Der Aufschwung ist da!
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 18. November 2009, 16:00 Uhr
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wie Ihnen mein Kollege Tom Firley ja gestern bereits schrieb, meint es die Technik zur Zeit nicht gerade gut mit mir... Ich bitte meinerseits um Entschuldigung für die Panne gestern (auch wenn letztlich unverschuldet durch mich). Gleichzeitig kann ich Ihnen aber versichern, dass Ihnen trotzdem nichts der gestrigen Ausgabe entgehen wird.
Ganz getreu dem Motto "Jetzt erst recht!" werde ich daher die verlorenen Beiträge von gestern Stück für Stück nochmals neu schreiben und in die Ausgaben der kommenden Tage einfügen. Damit ist zwar der Wochenplan vom Montag teilweise etwas hinfällig, aber ich bin mir sicher, es wird trotzdem mehr als genug interessante Dinge für Sie zu lesen geben.
Was gibt es also an Neuigkeiten?
So langsam wird es auch mir klar: Das Wachstum ist nachhaltig vorhanden und lässt sich zweifelsfrei belegen! Niemand kann das abstreiten - auch ich nicht. Die Zahlen sprechen einfach für sich. Der Aufschwung ist da.
Sie denken, ich spreche von der Wirtschaft? Weit gefehlt (noch bin ich im Vollbesitz meiner zwei Augen und meiner geistigen Kräfte).
Eine weltweite Untersuchung bei über 1000 Einzelhandelsketten ergab vor wenigen Wochen, dass Ladendiebstähle im vergangenen Jahr einen deutlichen Aufwärtstrend von +5,9% aufwiesen (im Vergleich zur regulären Steigerungsrate von 1,5%).
Nordamerika liegt hier klar vorne mit über 8% Zuwachs (die genauen Hintergründe erfahren Sie hier).
Ist das nicht ein wunderbares, weiteres Zeichen des weltweiten, robusten wirtschaftlichen Aufschwungs, der jeden Tag von den Medien fast schon verzweifelt herbeigeredet wird?
Auch die extrem reichen Familien dieser Welt haben laut einem Bericht der Financial Times ordentlich Vertrauen in diesen "Aufschwung" und verkaufen vor lauter Freude und Zuversicht doch glatt ihre Hedgefonds und steigen stattdessen "signifikant" (Originalzitat aus dem Bericht) in Gold und Silber ein. So sieht Zuversicht aus, liebe Leser!
Damit es in Ihrem Portfolio allerdings tatsächlich aufwärts geht, habe ich heute den vorerst letzten Teil meiner Optionsserie für Sie, der Ihnen nochmals eine Reihe von Trading-Tipps gibt.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen und hoffe meine kleine Optionsserie für fortgeschrittenere Anleger war für Sie insgesamt von Nutzen und sagte Ihnen zu.
Alexander Hahn
Optionen für Fortgeschrittene Teil 5: „Management von Optionspositionen 2"
Der folgende Artikel setzt ein Grundwissen in der Thematik „Optionen" voraus. Unter den folgenden Links können Sie Ihr Wissen zu diesen Grundlagen wieder auffrischen. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen:
Keine Angst vor Optionen (Teil 1 von 4)
Keine Angst vor Optionen (Teil 2 von 4)
Keine Angst vor Optionen (Teil 3 von 4)
Keine Angst vor Optionen (Teil 4 von 4)
Optionen für Fortgeschrittene (Teil 1)
Optionen für Fortgeschrittene (Teil 2)
Optionen für Fortgeschrittene (Teil 3)
Optionen für Fortgeschrittene (Teil 4)
Liebe Leser,
mit dem heutigen Teil „Management von Optionspositionen 2 - das Rollen einer ITM-Option“ endet unsere Mittwochsserie „Optionen für Fortgeschrittene“. Ich hoffe, Sie können dieses Wissen auf Ihr eigenes Trading mit Optionen und Optionsscheinen anwenden und dadurch zukünftig eine (noch) bessere Performance erzielen. Ich bin übrigens auf Ihr Feedback zu dieser Serie sehr gespannt... Hat sie Ihnen genutzt? Fanden Sie die Serie zu theoretisch oder zu kompliziert? Wünschen Sie zusätzliche Weiterbildungsserien zu anderen Themen? Schreiben Sie mir und ich werde Ihre Wünsche so weit es geht gerne berücksichtigen.
Wiederholung
In der letzten Ausgabe „Management von Optionspositionen 1“ gingen wir auf drei mögliche Szenarien ein, welche einem In-the-Money (ITM)-Optionshalter begegnen können. Die ersten beiden habe ich ausführlich erläutert, so dass hier hoffentlich keine weiteren Fragen mehr offen sind.
Ich werde Ihnen in den folgenden Abschnitten erklären, wie und warum Sie durch das Rollen einer ITM-Option noch während des laufenden Trades Gewinne sichern und dabei gleichzeitig Ihr Risiko stark senken können.
Das Rollen einer ITM-Option - Grundlagen
„Rollen einer Option“ bedeutet nichts anderes, als dass Sie Ihre derzeitige Option durch eine andere ersetzen. Aber warum und wann sollten Sie das tun? Das Rollen einer Option hängt einerseits vom Delta-Effekt, andererseits von der verbleibenden Restlaufzeit der Option ab.
