Der Anfang vom Ende der Krise?
Miriam Kraus in Rohstoff Daily
vom 8. Februar 2012, 20:45 Uhr
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Nomuras Europa-Chef John Phizackerly glaubt, dass das Schlimmste in der europäischen Schuldenkrise langsam überstanden sein könnte. "Wenn wir es schaffen können, die europäischen Märkte freizumachen und den Zugriff auf nicht-regierungsabhängiges Kapital zu verstärken, dann ist das der Anfang vom Ende der Krise", so der Europa-Chef des japanischen Finanzdienstleisters beim Weltwirtschaftsforum in Davos.
Ist der Mann überzogen optimistisch? Ich glaube nicht, ich denke, er hat Recht. Ein bedeutsamer Pluspunkt ist, dass die europäischen Banken wieder verstärkt Zugriff auf finanzielle Mittel haben. Dies ist natürlich insbesondere der EZB zu verdanken, die mit ihren Lockerungsmaßnahmen auch intensiv zur Beruhigung beigetragen hat.
Das wichtigste ist jetzt, dass das Vertrauen vollständig nach Europa zurückkehrt. Das bedeutet zwar nicht, dass die grundlegenden Schuldenprobleme der Staaten oder generell die grundlegenden Probleme des weltweiten Finanzsystems gelöst sind (das ist aber sowieso eher eine Aufgabe, die viele Jahre an Zeit in Anspruch nehmen wird). Aber wenn das Vertrauen zurückkehrt, dann können auch die ausländischen Investoren mit ihrem Kapital zurückkehren - und das ist insbesondere wichtig.
Griechenland
Um dieses Vertrauen wieder herzustellen ist es speziell von Bedeutung, dass das Griechenland-Schuldendebakel gelöst wird. Mit „gelöst" meine ich, dass die Umschuldung Griechenlands auf eine Weise ausfällt, die der bestmöglichen Kompromisslösung entspricht.
So oder so, Griechenland hat schwere Probleme - das Wichtigste aber ist, dass der griechische Schuldenschnitt regelhaft und kontrolliert über die Bühne geht. Nur dann lässt sich ein unkontrolliertes Übergreifen von Vertrauensproblemen auf die wirklich wichtigen Länder der Eurozone, wie Italien und Frankreich, verhindern.
Wenn das geschehen ist, stellt sich natürlich immer noch die Frage, wie es mit Griechenland weiter geht (entweder bleibt das Land in der Zone, wird weiterhin finanziell unterstützt, muss dafür aber endlich den uneingeschränkten Willen für wichtige Strukturreformen zeigen und diese bedingungslos durchführen oder Griechenland verlässt die Eurozone), doch Griechenland alleine ist nicht systemisch bedeutsam für die Eurozone. Wichtig ist, dass man seitens der Zone jetzt deutlich macht, dass man auch eine Umschuldung unter Kontrolle hat und alles dafür tun wird, den Rest der Zone abzuschirmen...dann könnte Griechenland auch die Zone verlassen, falls das Land dies tatsächlich in Erwägung ziehen sollte.
Rückendeckung durch die Notenbanken
Die US-Wirtschaft ist mit 2,8% im 4.Qurtal etwas schwächer gewachsen, als vom Konsens erwartet. Der springende Punkt ist aber, dass die US-Wirtschaft immerhin wächst, auch wenn die Erholung (wie von mir erwartet) langsam ausfällt. Dies aber unterstützt weitere Lockerungsmaßnahmen der FED und liefert eine Begründung dafür, dass die FED ihre Niedrigzinspolitik bis 2014 aufrecht erhalten wird.
Alles in allem erhalten wir damit, die von mir erwartete Rückendeckung durch die Notenbanken FED, EZB, und Peoples Bank of China, die sich allesamt im Lockerungs-/Zinssenkungs-/Niedrigzins-Modus befinden.
Dies kommt insbesondere unseren Edelmetall-Anlagen zugute.
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Warum das unseren Edelmetall-Anlagen zugute kommt? Im 2.Teil....
Zum zweiten Teil von: Gold zahlt keine Zinsen, Staaten aber auch nicht!
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Pesimist (09.02. 2012 10:08 Uhr):
Wenn Griechenland abgefrühstückt ist ,kommt Portugal. Europa in dieser Form, ist nicht zu halten. Ihr Optimismus in allen Ehren,aber teilen kann ich ihn nicht. Ich kann nur hoffen, dass dieses nicht noch Jahre hinausgezögert wird. Ansonsten wird die Bereinigung grausamm.
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