Der Crack-Up Boom – Teil 2 von 2
Ed Bugos in Traders Daily
vom 21. September 2007 12:00 Uhr
ENL5462
Wenn wir von etwas sprechen, das so ernst ist wie ein „Crack-Up-Boom“ der hier in den Vereinigten Staaten auftritt, oder zumindest so ernst wie eine Hyperinflation im Stile der 1970er Inflation, dann sprechen wir immer über einen jähen Verlust des Vertrauens in den Dollar.
Und ich will ganz deutlich sein, wenn ein ernster Crack-Up-Boom in den USA auftreten würde, dann wird eine Eiswaffel an einem heißen Tag ihren Wert länger halten, als der Dollar. Bei einem solchen Szenarium kann der Dow auf 30.000 oder sogar 300.000 Zähler hinaufklettern – das aber nur, weil der Dollar im Vergleich zu den Aktien so sehr an Wert verliert, aber nicht aufgrund all der Gründe, über die die Bullen sprechen – wie z.B. aufgrund von Produktivität und echten Zuwächsen bei den Gewinnen.
Anlagewerte wie Gold neigen dazu, am meisten zu gewinnen, wenn der Markt einem Crack-Up-Boom auf die Schliche kommt (Seltsamerweise ist Gold in der vergangenen Woche auf einen neuen Jahreshöchstwert von 714 Dollar hinaufgeklettert – nur 15 Dollar unterhalb eines neuen Höchstwerts innerhalb von 27 Jahren. Vielleicht hat der „gelbe Hund“ schon etwas aufgespürt.)
Es ist sehr lehrreich festzuhalten, dass die Kursanstiege bei den Aktien und am Immobilienmarkt während des 20. Jahrhunderts insgesamt fast vollständig über einen Wertverlust des Dollars erklärt werden können.
Betrachtet man Tabellen, die den mittleren Hauspreis in den Vereinigten Staaten nominal mit dem mittleren Hauspreis „nach Berücksichtigung der Inflation“ – auch als reeller Wert bezeichnet – vergleichen, dann kann man sich fragen, warum die Hauspreise so sehr gestiegen sind. Mit einem Wort: Inflation. Mindestens 80% der Preisanstiege seit 1975 für ein mittelgroßes, neues, freistehendes Einfamilienhaus, können auf die Geldentwertung zurückgeführt werden.
Betrachtet man es anders, dann kostet ein mittleres Haus nominell heute ungefähr sechs mal so viel wie vor 30 Jahren, aber effektiv nicht einmal doppelt so viel. Ich bin kein großer Freund des Verbraucherpreisindex’, weil ich denke, dass er die wirkliche Inflationsrate unterschätzt. Aber selbst ein „unterschätzender“ Verbraucherpreisindex zeigt das überraschende Ausmaß, mit dem die steigenden Preise der Anlagewerte im Laufe der Zeit auf den Missbrauch von Geld zurückgeführt werden können. (Zufällig würde gemessen an Gold ein mittleres, freistehendes Haus in den Vereinigten Staaten ungefähr das gleiche kosten, wie 1973 – ungefähr 350 Unzen.)
Rechnen Sie damit, dass die Inflation auch weiterhin andauert... wenn sie sich nicht sogar beschleunigt.
Die Notenbank wird in den USA der Kreditkrise mit jeder denkbaren Art des „monetären Anreizes“ begegnen – und das ist nur eine eleganter Ausdruck für „Gelddrucken“. Bernanke sitzt auf einer Zusage zu inflationärer Politik fest. Daher wird jeder Anlagewert der zuverlässiger ist als der Dollar ein besserer Anlagewert sein, als der Dollar selbst... sogar ein Haus.
Der gegenwärtige Abwärtstrend im Immobilienzweig braucht vermutlich noch einige Jahre, um sich selbst zu verausgaben. Aber machen Sie keinen Fehler; diese Krise könnte letzten Endes zu einem noch größeren Boom führen... in gewissem Sinne. Die Preise werden vielleicht steigen, aber nur, weil der Dollar immer weniger wert ist. Wenn der Dollar immer schneller billiger wird, dann werden die Preise von den Anlagewerten, die in Dollar ausgestellt sind, in die Höhe schießen... ganz besonders die Preise von harten Anlagewerten wie Gold.
Der nächste Boom könnte ein Crack-Up-Boom sein, aber nur Goldanlager werden dann etwas zu lachen haben.
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