DB Liquid Commodity Indizes
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 6. August 2009, 20:00 Uhr
ENL5454
Bevor ich mich heute dem eigentlichen Thema, dem Liquid Commodity Index-Universum der Deutschen Bank widme, möchte ich wie versprochen noch kurz auf den Rohstoff-Index der BNP Paribas eingehen.
Warum nur kurz?! Um es kurz zu machen, weil dieser Index nicht mehr existiert.
Um es nun wirklich kurz zu machen: BNP Paribas lancierte seinen CMRI (Commodity Market Representative Index) in etwa zur gleichen Zeit wie JP Morgan seinen CCI. Der CMRI funktionierte im Grunde nach dem gleichen Prinzip wie der CCI: es wurden Futures-Kontrakte mit unterschiedlicher Laufzeit abgebildet. Der CMRI beinhaltete 25 Rohstoffe.
Nur wenige Monate nach dem Launch allerdings, wurde der CMRI Anfang 2008 wieder vom Markt genommen. BNP Paribas wollte sich damals nicht zu den Gründen äußern. Man munkelte allerdings , der Grund seien rechtliche Schritte (von wo auch immer) gegen die französische Bank gewesen.
Nun ja, wer weiß! Jedenfalls existiert der CMRI nicht mehr. So kann es also auch gehen! Dies nur einmal zur Info zwischendurch...
Kommen wir nun auf das Rohstoff-Index-Universum der Deutschen Bank zu sprechen und beginnen mit dem:
Deutsche Bank Liquid Commodity Index
Um es gleich vorweg zu nehmen: der DB Liquid Commodity Index ist - ich drücke es einmal so aus - ein "normaler" Rohstoff-Index. Mit den auf bestimmte - ich sage es einmal so - Rollraffinessen ausgestatteten Rohstoff-Indizes aus dem Liquid Commodity Index - Universum werde ich mich erst am Montag beschäftigen, zusammen (dann endlich) mit den Alternativen der etablierten Indizes.
Der Deutsche Bank Liquid Commodity Index (DBLCI) wurde im Jahr 2003 lanciert.
Die vertretenen Rohstoffe unterliegen einer konstanten Maximalgewichtung, wobei allerdings die tatsächliche Gewichtung das Jahr über variiert - aufgrund der Preisveränderungen der Rohstoffe. Die Gewichtung erfolgt nach den weltweiten Produktions- und Lagerbestandsdaten. Das heißt, nur die liquidesten Rohstoffe werden aufgenommen.
Die Futures-Kontrakte aus dem Rohstoff-Sektor Energie werden monatlich gerollt, Metall- und Agrarrohstoffkontrakte dagegen jährlich.
Geringe Diversifikation: Kritikpunkt oder Vorteil?
Der springende Punkt was den DBLCI angeht ist, dass der Index nur 6 verschiedene Rohstoffe abbildet. WTI Crude, Heizöl, Mais, Weizen, Gold und Aluminium.
Dies kann einerseits als Kritikpunkt wahr genommen werden: denn der DBLCI ist mit Abstand der Index, welcher die geringste Anzahl an Rohstoffen abbildet.
Auf der anderen Seite, kann gerade dieser Aspekt auch als Vorteil wahr genommen werden. Denn gerade aufgrund der geringen Diversifikation bildet die Deutsche Bank mit ihrem Index ausschließlich die liquidesten Rohstoff-Kontrakte des jeweiligen Sektors ab.
Der DBLCI wird sowohl als Total Return, als auch als Excess Return Variante berechnet.
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