Jürgen Nowacki in Investoren Wissen zum Thema Chartanalyse
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Ein Handelssignal ist nur so gut wie die Trendstärke, die es auslöst!
Deshalb komme ich heute nach längerer Zeit wieder einmal auf den Trend zurück und stelle Ihnen eine Methode vor, mit der Sie sich einen Eindruck über die Trendstärke verschaffen können.Neben dem Directional Movement Index (DMI) von Wilder, wie ich ihn auch im Target Trader einsetze, zeige ich Ihnen heute den ADX, den Average Directional Index, eine Weiterentwicklung des DMI und aus meiner Erfahrung gut für Daytrader geeignet, die im Echtzeitmodus (1 Minutenchart) arbeiten. Die Rechenformel dafür können Sie sich kostenlos von der VTAD-Webseite, dem Berufsverband der Technischen Analysten herunter laden.
Der ADX ist ein Oszillator, der zwischen 0 und 100 fluktuiert. Notiert der ADX unter 20, haben wir es mit einem schwachen Trend zu tun, oberhalb von 60 Punkten zeigt der Trend auf very strong. Der ADX ist eine Ableitung aus 2 Messgrößen, die einen Rechenschritt vorher ermittelt werden, dem +DMI (Directional Movement Indicator) - gut an der grünen Linie zu erkennen - und dem gegensätzlichen -DMI, der in rot dargestellt ist und für die negative Kursentwicklung steht.
Fangen wir, wie immer, gleich mit der Interpretation an, damit Sie sofort wissen, wo der Nutzen liegt.
Chart 1: Apple, Inc. vom 5. Juni 2012 bei 562,83 USD
Im unteren Chartbereich sehen Sie den ADX (schwarz) mit einer Trendstärke von 18,27 Punkten (< 20 = sehr schwacher Trend). In rot sehen Sie den -DMI bei 27,57 Punkten und das Gegenstück, den +DMI in grün bei 19,61 Punkten. Der Markt steht vor einer Entscheidung, denn obwohl die Minuskursnotierungen überwiegen (rot über grün) ist die Trendstärke für weiter fallende Kurse schwach ausgeprägt. Anders ausgedrückt: steigt der ADX über 20 Punkte bei steigenden Kursen erhalten Sie ein Kaufsignal. Aber Vorsicht: Sollte der Kurs der Aktie steigen und der Apple-ADX bleibt schwach dann haben Sie es mit großer Wahrscheinlichkeit mit einem Fehlsignal zu tun.