Der Bumerang des Hilfsprogramms
Profit Radar
vom 22. September 2008, 19:00 Uhr
ENL5454
Vermutlich werden wir, ähnlich wie es nach dem 11. September, erst mal eine Phase erleben, wo das Pendel der Kontrolle zu stark in die andere Richtung ausschlägt (also Überreglementierungen), bevor es sich dann auf einem neuen Niveau einschwingt.
Das stört mich jedoch weniger. Falten auf der Stirn bekomme ich da eher bei den mittel- bis langfristigen Auswirkungen der Rettungspakete. Die US-Regierung hat ein Hilfsprogramm über 700 Mrd. USD aufgelegt. Und diese Rettungsaktion wird die US-Bevölkerung noch teuer zu stehen kommen.
Sie kennen sicher den Film „Wall Street". Da sagt der Ober-Bösewicht Gordon Gecko: „Das Geld ist doch nicht weg. Es hat jetzt nur ein anderer." Genau so kommt mir diese Situation vor: Die Kredit-Probleme sind ja nicht weg - es hat sie nur ein anderer. Nämlich der US-Staat und damit die US-Bürger.
Fakt ist, dass die US-Regierung mal eben für 700 Mrd. USD faule Hypothekenkredite gekauft hat. Damit wurde also das Problem nicht gelöst, sondern lediglich von den Banken auf die US-Bürger abgewälzt. Und die werden die Suppe dann irgendwann ausbaden müssen. Die Finanzierung des Hilfspaketes wird mittel- bis langfristig über höhere Steuern bezahlt werden.
Und ähnlich wie in Deutschland gibt es in den USA eine klar definierte Zielgruppe, die immer zur Kasse gebeten wird, wenn was bezahlt werden muss: Die Mittelschicht. Das wird sich aber fraglos negativ auf den Konsum der Amerikaner auswirken, der eben von genau dieser Mittelschicht getragen wird. Für mich ist das ein weiteres Puzzleteilchen, dass wir in eine Phase einer breiten Seitwärtsbewegung übergehen werden.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi