Der 6. Schritt zur finanziellen Reife: Ohne Perfektionismus
Dr. Markus Schoor in Investoren Wissen
vom 07. August 2007 16:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
zum aktuellen Markt haben wir heute einen sehr wichtigen Gastartikel Chris Johnson, der diesem Artikel direkt folgt.
"Ich habe bereits in einer vorherigen Lektionen zur finanziellen Reife gesagt, dass man an der Börse die besten Ergebnisse mit 20 Minuten Beschäftigung am Tag erzielt – und eben nicht mehr. An dieser Zahl hängen eine ganze Reihe von weiteren Fehlern, die sich alle durch eine stärkere Aufmerksamkeit und „Arbeit“ an der Börse ergeben: z.B. die Ärgerfalle („jemand zockt mich ab“), aber auch die Wiedergutmachungsfalle („schnell das verlorene Geld zurückgewinnen“), oder dem Gefühl man könne müsse jede Bewegung traden, und viele weitere Fallen.....
Sie alle hängen aber im Grunde an einem Problem: an einem unangebrachten Perfektionismus, der sich oft aus dem Gefühl ergibt, dass man sonst ja Gewinne nicht verdienen würde. Aber das ist alles ein „Gewinnverhinderungsprogramm“.
Wie mache ich Ihnen das klar? Ach, ja...
mit der Geschichte von den zwei Höllen
Ein Mann kommt ums Leben und spricht bei Petrus vor. Dieser eröffnet ihm, dass es bei seinem Lebenswandel für den Himmel nicht reicht. „Aber“ sagt Petrus, „ich lasse Dich immerhin zwischen der französischen und der deutschen Hölle wählen.“
„Aha“, sagt der Mann, „was hat es denn mit der deutschen Hölle auf sich?“
„Also morgens wird man ganz früh geweckt und dann bekommt man erst einmal 40 Schläge mit einem Knüppel, danach muss man einen viel zu heißen Essigtee trinken, der einen innerlich völlig verbrennt, und dann geht es raus aufs Feld, wo man barfuss und mit bloßen Händen den ganzen Tag Unkrautjäten muss.“
„Und was erwartet mich in der französischen Hölle?“ fragt der Mann.
„Also morgens wird man früh geweckt, dann gibt es vierzig Schläge mit dem Knüppel, dann den superheißen Essigtee, dann geht es raus aufs Feld.....“
„Wo ist denn da der Unterschied?“ fragt der Mann ganz aufgebracht.
„Nun, ja,“ ziert sich Petrus ein wenig, „in der französischen Hölle geht es halt französisch zu: Mal fehlt der Knüppel, mal ist der Tee kalt, ...... ?!“
Nun, warum erzähle ich Ihnen diese Geschichte:
- Die Börse ist wie die französische Hölle.
- Seien Sie nicht so dumm und wetten wie ein Daytrader auch noch darauf, ob gerade heute der Knüppel ausfällt.
An der Börse gilt: Achten Sie stets auf das Risiko, aber bilden Sie sich nicht ein, dass der Dax auch nur einen Cent dafür herausgibt, nur weil Sie in ihn viel Arbeit investieren oder ihn bemuttern." (dieser Beitrag wird mit Genehmigung des Investment LernSystems abgedruckt, wo er bereits 2004 erschien)
Beste Sommergrüsse
Doc