Der Clou bei der (möglichst) langfristigen Aktienanlage

in Investors Daily zum Thema Aktien
vom


 

in den letzten beiden Investors-daily-Ausgaben (langfristige Aktienanlage Teil 1 und langfristige Aktienanlage Teil 2) haben wir uns mit Gleitenden Durchschnitten (GD) bzw. mit dem Kurs-Abstand zu einem GD beschäftigt.


 

Wir haben gesehen, dass der GD-Abstand verschiedene Extremwerte erreicht, an denen der Abstand (meist auch der Kurs) wieder nach oben dreht. Aber wie kann nun ein sinnvoller Einstieg gefunden werden? Bitte betrachten Sie folgenden Chart der intel-Aktie:

 

Chart intel mit Abstand 256-Tage-GD

 

Der Clou: GD auf den Abstand

Blicken Sie bitte auf den roten Verlauf im unteren Chartteil. Diese Kurve ist der 20-Tage-GD (also ein Gleitender 20-Tage-Durchschnitt) auf den Abstand. Das bedeutet: Tendiert der Abstand nach einer Abwärtsfahrt wieder nach oben, wird er früher oder später den 20-Tage-schneiden, befindet sich dann mithin in einem kurzfristigen Aufwärtstrend.  

 

Und wenn dieser GD nach Erreichen eines unteren Extremwertes (z.B. 70) überschritten wird, wird ein Kauf-Signal generiert.

 

Im Chart habe ich vier dieser Schnittpunkte eingekreist. Grün im unteren Chartteil, schwarz im oberen Kursverlauf. Die konkreten Punkte:

 

Einstiege bei der intel-Aktie

 

Datum

Kurs

28.10.2008

15,86

26.11.2008

13,97

27.01.2009

13,81

09.03.2009

13,92

 

 

Warum ich Ihnen gleich vier Einstiegs-Signale präsentiere?

 

Ganz einfach. Bei dieser Strategie bietet es sich, an gestaffelt einzusteigen. Vergessen wir nicht: Ende 2008 befanden wir uns mitten in der US-Finanzkrise. Besonders unter diesen Umständen wäre es sicherlich nicht verkehrt gewesen (wie von mir damals übrigens angeraten) zunächst kleine Brötchen zu backen. 

 

2 Prozent in einem Weltmarktführer
Nehmen wir also einmal an, Sie hätten ein Kapital von 100.000 Euro für Aktienkäufe. Bei einem gestaffelten Einstieg zu je 500 Euro in die intel-Aktie, wären Sie also damals unterm Strich zu 2000 Euro investiert gewesen. Dies entspricht also 2 Prozent des Kapitals (anders ausgedrückt: 2 Prozent Ihres Kapitals investierten Sie in einen Weltmarktführer, dessen Aktienkurs zuvor extrem gefallen war...).

 

Theoretisch 73 Prozent Gewinn
Im Schnitt (die vier Einstiegskurse geteilt durch 4) haben Sie hierfür 14,39 Dollar bezahlt. Aktuell liegt der Kurs der intel-Aktie bei etwa 25 Dollar... ein Gewinn von 66 Prozent in nicht einmal drei Jahren (was übrigens einer jährlichen Durchschnittsrendite von 18 Prozent entspricht). 

 

Wie gesagt... theoretisch. Und praktisch?

 

Praktisch ist ein Ausstieg nach dieser Strategie etwas früher erfolgt. Damit fiel die Gesamt-Rendite etwas geringer aus, die durchschnittliche Jahresrendite dank dem früheren Ausstieg jedoch höher. Dies zeige ich Ihnen nächsten Dienstag (Montag ist reserviert für die Paula-Strategie) und beende diese kleine Reihe, die doch ausführlicher wurde als geplant ausfällt. Ich hoffe, auch für Sie ist es interessant, ein wenig in die Welt der Gleitenden Durchschnitte einzutauchen.

 

Kurze Frage

Puh, gar nicht so einfach eine per se relativ simple Strategie schriftlich darzustellen. Vielleicht drehe ich mal ein Video zu diesem Thema. Was meinen Sie? Bei ausreichendem Interesse würde ich das tatsächlich mal wagen oder beim Verlag „anstoßen".

 

Viel Erfolg an der Börse

Ihr

 

Tom Firley

 

PS: Für Technik-Fans: Für den 20-Tage-GD (auf den Abstand) als Signalgeber nutze ich einen exponentiellen. Dieser exponentielle GD erzeugt gegenüber dem linearen GD meist etwas schnellere Signale, da er den aktuelleren Kursen größere Bedeutung beimisst als den länger zurückliegenden. Beim linearen GD werden alle Kurse gleich stark gewichtet.

 

PPS: Falls Sie tatsächlich einmal einen verständlichen Börsendienst mit konkreten Empfehlungen anschauen wollen: Aktuell gibt's beim Aktien-Monitor-Test zahlreiche interessante Gratis-Zugaben. Falls Sie den Aktien-Monitor noch nicht kennen, kann ich gerade jetzt einen 30-Tage-Gratis-Test empfehlen... Hier gibt es weitere Informationen: Aktien-Monitor

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Tom Firley
Tom Firley

Tom Firley ist einer der anerkanntesten Börsenexperten und Charttechniker Deutschlands. Tausende Privatanleger profitieren täglich von seinem Investors Daily.

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Kommentar von Wagner

Hallo Herr Firley, bin, wie jedesmal bei Ihren Info's, begeistert von Ihren ausführlichen und nachvollziehbaren Erläueterungen, aber zwei Fragen habe ich hierzu: Mit welchen online-Portal kann unsereins einen Chart mit Abstand zum GD 200 erstellen + 2. wie bekommt man dann zusätzlich den GD auf diesen Abstandschart ?? Vielen Dank + ein schönes "börsenfreies" Wochenende Wagner

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Kommentar von Halbach

Sehr geehrter Herr Firley, Ihre Ausführungen zur Langzeitstrategie sind gut nachvollziehbar u. plausibel. Aber wie komme ich an die von Ihnen verwendete Grafiken (Chart zum prozentualen Abstand zum 256-GD und 20ger GD auf den Abstand)? Mit freundlichen Grüßen Ihr fleißiger Kommentarleser A.H.

Antworten
Kommentar von Jürgen

Puh, gar nicht so einfach eine per se relativ simple Strategie schriftlich darzustellen. Vielleicht drehe ich mal ein Video zu diesem Thema. Was meinen Sie? Bei ausreichendem Interesse würde ich das tatsächlich mal wagen oder beim Verlag „anstoßen" Liest sich oder hört sich sehr interessant an

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Antwort von VON INGRAM HARPF Reinhold:

EINE VIDEO- DARSTELLUNG WÄRE WÜNSCHENSWERT ! DANKE

Kommentar von Brigitte

Hallo Herr Firley, lese Ihre Beiträge außerordentlich gerne, weil sie verständlich und nachvollziehbar sind. Doch der Clou, wie man eben einen Abstandschart zur 200er-Tage-Linie erzeugt und darauf noch den 20er GD legt, das müssen Sie uns noch erklären. Bei wem ist das machbar? Vielen herzlichen Dank für die Serie "Langfristanlage mit Aktien" .

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Kommentar von Franz Götzinger

Sehr geehrter Herr Firley, in der Tat möchte ich gerne mehr über "Technische Indikatoren" und "Technische Analyse" erfahren (Bezug Ihr INVESTOR'S DAILY vom 24.11.2011). Mit freundlichen Grüßen Franz Götzinger

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