Demokratie im Irak?
Richard Maybury in Investors Daily
vom 22. April 2005 18:00 Uhr
ENL5454
Die Wahlen im Irak am 30. Januar seien ein glorreicher Tag und ein großer Erfolg gewesen, behaupten die Offiziellen und die vorherrschende Presse.
Ein Schritt in Richtung einer Orientierung des mittleren Ostens zur Demokratie sei es gewesen. Aber ist das wirklich eine gute Sache?
Für die verwestlichten Muslime, die die wünschen, dass ihr oberstes Gesetz demokratisch sei, ist das vielleicht so.
Für den Rest, der sein höchstes Gesetz islamisch ausgerichtet wissen möchte, ist es eine Katastrophe und ein weiterer Anreiz, Guerilla zu werden oder die Guerillas zu unterstützen. Die westliche Liebe der Demokratie ist fast schon albern. Lesen sie die Literatur zur amerikanischen Revolution. Versuchen sie auch nur ein Beispiel dafür zu finden, dass die Söhne der Freiheit oder die Freiwilligen für die Demokratie gekämpft hätten.
Sie kämpften für die Freiheit, was etwas ganz anderes ist, als die Herrschaft der Mehrheit. In den Artikeln, die Madison, Hamilton und Jay im "The Federalist" veröffentlichten, machten sie sehr deutlich, dass sie die Demokratie nicht sehr hoch einschätzten.
In der 10. Ausgabe warnt Madison, dass Demokratien "immer Vorkommnisse mit Turbulenzen oder Streitereien waren und nie geeignet, die persönliche Sicherheit und die Rechte des Eigentums zu gewährleisten; und auch, dass Demokratien immer nur ein kurzes Leben hatten und ein gewaltsames Ende fanden.
Indien wurde die Engländer 1947 los und danach demokratisch. Daraufhin haben die Inder 44 Jahre lang den Sozialismus gewählt, was bedeutet, dass sie wählten, weiterhin in Armut und im Überlebenskampf stecken zu bleiben. Sie wurden nicht eher vernünftig und reicher, als bis zu den Reformen des freien Marktes von 1991.
Was ist bei den Wahlen im Irak am 30. Januar wirklich passiert?
Wie Dutzende anderer Länder sind die Iraker dem Verein der "Amerikaner für einen Tag" beigetreten.
Unter den ehemaligen Mitgliedern dieses Clubs sind auch die Afghanen. Sie haben gewählt und jetzt wird fast ihr ganzes Land von Kriegsherren, Drogenbossen und anderen Typen angeführt, denen man nicht in dunklen Gassen begegnen will.
Russland bekam die Demokratie und was haben sie gewählt? Faschismus und Präsident Putin, der auf dem besten Weg ist, ein zweiter Mussolini zu werden.
Der Hauptpunkt im Irak ist, dass in den letzten 15 Jahren die kurdischen Kinder in Schulen erzogen wurden, die nicht von der irakischen Regierung kontrolliert wurden. Die anderen 80 % der Bevölkerung wurden dahingehend unterrichtet, fanatische Statisten zu werden. Die Freiheit ist ein komplexes System, selbst die meisten Amerikaner verstehen es nicht mehr – niemand bei der Bundesregierung versteht es – und wir gehen hin und glauben, dass die Iraker aufgeklärter sind, als zum Beispiel die Russen es waren?
Es gibt zwei grundlegende Gesetze, die von allen Religionen gelehrt werden, die die Zivilisation erst möglich machen. Das erste ist: Tu alles, dem du zugestimmt hast. Das zweite: Nehme andere Menschen oder deren Eigentum nicht in Anspruch.
Jede Religion drückt diese Gesetze anders aus, aber alle lehren sie. Die weit verbreitete Befolgung dieser Gesetze ist Freiheit.
Die Art der Regierung, die ein Land hat, ist nicht wichtig. Was wichtig ist, ist zu welchem Grad eine Regierung sich an diese Gesetze hält. Eine Diktatur, die diese Gesetze einhält ist immer noch einer Demokratie vorzuziehen, die es nicht tut. Was ich über die Wahlen im Irak weiß ist, dass die irakische Wirtschaft ruiniert ist. Offiziellen Statistiken zufolge liegt die Arbeitslosenquote bei 30 – 40 %, aber manche Wirtschaftswissenschaftler schätzen, dass sie eher bei 50 % liegt. Das ist wesentlich ernster als das schlimmste Jahr der amerikanischen Depression. Wie können mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Iraker, die zur Wahl gingen, das in der Hoffnung, auf ein besseres Leben in der Zukunft taten.
Jetzt muss Washington dieses bessere Leben liefern, und das schnell, denn diese Leute sind verzweifelt; Millionen haben trotz Todesdrohungen ihre Häuser verlassen, um wählen zu gehen. Wenn sich ihr Lebensstandard nicht innerhalb weniger Wochen oder Monate dramatisch verbessert, dann werden viele von ihnen beschließen, dass sie nichts zu verlieren haben, wenn sie den Guerillas beitreten.
Waren die Wahlen im Irak wirklich ein solcher Erfolg, wie die amerikanischen Politiker behaupten? Vielleicht, aber meine Vermutung ist, dass der Irak sich, so ähnlich wie Russland, eher in Richtung Faschismus bewegen wird und Amerika wird für die Probleme verantwortlich gemacht werden.