Den Märkten würde es gut tun
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 2. Juli 2010, 08:30 Uhr
trotz aller negativer Nachrichten, die gestern zu verdauen waren, konnten sich die US-Indizes gegen Ende der Handelssession klar von den Tagestiefs nach oben absetzen. Es reichte jedoch nicht mehr, um in positives Terrain vorzudringen. Unter anderem belasten die jüngsten Zahlen vom Arbeitsmarkt die Stimmung. Erst enttäuschte am Mittwoch der ADP-Arbeitsmarkbericht, dann folgte gestern ein unerwarteter Anstieg bei den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe. Das alles macht natürlich nicht gerade Mut für die heute anstehenden Arbeitsmarktdaten, die zu den wichtigsten Konjunkturdaten überhaupt gehören. Gerade in Zeiten der Krise werden diese genauestens unter die Lupe genommen. Enttäuschen sollten diese also nicht, obwohl natürlich durch die schwachen Daten im Vorfeld das negative Überraschungspotenzial schon stark eingegrenzt wird, was andererseits auch Chancen mit sich bring. Vielleicht erleben wir daher heute eine positive Überraschung, einen kleinen Wochenendspurt, wenn die Daten nicht ganz so schlecht ausfallen wie es die Zahlen von gestern und vorgestern erwarten lassen? Den Märkten würde es gut tun! Der Dow Jones stand nur Ende Oktober des letzen Jahres tiefer und auch der deutsche Aktienmarkt entfernt sich mehr und mehr vom erst kürzlich markierten Jahreshoch.
Sofern noch nicht durch die heißen Sommertemperaturen geschehen, bekommen Trader am frühen Nachmittag Schweißperlen auf der Stirn. Um 14.30 Uhr werden die so wichtigen US-Arbeitsmarktdaten bekannt gegeben. Behalten Sie die Nerven!
Der Kurzüberblick:
Dax: -1,81%
Dow Jones: -0,42%
S&P 500: -0,32%
Nasdaq: -0,27%
EUR/USD: -0,05%
Gold: -3,69%
Silber: -4,87%
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen habe ich auch diesmal ein paar Werte genauer für Sie unter die Lupe genommen. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind. Trading-Ideen anderer Handelsinstrumente werden im CFX Broker Blog vorgestellt.
Dax (DAX.I): ein starker Abwehrblock
Den heftigen Kurseinbruch am Nachmittag konnte ich recht gut mitnehmen. Zwar nur mit der Hälfte der ursprünglichen Position, und auch nicht bis zum Ende der Abwärtsbewegung, aber immerhin. Einstieg am Hoch und Verkauf am Tief (bzw. umgekehrt bei Aufwärtsbewegungen), das gelingt ohnehin nur ganz selten und ist dann eher dem Zufall geschuldet. Den vorherigen Verlust konnte ich jedenfalls mit dem letzten Trade des Tages mehr als kompensieren. Der Dax drehte am späten Nachmittag exakt an der Unterstützungszone bei 5.830 Punkten wieder nach oben ab. Die späte Erholung an der Wall Street machte sich dann auch beim deutschen Leitindex nachbörslich bemerkbar. Es ging wieder an die 5.900er-Marke heran.
Auch vorbörslich orientiert sich der Dax an der runden Kurs-Marke. Die Erwartungshaltung vieler Marktteilnehmer geht mit Sicherheit in Richtung Erholung, doch gerade die Fortsetzung des Abwärtstrends muss via Trading-Ideen ausreichend abgedeckt werden. Schließlich ist die das immer die wahrscheinlichere Variante und nicht die Umkehr, auch wenn der Dax mit den Unterstützungen bei 5.830 und 5.800 Punkten einen starken Abwehrblock aufgebaut hat. Dreht der deutsche Leitindex an diesen Unterstützungen nach oben ab, kaufe ich den Dax. Ebenfalls auf Erholung setze ich, wenn es gelingt, die 50er-Durchschnittslinie (blaue Linie) zu überwinden. Erholung hin oder her, den Bullen traue ich maximal einen Anstieg bis 6.000 Punkten zu. Hier nehme ich also spätestens Gewinne mit und gehe short, wenn die magische Marke den Bullen keinen Einlass gewährt.
Nun zu den weiteren Short-Einstiegen: Kann die 50er-Durchschnittslinie nicht überwunden werden, gehe ich short, sofern dann auch noch die 5.900er-Marke fällt. Wird die 5.800er-Marke nach untern verlassen, eröffne ich ebenfalls eine Short-Position. Dann geht es mindestens bis 5.740 Punkte nach unten.
Gestriges Ergebnis: Gewinn 42 Dax-Punkte
Dax - 30-Minuten-Chart
Dax (DAX.I): An der Unterstützung bei 5.830 Punkten konnte der Abwärtsdruck gestoppt werden.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
