Deflation, nicht Inflation zeichnet sich als Hauptproblem ab
Profit Radar
vom 13. November 2008, 19:00 Uhr
ENL5454
Angesichts der Finanzkrise und den mehr als durchwachsenen Quartalszahlen halte ich eine derartig schnelle Erholung der Weltwirtschaft allerdings für unwahrscheinlich. Zudem - und darüber spricht momentan noch niemand - zeichnen sich in den USA deflationäre Tendenzen ab.
Deflation bedeutet, dass Preise für Waren über längere Zeiträume konstant sinken. Das klingt erst mal positiv, aber daraus kann schnell ein gefährlicher Kreislauf entstehen. Denn Deflation führt zu Kaufzurückhaltung bei den Konsumenten, da die Preise ja schon bald günstiger sein könnten.
Das führt zu Nachfragerückgängen bei den produzierenden Unternehmen, was Sparmaßnahmen (z.B. Entlassungen) nach sich zieht, da die Firmen ihre Preise senken müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Jobverluste bedeuten aber weniger Konsumausgaben - und schon haben wir eine gefährliche Deflationsspirale.
Das würde auch erklären, warum trotz Finanzkrise und nach den schon vollzogenen massiven Zwangsverkäufen der Fonds der Goldpreis immer weiter fällt. Für Gold ist nämlich eine Inflation gut, da das Geld dann weniger wert wird.
Deflation wird normalerweise durch sinkende Zinsen bekämpft, um so den Konsum anzukurbeln. Das Problem: Die Zinsen wurden ja bereits massiv gesenkt. Viel Spielraum, um eine Deflation so schnell zu beseitigen, hat die amerikanische Notenbank also nicht mehr. Auch das ist ein Indikator, dass wir nicht so schnell über den Berg sind, wie es eine jetzige Aufwärtsbewegung im Aktienmarkt andeuten würde.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi