Der Dax und sein "Doppeltief"
Axel Retz in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 29. März 2007 08:30 Uhr
ENL5454
Gestern morgen schrieb ich beim Blick auf den Chart: „Ein Hinweis auf ein nachlassendes Aufwärtsmomentum. Das lässt erwarten, dass die Juli-Aufwärtstrendlinie, bis an die der Kurs nun wieder hochgelaufen ist, erst einmal nich bezwungen werden kann. Und sehe ich mir den GD2 des Stochastik-Indikators an, verdichtet sich sogar die Aussicht, dass dem Markt auf dem jetzigen Level erst einmal die Puste ausgeht."
So kam es denn auch, allerdings hielten sich die Umsätze in Grenzen. Dennoch spitzt sich die charttechnische Lage nun erkennbar zu:
Der Versuch, die Juli-Aufwärtstrendlinie zurück zu erobern, wurde erst einmal abgewiesen. Und damit rückt wieder das von vielen Analysten beschriebene „Doppeltief" (Im Chart durch die beiden Halbbögen markiert) ins Blickfeld. Hierzu:
Würde man den Chart nicht als Candlestick- oder Barchart abbilden, sondern als klassischen Linienchart, wäre von einem „Doppeltief" nichts zu sehen. Wie auch immer: Das zwischen den beiden Tiefs erreichte Zwischenhoch bei rund 6.750 Punkten ist zweifellos von Bedeutung, das es nun als Unterstützung wirkt. Und:
Vom Tiefpunkt Mitte März aus hat sich nun eine (gestrichelt dargestellte) Aufwärtstrendlinie gebildet, die gestern punktgenau angelaufen wurde. Wird sie auf Schlusskursbasis unterkreuzt, steht der Test der 8.750 Marke unmittelbar an.
Markttechnisch überwiegen im kurzfristigen Zeitfenster weiterhin die negativen Tendenzen. Der GD2 des Stochastik-Indikators weist nach unten, der RSI bewegt sich im neutralen Bereich.
FAZIT UND EMPFEHLUNG: Langfristig orientierte Anleger, die noch auf der Kaufseite engagiert sind, sollten ihre Stopps überdenken. Das langfristige Ziel der oberen Begrenzung des März 2003-Aufwärtstrendkanals wurde knapp überschritten, die Kurse sind nun aber wieder in diesen Trendkanal zurückgefallen.
Kurzfristig ist der Dax nun wieder bis an die zuvor nach unten durchbrochene Juli-Aufwärtstrendgerade vorgelaufen. Kann er diese sie wieder nachhaltig zurück erobern, entsteht ein charttechnisches Kaufsignal.
Formal ist der Rücklauf nach oben bis zum Beweis des Gegenteils als typisches Pullback zu bewerten. Unter 6.750 entstünde ein neues Abwärtssignal.
Kurzfristige Widerstände: 7.040
Kurzfristige Unterstützungen: 6.820 (erreicht), 6.750, 6.160/6.200
Bis morgen!
Axel Retz
