Denken Sie an Rohstoffe!
Von Georg Pröbstl in Investoren Wissen
vom 07. Februar 2006 16:00 Uhr
ENL5454
Alles blickt auf Rohöl und Gold. Vielleicht haben Sie selber ein paar Unzen des gelben Metalls im Banktresor. Anleger konnten mit beiden Rohstoffen in den letzten 12 Monaten hübsche Gewinne einstreichen. Das schwarze und gelbe Gold stiegen jeweils um rund 40 % im Kurs.
Rohstoffe boomen quer Beet
Tatsächlich boomen aber fast alle Rohstoffe. Ich habe mir einmal die Preisentwicklung der einzelnen Industrie- und Edelmetalle sowie von Energie angesehen. Zusätzlich noch die Kurse der Soft Commodities, also der Waren, wie Kaffee, Baumwolle oder Zucker.
Fast alle konnten in den letzten 12 Monaten zulegen: 45 % plus gab es bei Aluminium und Blei, 60 % Anstieg bei Kupfer, 100 % Kursgewinn bei Zink. Palladium kletterte 25 %, Silber 50 %. Die Soft Commodities liegen alle etwa 20 oder 30 % vorne. Bei Orangensaft gab es sogar einen Anstieg um 50 %. Zucker konnte sich im Preis sogar verdoppeln.
Die einzigen Rohstoffe, die bisher nicht liefen, waren Zinn und Nickel sowie die Soft Commodities Kaffee und Kakao.
Einer der Hauptgründe für die steigenden Preise bei fast allen Rohstoffen ist das starke Wachstum der Weltwirtschaft. Energie ist gefragt. Industriemetalle heiß begehrt.
Da auch es auch in diesem Jahr weltweit hohes Wirtschaftswachstum geben wird, sollten Rohstoffe auch 2006 gefragt sein.
Diversifizierung bringt höhere Gewinne und senkt das Risiko
Aus Gründen der Risikostreuung sollten eigentlich alle Anleger auch Rohstoffe im Depot haben. Der US-Nobelpreisträger und Professor für Volkswirtschaft Harry M. Markowitz hat in seiner Portfoliotheorie schon 1952 für Aktiendepots bewiesen, dass ein Depot, dass breit gestreut ist mehr Rendite verspricht und sogar noch das Risiko senkt.
Breit gestreut bedeutet, dass Sie auch Aktien aus verschiedenen Ländern und verschiedenen Branchen im Depot haben. Der Gedanke ist einfach: Läuft es einmal in einem Land schlecht, dann gibt es möglicherweise in einem anderen einen Boom.
Auch Rohstoffe sichern ab. Natürlich können Sie beispielsweise auch die Aktien von Minengesellschaften oder Versorgern und Ölkonzernen kaufen. Doch auch die beste Aktie läuft weniger gut in einem schwachen Markt. Kommt ein Crash, zieht das auch hochprofitable Rohstoffwerte zumindest vorübergehend mit nach unten. Anders dagegen Rohstoffe. Die scheren sich nämlich weniger um den Zustand der Aktienmärkte.
Denken Sie an die Terroranschläge in New York im September 2001. Während die Aktienmärkte in den Keller rauschten, kletterte Gold beispielsweise in wenigen Tagen um rund 10 %.
Inzwischen gibt es übrigens auf fast alle Rohstoffe oder Waren Optionsscheine oder Zertifikate. Auf Baumwolle beispielsweise werden an der EUWAX in Stuttgart 17 verschiedene Zertifikate gehandelt, auf Sojabohnen sind es 23 auf Zucker sogar 42. Bei Optionsscheinen haben Sie wegen des Hebels sogar noch die Chance, dass Sie deutlich überproportional verdienen können.
Tipp:
1) Wenn Sie auf Rohstoffe setzen wollen, finden Sie passende Fonds, Zertifikate oder Optionsscheine im Internet auf den Seiten von www.fondsweb.de, www.zertifikateweb.de oder www.onvista.de.
2) Sie können auch auf ganze Rohstoffkörbe oder -indizes setzen. Zum Beispiel auf den CRB Rohstoffindex (DE000SG0E906) oder den Goldman Sachs Commodity Index GSCI (DE000GS0CCU1).
3) Bei Rohstoff-Fonds sollten Sie wegen des Ausgabeaufschlags immer mit einem längeren Anlagehorizont kalkulieren.
4) Mit einem Zertifikat auf Rohöl können Sie bei weiter steigenden Ölpreisen mit den Gewinnen wenigstens die höhere Benzin- und Heizölrechnung bezahlen.
ähnliche Beiträge:
- Von Baumwollrekordernten und China
- Ein näherer Blick auf Aktien und Rohstoffe
- Rohstoffe sind aussichtsreich, aber nicht die spannendsten Sektoren in
- Die Regierung wiederholt die Fehler der Kommunisten
- Neues vom Rohstoffmarkt
- Rohstoffe und Aktien
- Das grösste Kupferprojekt der Welt
- Rohstoffe - Teil 2 von 2
- Die Mythen über Rohstoffe ausmisten