie notwendig sind, um kurzfristige Ziele erreichen zu können.


Im Lager wird nichts mehr gehalten. Kein überschüssiges Essen im Kühlschrank. Keine überschüssigen Produkte in den Regalen. Kein überschüssiges Geld auf dem Konto, kein überschüssiger Angestellter auf der Lohnliste. Die Amerikaner leben von der Hand in den Mund ... von Lohncheck zu Lohncheck ... als ob niemals etwas schief laufen würde.

"NIEMAND macht langfristige Investments", schreibt der Fondsmanager Hirschel Abelson, nachdem er ein Dutzend Gesellschaften, in die sein Fonds investiert, genau unter die Lupe genommen hat. Diese Gesellschaften investieren weder in Maschinen noch in Leute. Natürlich ist das kein Weg, um eine Wirtschaft nach vorne zu bringen oder die Leute reich zu machen. Wenn ein Amerikaner in der modernen, globalisierten Welt weiterhin 10 Mal soviel wie ein Inder verdienen will, dann muss er auch 10 Mal soviel produzieren. Was wiederum bedeutet, dass die Gesellschaft, in der er lebt, massive Geldbeträge in neue Ausrüstungsgegenstände und in Ausbildung investieren muss. Stattdessen scheint sich die "Amerika AG" nur um Kostensenkungen und um die nächsten Quartalszahlen zu kümmern ... und um ihre eigenen Aktienoptionspläne.

Dieser Ansatz ist nicht nur halsbrecherisch ... er ist auch hoffnungslos.

" ... Wir sind an dem Punkt angelangt, wo die Spitze der Effizienz bereits erreicht ist, und weitere Quellen für Kostensenkungen kann man immer schwerer erkennen", so Abelson weiter.

Schließlich haben die Manager keine Kosten mehr, die sie senken könnten. Was dann?


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