DAX:Versicherer sorgen für leichte Stabilisierung
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 27. Februar 2009, 08:00 Uhr
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Die Versicherungsaktien gehören zu den Schwergewichten im DAX. Es verwundert daher nicht, dass deutliche Kursaufschläge bei Titeln dieser Branche auch den Gesamtindex positiv beeinflussen. Da neben der Allianz und der Münchner Rück auch die Deutsche Bank deutliche Zugewinne verbuchen konnte, unternahmen die Bullen einen weiteren Versuch, die Marke von 4.000 Punkten wieder zurück zu erobern. Bei 3.989 Punkten musste dieser Versuch abgebrochen werden, weil die zuvor noch so freundlich gestartete Wall Street wieder den Rückwärtsgang einlegte. Das Plus von 2,5 Prozent ist zwar ein weiteres Lebenszeichen der Bullen, bleibt aber ein Muster ohne Wert, wenn der kurzfristige Abwärtstrend immer noch in Kraft ist.
Künftige Steuererhöhungen in den USA belasten späten Handel
Der späte Rutsch der Wall Street in negatives Terrain wird seine Spuren auch zur Eröffnung heute in Frankfurt hinterlassen. Angekündigte Steuererhöhungen lasteten auf dem Investitionsklima in den USA. Während der Bankensektor weiter auf Erholungskurs war, litten andere Branchen wie Pharmaaktien unter den Plänen für ein stärker reguliertes Gesundheitswesen in den USA. In Erwartung weiterer schlechter Nachrichten fiel die anfängliche Erholung wieder in sich zusammen.
Ohne Anschlusskäufe droht DAX weiterer Rückfall
Finden sich heute also keine Anschlusskäufer beim DAX, geht es vermutlich sehr schnell wieder gen Süden. Dort wartet nach wie vor die große Unterstützung bei 3.618/3.645 Punkten, die sich im Falle eines Abverkaufs kurzfristig als möglicher Wendepunkt anböte. Für die Bullen stehen die Hürden nach wie vor bei 4.014 und 4.064 Punkten, werden sie aus dem Weg geräumt, werden sofort weitere Käufer in den Markt einsteigen. Diese Variante erscheint bei allem Optimismus derzeit kaum eine Chance auf Realisierung zu haben. Je eher ein Ausverkauf nun stattfindet, desto rascher wird der nächste Versuch einer Bodenbildung gestartet.
Telekom-Unternehmen im Fokus
Konnten die Versicherer gestern mit ihren Zahlen den Märkten ein moderates Aufatmen bescheren, dürfte die Vorstellung des Telekom-Quartalsberichts weniger für Begeisterung sorgen. Die Zusammenlegung des Mobilfunk-und Festnetzgeschäfts, die vor einigen Tagen bekannt gegeben worden ist, zeigt den Sparzwang, dem sich der ehemalige Staatskonzern ausgesetzt sieht. Auch wenn bereits mehr als zwei Drittel der schwierigen Wegstrecke zu einem besser aufgestellten Unternehmen zurück gelegt sind, Aktionäre werden noch ein wenig Geduld aufbringen müssen. Kursreaktionen, wie sie gestern die Versicherer nach einer längeren Durststrecke gezeigt haben, dürften deshalb eher ein Traum der Telekom-Aktionäre bleiben. Ein moderater Kursgewinn ist aber denkbar.
Hoffnungszeichen von US-Konjunkturdaten?
Für den Gesamtmarkt bleibt wegen neuer Konjunkturdaten immerhin der Blick rüber in die USA. Neben dem Ergebnis für das erwirtschaftete Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2008 werden das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan und der der Chicagoer Einkaufsmanagerindex für Februar veröffentlicht. Kaum noch für Überraschung wird das große Minus beim BIP sorgen, denn der Konsens der Analysten rechnet mit einem Rückgang um 5,4 Prozent. Wesentlich spannender sind die Stimmungsindikatoren Verbrauchervertrauen, bei dem mit einem leichten Rückgang von 56,2 auf 56 Punkte gerechnet und Einkaufsmanagerindex, der sich auch nur marginal von 33,3 auf 33 Punkte nach unten verändert hat. Jede bessere Zahl dürfe am Aktienmarkt einen kräftigeren Impuls nach oben auslösen, schlechtere Ergebnisse die Bären wieder auf den Plan rufen.
Konjunkturdaten: EU: 10.00 Uhr Verbraucherpreisindex, USA: 14.30 Uhr MEZ: US-BIP, 4. Quartal, 15.45 Uhr: Verbrauchervertrauen Uni Michigan Februar, 15.55 Uhr: Chicagoer Einkaufsmanagerindex Februar
Unternehmen: Q4-Zahlen: Deutsche Telekom, Telecom Italia
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 3.733; 3.812; 3.867
Widerstände: 3.998; 4.014; 4.064
Viel Glück, Erfolg und ein schönes Wochenende!
Andreas Wolf
