Der Crack-Up Boom – Teil 1 von 2
Ed Bugos in Traders Daily
vom 20. September 2007 12:00 Uhr
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Zuletzt sagte ein ansässiger Bauunternehmer in Vancouver, BC – einem der heißesten noch verbleibenden Märkte in Nordamerika – zu mir: “Ed, wir werden in unserem Leben keinen solchen Boom mehr erleben.”
Diese Feststellung hat eine Erinnerung wachgerüttelt, die ich schon längst vergessen hatte. Sie stammt aus dem Jahr 1989 – zwei Jahre nach dem Einbruch am Aktienmarkt im Jahr 1987. Es war mein erster Arbeitstag als fertig ausgebildeter Aktienbroker. Während einer Flaute im Laufe des Trading-Tages, fing einer der alten Hasen an, in Erinnerungen an die guten alten Tage vor der Krise zu schwelgen. „Damals war es leicht, Geld zu verdienen“, seufzte er, „aber wir werden während unseres ganzen Lebens keinen solchen Boom mehr zu Gesicht bekommen.“
Dieser alte Trader hat damit selbstverständlich absolut daneben gelegen. Wenige Monate später ist der Dow noch über die Höchstwerte von 1987 hinausgeschossen, und einige Jahre danach hat die Internet/dot.com Manie eine Aktienmarktblase von epischem Ausmaß hervorgerufen.
Wie steht es also mit der aktuellen Immobilienkrise? Wird sie sich zu einem kaum wahrnehmbaren Phänomen in den geschichtlichen Berichten entwickeln, über das es sich kaum zu sprechen lohnt... so wie die Aktienkrise des Jahres 1987? Wird der Veteran unter den Bauunternehmern in Vancouver genauso falsch liegen, wie der alte Hase unter den Aktienbrokern in seinem Industriezweig?
Natürlich kann niemand in die Zukunft blicken, aber wir können alle in die Vergangenheit blicken. Und die jüngste Geschichte der Finanzkrisen legt nahe, dass die Aktienpreise in den nächsten Jahren noch deutlich höher klettern könnten, aber nur weil der Wert der Dollarnoten in unseren Taschen so viel weniger wert sein wird. Mit anderen Worten: Wenn der Dollar an Wert verliert, dann werden die Preise der greifbaren Anlagewerte wie Immobilien in die Höhe gehen. Man bezeichnet dieses Phänomen mit dem Begriff „Inflation“ und die macht niemanden reicher.
Die amerikanische Notenbank hat die Absicht erklärt, so viele Dollar in das amerikanische Geldsystem zu pumpen, wie notwendig sind, um die „Liquidität aufrecht zu halten“. Niemand weiß so genau, was Liquidität ist, aber wie der Potter Steward, Richter am obersten Gerichtshof, einst über Pornographie sagte: „Ich weiß was es ist, wenn ich es sehe“, so werden wir es auch erkennen. (Die Liquidität meine ich...)
Wir werden diese Liquidität in der Form einer Inflation sehen, vielleicht in Form einer Hyperinflation. Die meisten Amerikaner halten Inflation für eine milde – und harmlose – Steigerung der Preise für Güter und Dienstleistungen im Laufe der Zeit. Eine Cola für fünf Cent kostet heute z.B. 1,50 Dollar... und es scheint niemandem etwas auszumachen. Doch es sollte den Leuten etwas ausmachen.
Im Grunde genommen ist die Inflation ein Wertverlust des Geldes auf allen Ebenen. Ludwig von Mises, ein einstiger Ökonom mit einigem Ansehen, bezeichnete die Kulmination von Hyperinflation als „Crack-Up-Boom“ – etwas das dann auftritt, wenn die Massen aufwachen... [und] wenn es ihnen plötzlich bewusst wird, dass es sich bei der Inflation um eine beabsichtigte Politik handelt und dass sie ewig weitergehen wird. Es kommt zu einem Zusammenbruch. Der Crack-Up-Boom tritt auf. Wenn etwas als Tauschmittel verwendet werden soll, dann darf die öffentliche Meinung nicht zu dem Glauben kommen, dass die Quantität dieser Sache über alle Grenzen hinaus erhöht werden wird.
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