DAX:Erster Bremsschaum
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 16. Januar 2009, 08:00 Uhr
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Die letzten sieben Handelstage dürfte den Anlegern beim DAX wie eine Parallele zum aktuellen Wetter vorgekommen sein. Wie in einem Eiskanal rutschte der Index ungebremst den Hang hinab. An der leichten Hürde 4.310 Punkte blieb er gestern hängen, ohne allerdings den Eindruck zu hinterlassen, ein Ende der Talfahrt schon erreicht zu haben. Das Aufbäumen des Dow Jones, der nach einer negativen Eröffnung und dem Touchieren der 8.000er Marke wieder über der wichtigen Unterstützung von 8.200 Punkten schließen konnte, dürfte heute zumindest zur Eröffnung einmal eine Gegenbewegung auslösen. Von dieser ersten Wortmeldung der Bullen seit längerer Zeit darf allerdings nicht allzu viel erwartet werden. Schon bei 4.460 Punkten wartet der erste Widerstand, der angesichts der technischen Grundkonstellation kaum überwindbar erscheint. Aber selbst wenn die Bullen diesen Widerstand beiseite räumen sollten, werden sie spätestens von der kurzfristigen Abwärtstrendlinie bei 4.580 Punkten gestoppt werden. Die Nachhaltigkeit dieses Abverkaufs lässt vermuten, dass der Test des November-Tiefs bei 4.014 Punkten noch im Januar von den Markteilnehmern vorgenommen wird. Das Abdrehen des MACD unter die 0-Achse muss zudem als Signal für weiter bestehendes Misstrauen im Hinblick auf die nächsten Quartalszahlen gewertet werden. Bisher zumindest ist kein Wendepunkt der Baisse abzusehen und es muss wohl noch ein Stück weiter nach unten gehen, um den sogenannten Zustand der Hoffnungslosigkeit eintreten zu lassen. Wie weit der Weg in Punkten ausgedrückt noch ist, lässt sich seriös aktuell nicht sagen. Klar ist nur: Geradlinig wird er nicht verlaufen.
Die USA sehen heute mit Spannung auf die Veröffentlichung der Inflationsrate für Dezember 2008. Zum ersten Mal seit fünfzig Jahren könnte diese negativ gefärbt sein. Den Befürchtungen im Hinblick auf eine mögliche Deflation würde das neuen Schub verleihen. Doch auch die Zahlen zur Industrieproduktion und der Kapazitätsauslastung im Dezember wird die Börse mit Argusaugen betrachten. Im Prinzip geht aktuell nur um Hinweise auf eine Verlangsamung der Talfahrt, von einer Trendwende vermag ohnehin kaum einer zu sprechen. Zum Schluss veröffentlicht dann noch die Uni Michigan ihren Index zum Verbrauchervertrauen. Wie aber schon die Umsatzzahlen des Einzelhandels vom Dezember bewiesen haben, dürfte sich angesichts der hohen Arbeitslosigkeit auch hier keine positive Überraschung ergeben. Die Q4-Zahlen der Citigroup sind nur noch im Detail interessant, nachdem die Bank bereits in der laufenden Woche von einem Rekordverlust von sechs Milliarden US-Dollar berichtet hat. Größere Aufwärtsimpulse zum Wochenende hin sind demnach nicht sehr wahrscheinlich, aber wenigstens eine Unterbrechung der Talfahrt mit einer Mini-Bärenmarktrallye erscheint möglich.
Konjunkturdaten: USA: Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung Dezember, Verbrauchervertrauen Uni Michigan Dezember
Unternehmen: Q4-Zahlen: Citigroup
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 4.014; 4.154; 4.310
Widerstände: 4.460; 4.510; 4.551
Viel Glück, Erfolg und ein schönes Wochenende!
Andreas Wolf
