Den Nachrichten auf der Spur
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 15. Februar 2006 12:00 Uhr
ENL5454
Ian Cooper hat heute Morgen berichtet, dass er erstaunt sei, dass die Leute immer noch behaupten, man könne die Verbreitung von Nachrichten nicht als Basis fürs Traden nehmen:
"Um ehrlich zu sein, das Traden auf Nachrichten und Gerüchte wurde zu einem so einfachen Werkzeug für Investitionen, dass manche schon angefangen haben, mit Nachrichten und Gerüchten zu traden, noch ehe sie öffentlich gemacht werden – was illegal ist. Nehmen sie z.B. die Beschuldigungen, David Pacijn habe Insidertrades abgeschlossen, die auf einer Vorveröffentlichung der Kolumne 'Inside Wallstreet' basierten."
"Im gleichen Bericht heißt es: 'Paijcin kaufte alle zehn IWS Aktien früh an dem Tag, an dem die IWS Kolumne veröffentlicht wurde. Als der Artikel dann die Öffentlichkeit erreichte und einen Einfluss auf den Aktienmarkt hatte, verkaufte Pacijn die Aktien wieder.'"
"Selbst er, der angeblich die Aktien vor der Veröffentlichung der Nachrichten gekauft hatte und sie verkaufte, nachdem die Nachrichten veröffentlicht waren, wusste, dass die Verbreitung von Nachrichten dazu führt, dass die Aktien sich bewegen."
"Oder denken Sie an James Hipwell, einen ehemaligen Journalisten des Daily Mirror, der zuletzt für drei Monate hinter Gitter musste, weil er eine Kolumne dazu nutzte, den Aktienmarkt zu manipulieren. In dem Bericht heißt es: 'Der Journalist erzielte mit Trades in Aktien, die er in seiner Kolumne empfahl, einen Gewinn von 41.000 Dollar. Sein Kollege, Anil Bhoyrul erzielte zwischen August 1999 und Januar 2000 fast 15.000 Dollar. Hipwell verteidigte sich mit den Worten: Ich sehe ein, dass es ein Einschätzungsfehler war, nicht damit hinter dem Berg zu halten, dass ich die Aktien, die ich empfohlen habe, auch gekauft hatte und dafür entschuldige ich mich uneingeschränkt.'"
"Er wusste ebenso gut wie Pacijn, dass wenn die Nachrichten erst einmal unter den Massen verbreitet werden, einzelne Aktien dazu neigen, sich zu bewegen. Da wo ich arbeite, gibt es strikte Regeln, wie die Autoren mit den Aktien, die sie empfehlen verfahren sollen. Schließlich besteht unsere Aufgabe darin, profitable Informationen für unsere Abonnenten zu verbreiten."
"Aber wir haben regelmäßig die drei Ebenen der Informationsverbreitung wirksam eingesetzt, um bei den Eingangs- und Ausstiegspunkten anzukommen. Die Informationen sind immer schon veröffentlicht, wenn wir traden. Der einzige Unterschied ist, dass wir auf der Basis von Nachrichten traden, die noch nicht vollständig verbreitet sind."
"Die erste Ebene der Informationsverbreitung besteht in den Informationsquellen, von denen die meisten im Internet veröffentlicht sind. Indem wir diese dauerhaft kontrollieren, erfahren wir die wichtigen Nachrichten als erste und können gleich am nächsten Öffnungstag kaufen."
"Die zweite Ebene ist erreicht, wenn die Anleger die Nachrichten erhalten. Normalerweise steigen Preis und Volumen dann steil an – und diese Tatsache selbst wird zu einer Nachricht."
"Die dritte Ebene ist eigentlich eine Reaktion auf die Reaktion. Der große Sprung beim Preis oder das erstaunliche Volumen fassten die nächtlichen Nachrichten zusammen. Und am nächsten Morgen steigen dann noch mehr Anleger ein. Rufen Sie sich die vielen Male ins Gedächtnis, die sie einen Moderator sagen hörten: 'Aktie XYZ hatte heute das dritthöchste Volumen.' oder 'Dieses Unternehmen war heute unter denen, die durch die Nachrichten die stärkste Bewegung am NASDAQ erlebten, mit einem Anstieg um 40 %.' Der Anlauf am ersten Tag ist eine Reaktion auf die Nachrichten. Am folgenden Tag springt die Aktie noch einmal, weil die Investoren auf die Reaktion reagieren. Dieses Muster haben wir schon unzählige Male erlebt."
"Manchmal lässt diese extreme Volatilität die Trades sehr hoch steigen; es ist dann fast so, als hätte man die Erlaubnis zum Gelddrucken. Sie sehen also, wenn man die großen Neuigkeiten kauft, dann erlebt man oft zwei oder mehr Anläufe, während sich die Nachricht von wenigen tausend Leuten zu einigen hunderttausenden bis zu Millionen und Abermillionen Leuten verbreitet."