Der Anfang vom Ende
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 07. März 2007 07:30 Uhr
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Während meines Urlaubs versuchte ich bei einem Abendessens zwei Teenagern zu erklären, was vor sich geht.
“Das könnte der Anfang vom Ende sein. Die Zentralbanken und die Finanzindustrie haben leicht verfügbares Geld in Umlauf gebracht. Die Leute haben das Geld genommen und natürlich haben sie es ausgegeben und investiert.“
“Doch früher oder später werden die Kreditgeber dieses Geld zurückhaben wollen. Wenn das passiert, dann werden die Kreditnehmer ihr Geld zusammenkratzen müssen ... Und dann wird jeder versuchen Geld zu machen – indem er Sachen verkauft – und die Sachen, die verkauft werden, werden im Preis fallen, weil so viele davon zum Verkauf angeboten werden.“
“Das macht es für die Leute, die versuchen ihre Kredite abzuzahlen, schwerer, an das Geld zu kommen, das sie dafür brauchen. Einige werden nicht dazu in der Lage sein, also werden auch die Kredite selbst faul werden; sie werden wertlos, denn sie werden niemals zurückgezahlt werden. Und so werden auch die Kreditgeber selbst leiden, denn sie werden das Geld, das sie verliehen haben, nicht zurückbekommen. Es ist schon ausgegeben. Oder es wurde schlecht angelegt.“
“Das alles wird zu einem gewaltigen Chaos … denn die Leute stellen fest, dass sie nicht so viel Geld haben, wie sie dachten.“
Ich unterbreche die Unterhaltung am Abendbrottisch mit ein bisschen mehr Hintergrundwissen. Sie haben den weltweiten Aktieneinbruch am vergangenen Dienstag vielleicht als nervenaufreibend oder schockierend empfunden. Aber Sie sollten es nicht überraschend gefunden haben. Es gibt einige Bedrohungen für ihr Geld, die nicht vorhersehbar sind – Kriege, Naturkatastrophen und Diebstähle. Aber es gibt andere Übel, die unvermeidlich sind, und das unvermeidliche Ergebnis einer Blase ist, dass sie platzen wird.
Jeder der sagt, er sei von dem großen Rückgang der Aktienpreise überrascht worden, hat einfach nicht gut genug aufgepasst.
Wann hat es zuletzt eine Blase gegeben, die nicht geplatzt wäre? Nie. Es hat noch keine gegeben. Alle Blasen platzen. Alle lebenden Dinge sterben. Alle Papierwährungen werden wertlos. Alle Imperien werden zerstört. Alle Politiker lügen.
Aber wenden wir uns von diesen ewigen Wahrheiten wieder ab und sehen wir uns an, was kürzlich vor sich gegangen ist. Die Geldmenge steigt schnell. Erst diese Woche stellte ich fest, dass die Geldmenge des Euro heute mit der höchsten Geschwindigkeit seit 17 Jahren steigt – fast 10% sind es im Jahr. Der Dollar steigt mit ungefähr der gleichen Geschwindigkeit. Und in Indien steigt die Geldmenge mit einer Geschwindigkeit von 21% im Jahr. Und er Yuan? Ich weiß es nicht, aber ich gehe davon aus, dass es einem den Atem stocken ließe.
Warum so viel Geld? Weil wir uns in der Blasenphase einer Kreditexpansion befinden. Und eines der Highlights dieser Phase ist, dass die Bank of Japan Kredite für weniger als 1% vergibt. Das verführt die Spekulanten dazu, in den Carry Trade einzusteigen, bei dem Yen geliehen werden ... die dann zu den Dollars oder zu anderen Währungen gebracht werden ... und in Anlagewerte investiert, die höhere Erträge bringen.
Jeder, der noch irgendwie bei Verstand ist, sollte erkennen, dass alles, was dieses frische und eifrige Geld vielen Leuten bringen kann, Probleme sind. Und jeder, der sich die Mühe macht, die Schlagzeilen zu lesen, kann feststellen, dass der Ärger schnell kommt.
