Dax weiter seitwärts
Tom Firley in Investors Daily zum Thema Dax 30
vom 7. Dezember 2009, 18:00 Uhr
ENL5454
Sie kriegen es sicherlich mit: Zum Jahresende hin überschlagen sich wieder einmal die Bullen- und Bären-Gemüter. Die einen sehnen eine Jahresend-Rally herbei, die anderen warten nur darauf, dass die Börsen (mithin der Dax) endlich die „logische" Abwärtsbewegung (mithin einen Crash?) beginnen.
Wie Sie wissen, favorisiere ich persönlich bis Jahresende die Seitwärts-Variante. Dass ich mit diesem Wunsch (als Börsenguru sollte ich lieber „Prognose" sagen; leider bin ich aber kein Börsenguru, sondern höchstens ein Charttechnikexperte) so gut wie alleine dastehe liegt auf der Hand... Seitwärtsphasen verkaufen sich schlecht. Oder haben Sie schon mal eine Schlagzeile gesehen, die lautet: „Hurra! Börsen endlich seitwärts!"
Sicherlich nicht.
Die Begründung für meinen (eigentlich logischen) Wunsch habe ich Ihnen bereits im Beitrag Dax und der 256-Tage-GD dargelegt. Schauen Sie mal rein, falls Sie diesen noch nicht gelesen haben. Ganz unten auf dieser Seite haben Sie die Möglichkeit einen Kommentar abzugeben. Und besonders zu diesem Beitrag (speziell zum 256-Tage-GD) würde mich Ihre Meinung interessieren. Weiter im Text:
Was macht der DAX?
Einen Tag nach dem Dubai-Schock schrieb ich Ihnen, dass der Dax bald wieder dort stehen dürfte, wo er lag (bei 5.785 Punkten). Auch hiermit hatte ich ausnahmsweise mal wieder Recht (der Dax schloss heute bei 5.784 Punkten..) Allerdings sehen wir einen Wermutstropfen im Dax-WOCHEN-Chart
Wochen-Chart Dax
Die seit Juli konstruierbare Aufwärtstrendlinie ist nach wie vor unverletzt. Schauen Sie aber bitte einmal auf den (übrigens unter Technikern viel beachteten) Wochen-MACD im unteren Chartteil. Dieser Indikator liegt nun bereits seit einiger auf „Verkauf". Diese wäre „noch" kein Beinbruch, da der MACD in Seitwärtsphasen zu Fehlsignalen neigt (für Techniker: der ADX liegt auf Wochenbasis bei 14!) bzw. für Interpretationen nicht bahnbrechend viel taugt. Doch genau liegt der Hase im Pfeffer:
Dreht der Dax nach oben und erreicht neue Jahreshochs, signalisiert auch der Wochen-MACD wieder steigende Kurse (und der ADX zeigt einen Trend an...). Durchbricht der Dax die im Chart eingezeichnete Aufwärtstrendlinie nach unten, verfestigt sich wiederum das MACD-Verkaufssignal im Dax und erfährt noch größere Beachtung. Sie erkennen:
Technische Analyse hat ihre Interpretations-Grenzen. Nicht falsch verstehen, ich könnte ohne Technische nicht überleben an der Börse. Aber in solchen Phasen ist es tatsächlich müßig über „Wohl und Wehe" der Börsen nachzudenken.
Wenn Sie meinen Ausführungen seit März diesen Jahres gefolgt sind, haben Sie zunächst vorsichtige Investitionen gewagt und haben diese langsam, aber sicher ausgebaut (und die ewigen Nörgler an meiner Strategie dürfen jetzt gerne Ihren Kommentar hinterlassen). Eigentlich bleibt jetzt kaum etwas anderes übrig, als abzuwarten.
Wer noch Spekulations-Ambitionen hat, kann bei Erreichen eines neuen Jahreshochs auf weiter steigende Kurse zocken. Bei Durchbrechen der gestrichelten Aufwärtstrendgerade (in der laufenden Woche!) im Chart würde ich das Gegenteil tun... und natürlich dennoch das mögliche Erreichen der Gewinn sichernden Stopps bei Einzelpositionen abwarten.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
ähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Ernst Linder (07.12. 2009 19:51 Uhr):
Herr Firley, natürlich sind Ihre Artikel immer äußerst interessant und lehrreich. Ich kann Ihre charttechnische Ausführungen sogar nachvollziehen. Trotzdem beweisen Sie immer noch zusätzlich ein bemerkenswert gutes Gespür für die Börse. Danke und viele Grüße Ernst Linder
Antworten - Kommentar von Franz Duda (08.12. 2009 13:50 Uhr):
Hallo Herr Firley, vermutlich liegen Sie mit Ihrer Ansicht richtig, dass der Dax weiter seitwärts läuft. Vielen herzlichen Dank für die vielen guten, treffsicheren Kommentare. Herzlichen Gruß und alle Gute für 2010. Franz Duda
Antworten
