Denk ich an Deutschland in der Nacht ...
Axel Retz in DAX Daily
vom 06. September 2006 08:30 Uhr
ENL5454
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
Wie Sie wissen, findet in Berlin gerade die 46. Internationale Funkausstellung (IFA)statt. Und Flachbild-Fernsehgeräte, digitales Fernsehen und Internet-TV erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.
Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn Zeitgenossen, die vor dem TV gar keine Zeit genossen und das auch nicht vorhaben, deswegen gleich von Zahlungen an die Kölner GEZ befreit würden. Denn an die GEZ muss auch derjenige zahlen, der ein internetfähiges Gerät (also z. B. einen neueren Computer) besitzt und damit theoretisch in der Lage wäre, sich Zugriff auf kostbare TV-Sendungen zu verschaffen. Das gilt auch dann, wenn er nicht einmal über einen Internetanschluss verfügt.
Mein treuer Leser Hermann H. sandte mir hierzu gestern einen sehr interessanten Leserbrief eines Betroffenen, der die Problematik sehr schön auf den Punkt bringt:
„Ich soll also Gebühren dafür zahlen, dass ich ein Internet-fähiges Gerät besitze, auch wenn ich gar keinen Internetanschluss habe? Tja, dann werde ich mal ganz schnell Kindergeld beantragen. Ich habe zwar noch keine Kinder, aber das Gerät ist vorhanden."
Das permanente Misstrauen des Staates gegenüber seinen Bürgern ist schon eigenartig. Und die Zugriffsmöglichkeiten der Behörden auf private und privateste Daten haben sich in den letzten Jahren geradezu drastisch erhöht.
Meiner diesjährigen Steuererklärung habe ich deswegen vorbeugend gleich einmal ein lückenloses Päckchen aller meiner Kontoauszüge beigefügt. Hoffentlich habe ich mich damit nicht besonders verdächtig gemacht. Denn wer demonstriert, dass er rein gar nichts zu verbergen hat, der muss doch fast schon …, oder?