Der Benchmark-Index für die Emerging Markets überzeugt nicht
Daniel Wilhelmi in Profit Radar
vom 29. Juni 2011, 19:00 Uhr
ENL5454
Heute möchte ich auf den MSCI Emerging Markets Index eingehen. Viele westliche Anleger decken die Emerging Markets einfach mit ETFs, Zertifikaten oder Fonds auf diesen Index ab. Denn der MSCI-EM ist der Benchmarkindex für die Schwellenländer. Aber die meisten Anleger haben gar keine Ahnung, was sich hinter dem Index wirklich verbirgt.
Also möchte ich Ihnen den Index hier heute aufschlüsseln. Insgesamt beinhaltet der Index 21 Länder. Aber zwei Drittel der Länder machen zusammen gerade nicht mal eine Indexgewichtung von 20% aus. Offiziell investiert der MSCI EM auch in Länder wie die „Next 11"-Staaten Ägypten, Philippinen, Türkei oder Indonesien.
Aber diese Länder sind gerade mal mit rund 0,4%, 0,6%, 1,3% und 2,6% gewichtet. Ganz ehrlich: Das können sie vergessen. Damit partizipieren Sie so gut wie gar nicht an den Entwicklungen dieser Schwellenländer.
Stattdessen spielt die Musik nur in 7 Ländern - und richtige Power bringen eigentlich sogar nur 4 Länder mit. Die 7 Schwergewichte sind die 4 BRIC-Staaten sowie Südkorea, Taiwan und Südafrika. Das Indexschwergewicht ist China mit einer Gewichtung von knapp 18%. Danach kommt Brasilien mit knapp 16%, gefolgt von Südkorea (knapp 15%) und Taiwan (knapp 12%).
Südafrika besitzt als Nummer 5 bereits nur noch auf eine Gewichtung von gut sieben Prozent - genau wie Indien und Russland. Damit kommen wir schon zu dem ersten großen Nachteil des Index: Man investiert nicht wirklich gut diversifiziert in die globale Welt der Emerging Markets.