Wir unterscheiden zwischen:
horizontalem Rollen (1)
vertikalem Rollen (2)
diagonalem Rollen (3)
1) Horizontales Rollen
Hierbei ändert sich der Basispreis zwischen der alten und der neuen Option nicht, lediglich das sog. „Expiration Date“ (Verfalldatum der Option) wird nach hinten geschoben. Wenn Sie also eine $150er Call Option auf Goldman Sachs mit Laufzeit Januar 2010 verkaufen und stattdessen eine $150er Call-Option April 2010 kaufen, haben Sie horizontal gerollt.
2) Vertikales Rollen
Bei dieser Art von Rollen bleibt die Laufzeit der neuen Option gleich, wogegen sich der Basispreis ändert. Sie rollen die Goldman Sachs Jan 2010 Call-Option vom Basispreis $150 auf den Basispreis $160? Dann haben Sie vertikal gerollt.
3) Diagonales Rollen
Sie ahnen es wahrscheinlich schon - wir rollen sowohl den Basiswert als auch die Laufzeit der Option. Wenn wir also z.B. unsere Goldman Sachs $150er Januar 2010 Call-Option durch einen $160er April 2010 Call ersetzen, rollen wir diagonal.
Warum das Rollen einer Option Sinn macht
Letzte Woche erklärte ich Ihnen, warum das horizontale Rollen einer Option aufgrund der verbleibenden Restlaufzeit der Option immer geprüft und ggf. durchgeführt werden sollte.
Konzentrieren wir uns deshalb heute auf das vertikale Rollen einer Option (diagonales Rollen schließe ich in meinen Ausführungen mit ein). Der zentrale Gedanke hinter dem vertikalem Rollen ist, dass wir uns den Delta-Effekt auch nach Ansteigen des Basiswertes weiter zunutze machen und dabei gleichzeitig unser Risiko reduzieren. Steigt der Basiswert unserer Option stark an, verteuert sich automatisch die Option und das Delta vergrößert sich. Betrachten wir zur Verdeutlichung das Goldman Sachs Beispiel von letzter Woche:
Wir hatten 100 Aktien von Goldman Sachs (GS) durch die April 2010 Call Option mit dem Basispreis von $150 ersetzt. Diese Option kostete $3400; der Aktienkurs von GS betrug $175. Unterstellen wir GS nun einen Anstieg um $25 pro Aktie auf $200, würde sich die Option auf ca. $5400 verteuern und das Delta, welches vorher 0,76 betrug, sich auf 0,92 erhöhen. Doch was sollten wir jetzt tun? Gewinne mitnehmen? Gewinne laufen lassen? Teilgewinne mitnehmen (funktioniert bei einer Option so ohne weiteres leider nicht).
Das Vertikale Rollen bietet eine interessante Lösungsmöglichkeit an. Wir verkaufen die Option für $5400 und streichen einen Gewinn von $2000 ein. Gleichzeitig kaufen wir die $175 Call Option für ca. $3800 und einem Delta von 0,76. Damit haben wir uns einen Teil der Gewinne gesichert und machen uns wieder den Delta-Effekt zunutze. Denn fällt jetzt die Aktie wieder auf $175 zurück, würde wir nur etwa $1500 verlieren und hätten uns damit einen Gewinn von $500 gesichert, obwohl sich im Endeffekt der Basispreis am gleichen Punkt wie am Anfang befindet.
Steigt GS von $200 aus weiter an, können wir das vertikale oder das diagonale Rollen (insofern die Restlaufzeit knapp wird) beliebig oft wiederholen.
Hinweise zum Rollen von ITM-Optionen
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Ersetzen Sie „alte“ Optionen mit Deltas über 0,9
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Die neuen Optionen sollten ein Delta zwischen 0,7 und 0,8 besitzen
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Achten Sie bei jedem neuen Rollvorgang darauf, dass die neue Option über genügend Restlaufzeit verfügt, und dass Sie diese immer anhand des Deltas auswählen.
Erkennen Sie nun, warum Optionen Aktienpositionen oftmals überlegen sind?
Ich spare mir an dieser Stelle eine ausführliche Zusammenfassung der letzten 5 Ausgaben dieser Optionsserie. Stattdessen (in aller Kurzform) noch einmal die wichtigsten Punkte...
Warum Sie auf Optionen nicht verzichten sollten:
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weniger benötige Liquidität im Vergleich zu Aktienposition
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limitiertes und damit kleineres Risiko (in absoluten Zahlen ausgedrückt) und insofern Sie die Option als Aktienersatz sehen
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long oder short auf einen Basiswert
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zahlreiche Strategien für Anfänger (z.B. Covered Call) aber auch für Fortgeschrittenen (z.B. Strangle, marktneutrale Strategien) verfügbar
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Delta-Effekt bei ITM-Optionen minimiert deutlich das Risiko
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Durch geschicktes Positionsmanagement (Rollen einer Option) nochmalige Risikoreduzierung möglich
Ich hoffe, Sie lassen sich trotz der Komplexität dieses Themenfeldes von der Faszination „Optionen“ anstecken. Denn wie viele von Ihnen vielleicht noch nicht wissen, können Sie auch auf zahlreiche deutsche Werte Optionen kaufen oder verkaufen (schreiben).
Beste Grüße