Noch vor wenigen Tagen warnte sogar unser einstiger Vorsitzender der Fed, Alan Greenspan, dass die Nation bis zum Ende des Jahres in einer Rezession stecken könnte. Warum? Weil der Immobilienmarkt nachgibt.
Die Produktion befindet sich schon in einer Rezession. Immobilien sehen so aus, als seien sie auch auf dem Weg in eine Rezession. Die Verkäufe von Neubauten sind beispielsweise im Januar um 16,6% gefallen – der schärfste Rückgang in 13 Jahren. Weniger kreditwürdige Schuldner machen Pleite. Und die LA Times schreibt ‚Hypothekenverstöße steigen weiterhin.’
Und jetzt droht die Zentralbank, den Stöpsel aus dieser Badewanne der Liquidität zu ziehen.
“Hier haben wir es mit einer Blase zu tun. Die Investoren sollten sich wegen der Risiken Sorgen machen“, sagte Cheng Siwei, der Vize-Vorsitzende des Nationalen Volkskongresses in einem Interview am 30. Januar in der Financial Times. „Aber in einem Bullenmarkt werden die Leute vergleichsweise unvernünftig investieren. Jeder Investor geht davon aus, dass er nur gewinnen kann. Aber viele werden letzten Endes Geld verlieren. Aber das ist deren Risiko und deren Entscheidung,“ warnte Cheng.
Auch die Bank of Japan warnte die Spekulanten, dass sie besser auf der Hut sein sollen. Sie haben die kümmerlichen Tagesgeldsätze angehoben. Die Schweizer Nationalbank kam mit der gleichen Warnung: Kredite seien leicht zu bekommen, sagte sie, aber sie zurückzuzahlen könnte weniger leicht sein. Die europäische Zentralbank hat ihre Zinssätze angehoben und sie sagte, sie werde sie auch wieder anheben.
Wenn ich hier richtig liege, dann sollten sich die Spekulanten den Preis des Yen genauso gründlich ansehen, wie die Passagiere der Titanic die Rettungsboote. Sie haben Yen geliehen. Jetzt müssen sie Yen zurückzahlen. Und während sie sich Sorgen machen, gehe ich davon aus, dass der Yen steigen wird ... denn sie müssen Yen kaufen, um die Kredite zurückzuzahlen. Und das ist genau das, was passiert ... vielleicht bislang nur zaghaft und heimlich. Und das ist auch der Grund, warum ich weiterhin davon ausgehe, dass Investitionen, die auf Yen ausgezeichnet sind, erstaunlich stark dastehen werden, wenn die Kreditblase an Luft verliert.
Doch ich beobachte immer noch und warte. Vergangene Woche hat der Dow einen Rückschlag eingesteckt ... bescheidene 500 Punkte. Die Entwicklungsmärkte sind durchwachsen. Der Yen ist gestiegen. Ob es sich hierbei um etwas Ernstes handelt oder nicht, das werden wir sehen, wenn in der nächsten Zeit immer mehr Investoren nach Schutz suchen ... und wenn der Yen steigen wird.
“Aber Dad”, sagte Henry, “wenn du Recht behältst, dann wird ein großes Chaos kommen, und die Leute werden viel Geld verlieren. Doch wenn die Leute wüssten, dass ein großes Chaos kommt, dann würden sie doch ihre Anlagen verkaufen, stimmt’s? Aber der Preis der Anlagen ist noch nicht gesunken. Die meisten Leute scheinen also nicht zu denken, dass du Recht hast. Sie denken, du liegst falsch. Sie verkaufen nicht. Sie kaufen. Aber wenn sie denken, dass du Unrecht hast ... und wenn sie kaufen … sollten die Investitionen dann nicht steigen ...?“
“Ja… solange das Geld weiter fließt. Aber es kommt immer eine Zeit, in der das Geld knapp wird .... und die Investoren nervös ... oder wenn die Sterne eine neue Phase einläuten – ich weiß nicht genau, was es auslöst. Aber wenn es soweit ist ... dann will man sicher sein, dass man vor allen anderen ausverkauft hat.“
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