Dax wieder mit Zick statt Zack
Axel Retz in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 15. Februar 2007 08:30 Uhr
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Im Epizentrum des rheinischen Frohsinns, wo auch ich vier Lebensjahrzehnte verbracht habe, scheiden sich heute wieder die Geister. Die Einen stürzen sich in die lange herbei gesehnte „fünfte Jahreszeit", die anderen versuchen, in entlegenen Landstrichen Asyl zu finden.
Im Dax sehen wir ein ähnliches Bild: Die einen wollen um jeden Preis hinein, die anderen zu diesem Preis heraus. So entsteht jeder einzelne Börsenumsatz.
Ob es klug ist, auf dem jetzt erreichten Level in den Markt zu gehen, darf bezweifelt werden. Und je mehr Anleger dieses Zweifeln bezweifeln, um so angebrachter sind die Zweifel. Sentimenttechnisch ist es völlig normal, dass „oben" alle vor Zuversicht strotzen. Aber genau deswegen sind auch (fast) alle Anleger bereits investiert.
Hinzu kommt, dass NYSE Composite, Nasdaq 100, S&P 500 und auch unser DJ E. Stoxx 50 nun gemeinsam an die oberen Begrenzungslinien ihrer langfristigen Aufwärtstrendbänder heran gelaufen sind. Einzig dem Dax ist es bisher gelungen, diese Linie knapp nach oben zu durchbrechen.
Charttechnisch ist es dem Dax gestern gelungen, sich wieder über die im Chart eingezeichnete, rote Begrenzungslinie der kleinen Keilformation zu ziehen. Damit hat er dem muteren Reigen von Tag zu Tag wechselnder Vorzeichen ein Ende bereitet. Das ist bullish.
Markttechnisch hingegen brauen sich dunkle Wolken zusammen. Der RSI schafft es einfach nicht, sich wieder über die 70 Prozentschwelle zu ziehen, während der MACD mit einem neuen Verkaufssignal ringt.
Dieses durchwachsene Bild wirft die Frage auf, ob es noch viel Sinn macht, auf dem gegenwärtigen Niveau einzusteigen.
Sehe ich mir den Chart an, verläuft die obere Begrenzung des schmalen Aufwärtstrendkorridors bei aktuell 7.065 Punkten. Das sind gerade noch einmal eineinhalb Prozent. Und: Es ist keineswegs sicher, dass dieses Niveau auch angelaufen wird.
FAZIT UND EMPFEHLUNG: Langfristig orientierte Anleger, die noch auf der Kaufseite engagiert sind, sollten investiert bleiben. Das langfristige Ziel der oberen Begrenzung des März 2003-Aufwärtstrendkanals wurde erreicht bzw. knapp überschritten. Bestehende Positionen sollten daher jetzt zwingend mit Stopps geschützt werden.
Kurzfristiger ausgerichteten Anlegern bietet sich noch ein Restpotential bis zunächst einmal 7.065. Wer es nutzen will, sollte sich aber auch der Risiken bewusst sein.
Kurzfristige Widerstände: obere Begrenzung des März 2003-Haussekanals (aktuell 6.760/6.800) und damit erreicht/überschritten.
Kurzfristige Unterstützungen: 6.840, 6.700, 6.600
Bis Morgen!
Axel Retz
