Dem Wachstum den Weg ebnen
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 10. März 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
Ich kann es nicht mehr ertragen, ich muss etwas sagen. Sie verhalten sich gerade so, als wollten Sie die Krise haben. Was ist nur los mit Ihnen?"
Der obige Brief kam von einem geschätzten Leser, der völlig an der Sache vorbeischreibt. Ich bin genauso großzügig und warmherzig... einfühlsam und bereit zu teilen... wie jeder andere außerhalb einer entsprechenden Anstalt. Ich will nur das Beste für meine Mitmenschen... wirklich.
Aber was ist denn das Beste? Was ist das Beste für den Mitmenschen, der sich ein Haus gekauft hat, das er sich eigentlich nicht leisten kann? Ist es da nicht das Beste, wenn er so schnell wie möglich wieder aus dem Haus auszieht? Was ist das Beste für einen Menschen, der nicht genug Geld für seinen Ruhestand zurückgelegt hat? Sollte er nicht anfangen, so schnell er kann so viel wie möglich zu sparen?
Und wie sieht es mit dem Banker aus, der Geld an Menschen verliehen hat, die ihm das Geld nicht mehr zurückzahlen können? ... oder mit dem Investor, der sein Geld in Projekte gesteckt hat, die nicht wirklich gute Investitionen sind? Sollten diese Menschen ihre Verluste nicht so schnell wie möglich einstecken... und weitermachen?
Die Zeitspanne, in der die Fehler erkannt und korrigiert werden, nennt man eine Krise. Am besten wird es sein, wenn man es hinter sich bringt.
Sie sehen also, liebe Leser, ich glaube nicht an die Perfektion des Menschen und seiner Institutionen. Stattdessen erkenne ich den materiellen Fortschritt. Die Maschinen und Erfindungen des Menschen werden immer besser. Aber der Mensch selbst? Er ist immer noch das, was er immer schon war... eine Beute für Sünde und Torheit... anfällig für Fehler... und bereit für eine gute Zeit.
Wenn der Mensch einmal einen Fehler macht, dann muss er ihn korrigieren. Wenn er mehr ausgibt, als er im Moment verdient, dann muss er in Zukunft weniger ausgeben als er verdient.
Die Entwicklung des Euros
Der Dow ist in der vergangenen Woche wieder gestiegen. Aber er blieb immer noch unterhalb des Höchstwerts dieser Erholungsphase. Der Euro war bei 1,35 Dollar deutlich gegenüber seinem Hoch gefallen... aber er lag immer noch 50% über dem Ausgangspunkt. Gleich nachdem der Euro eingeführt wurde, ist er eingebrochen. Er fiel auf 88 Cent. Die Leute dachten, er sei schwach und nicht durchsetzungsfähig. Sie nannten ihn eine Esperanto-Währung" - womit sie sich auf die Kunstsprache bezogen, die im 19. Jahrhundert erfunden wurde, in der Absicht, die Welt zu vereinen. Esperanto hat sich nie wirklich durchsetzen können. Die Menschen machten sich Sorgen, dass auch der Euro sich nicht durchsetzen würde.
Aber er scheint genauso gut zu funktionieren, wie jede andere Papierwährung auch. Zumindest vorerst. Sie sehen also, einige Erneuerungen funktionieren sogar. Andere funktionieren nicht. Soweit ich sagen kann, ist der Fortschritt der Menschheit entweder so langsam wie ein Gletscher... oder es gibt ihn nicht.
Selbst der wahre materielle Fortschritt ist langsam. In den vergangenen zwei Jahrhunderten lag der durchschnittliche Vermögenszuwachs - im Westen - bei nur 2% im Jahr. Damit bleibt nicht viel Raum für Fehler. Macht man einige große Fehler... so wie die, die durch die Fehltritte der Zentralbank entstehen... und schon ist man auf dem Weg zurück.
Sind die Banker heute wirklich klüger, gerissener und besser als vor 100 oder 1000 Jahren? Wie sieht es mit den Anlegern aus? Machen sie nicht immer noch genau die gleichen Fehler wie immer?
Nicht viele Menschen genießen den Luxus, den ich habe. Hier in meinem Hauptsitz werde ich dafür bezahlt, dass ich die Augen aufhalte... und versuche herauszufinden, was gerade los ist.
Ich werde dafür natürlich nicht gut bezahlt. Und dennoch - es ist ein Luxus in der Lage zu sein, das zu beobachten.. die Wirtschaftswissenschaftler an der Wall Street müssen den großen Banken antworten, die sie einstellen. Natürlich wollen sie zeigen, dass die Welt immer besser wird. Sie wollen, dass ihre Kunden mehr Aktien und Anleihen kaufen... die dann auf immer und ewig mehr wert werden.
Und dann sind da noch die Wirtschaftswissenschaftler, die für die Regierung arbeiten. Sie wollen beweisen, dass sie die Wirtschaft kontrollieren können... und verbessern. Andernfalls würde sich wohl kaum einer die Mühe machen, sie anzustellen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Louis F v WunschRolshoven (10.03. 2010 09:51 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner, ich bitte um Verzeihung, dass ich zu einem Thema schreibe, dass nicht gerade im Zentrum Ihrer Betrachtungen liegt - vielleicht ist ein realistischer Blick allerdings auch bei der internationalen Sprache Esperanto angebracht. Sie schreiben über Esperanto, dass es sich nicht hat durchsetzen können. Esperanto gibt es seit 1887. Kennen Sie irgendeine Sprache, die sich im Laufe von nur 120 Jahren hat durchsetzen können?! Das Englische z.B. gibt es seit etwa 1500 Jahren, erst seit wenigen Jahrzehnten setzt es sich durch (und mit dem Aufstieg von China wird das wohl auch nur noch ein paar Jahrzehnte andauern). Esperanto hat sich in nur einem Jahrhundert einen festen Platz erarbeiten können und liegt heute in der internationalen Kommunikation etwa auf Rang 15 bis 35, je nach Bereich. Es breitet sich weiter aus Der Unterschied zur Einführung des Euro liegt vor allem darin, dass beim Euro die nationalen Regierungen gleich zu Beginn gemeinsam beschlossen haben, die eigene Währung zugunsten des Euro aufzugeben, während eine solche Einigung zugunsten von Esperanto in der internationalen Kommunikation bisher nicht erfolgt ist. Dass das nicht geschehen ist, liegt u.a. daran, dass nationale Regierungen in der Regel stärker dem kurzfristigen nationalen Wohl (und ihrem eigenen) als dem längerfristigen internationalen Gemeinwohl verpflichtet sind. Dabei könnte Esperanto mittelfristig Lern- und Arbeitszeit in der Größenordnung von etwa 1 bis 2 % des jeweiligen Nationaleinkommens (BSP) einsparen helfen. Von Einsparungen und verbesserter Kommunikation im privaten und beruflichen Bereich ganz zu schweigen. Mit freundlichen Grüßen Louis F. v. Wunsch-Rolshoven
Antworten - Kommentar von nussbaumer gerhard (10.03. 2010 12:47 Uhr):
Punkto Wirtschaftswissenschaftler schließe ich mich Volker Pispers an. Ich glaube der gute Mann liegt nicht ganz falsch.
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