DAX: Wieder steigende Unsicherheit
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 12. November 2008, 08:00 Uhr
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Die Diskussion um die Länge der laufenden Rezession hat gestern für weitere Belastungen an den Aktienmärkten gesorgt. Den DAX zog die wieder zunehmende Verunsicherung der Marktteilnehmer unter die Unterstützung von 4.800 Punkten, verkauft wurden insbesondere Banken- und Automobilwerte. Die staatlichen Stützprogramme für diese beiden Branchen zeigen bisher nur wenig Wirkung. Kann der Index den Rückgang heute nicht wieder egalisieren, droht ein abermaliger Test der zentralen Unterstützungszone bei 4.460/4.500 Punkten. Hier besteht kurzfristig die Chance, dass der DAX eine umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter- Formation bildet. Ein markanter Tiefpunkt, der Kopf, wird dabei in etwa gleichen Abständen von zwei höher gelegenen Tiefpunkten umrahmt. Die gesamte charttechnische Figur sollte sich aber über einen Zeitraum von drei Monaten ziehen, um eine gewisse Nachhaltigkeit zu erzielen. Im aktuellen Chartbild wäre diese Bedingung mit einer Laufzeit von nur vier Wochen nicht erfüllt. Sollte der Bereich um 4.800 Punkte nicht gehalten werden können, käme deshalb auch die Bildung eines Doppelbodens mit zwei Tiefpunkten in Frage. Der heutige Handelstag, der zunächst freundlich beginnen dürfte, wird zeigen, welches Szenario der Markt bevorzugt.
Etwas nähere Informationen zur Industrieproduktion und zum Wirtschaftsklima im Euroraum veröffentlichen heute die europäische Statistikbehörde Eurostat und das ifo-Institut in München. Zur Stimmungsaufhellung werden beide Zahlen nicht gerade beitragen, weshalb die Anleger sich wieder mehr den Geschäftsprognosen von DAX-Werten wie E.ON und K+S widmen werden. Die kleine Rallye der Rohstoffwerte vom Wochenbeginn wurde mit den gestrigen Kursverlusten wieder neutralisiert. Der sinkende Ölpreis dürfte E.ON auf mittlere Sicht niedrigere Margen bescheren, zudem ist auch der Versorger von einem sinkenden Energiebedarf der darbenden Autoindustrie betroffen. Die Prognosen beider Unternehmen werden entsprechend gedämpft ausfallen. Bei der Flut der schlechten Nachrichten weise ich aber daraufhin, dass die Märkte nicht mehr jede Verschlechterung der Lage mit rückläufigen Kursen quittieren. Auch darin liegt schon ein Fortschritt.
Konjunkturdaten: EU: Industrieproduktion September, DE: ifo-Wirtschaftsklima Euroraum
Unternehmensbereich: Q3-Zahlen: E.ON, K+S
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 4.551; 4.662 ; 4.713
Widerstände: 4.803; 4.950; 5.083
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf
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